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Kratom-Darreichungsformen: Pulver, Kapseln, Extrakte

Definition
Eine Kratom-Darreichungsform bestimmt, wie die Alkaloide von Mitragyna speciosa deinen Blutkreislauf erreichen. Pulver, Kapseln, Tee, Extrakte und Harz unterscheiden sich in Wirkungseintritt, Dosiergenauigkeit und Risikoprofil. Dieser Artikel vergleicht alle gängigen Formen systematisch.
Kratom-Darreichungsformen: Pulver, Kapseln, Extrakte und ihre Anwendung
Eine Kratom-Darreichungsform bezeichnet die jeweilige Zubereitung von Mitragyna speciosa-Blättern, die bestimmt, auf welchem Weg die Alkaloide in deinen Blutkreislauf gelangen. Loses Pulver, Kapseln, Extrakte, Harz und Tee unterscheiden sich erheblich in Wirkungseintritt, Dosiergenauigkeit und Gesamterfahrung. Die richtige Darreichungsform zu wählen ist weniger eine Frage der Potenz und mehr eine Frage der Pharmakokinetik — also wie schnell, wie viel und in welchem Verhältnis Mitragynin und 7-Hydroxymitragynin deinen Organismus erreichen. Dieser Artikel geht die gängigen Kratom-Darreichungsformen systematisch durch und zeigt, wo die tatsächlichen Unterschiede liegen.

Schritt 1: Die grundlegende Unterscheidung verstehen
Die zentrale Trennlinie bei Kratom-Darreichungsformen verläuft zwischen blattbasierten Zubereitungen und konzentrierten Extrakten — das sind pharmakologisch zwei verschiedene Kategorien. Getrocknetes Blattpulver von Mitragyna speciosa enthält typischerweise 1–2 % Mitragynin bezogen auf das Trockengewicht, während 7-Hydroxymitragynin nur in Spuren von etwa 0,01–0,04 % vorkommt (Kruegel & Grundmann, 2016). Extrakte konzentrieren diese Alkaloide — teils drastisch. Ein Gramm Extrakt ist daher nicht mit einem Gramm Blatt gleichzusetzen. Jede Dosisangabe, die nicht angibt, auf welche Darreichungsform sie sich bezieht, ist schlicht unbrauchbar.

Die hier behandelten Kratom-Darreichungsformen lassen sich in zwei Gruppen einteilen:
- Blattbasiert: loses Pulver, Kapseln, zerkleinerte Blätter für Tee. Diese enthalten das vollständige Alkaloidprofil des getrockneten Blattes in annähernd natürlicher Konzentration.
- Konzentriert: standardisierte Extrakte, Enhanced Blends, Harz. Diese wurden verarbeitet, um die Alkaloid-Dichte pro Gramm zu erhöhen — was sowohl das Wirkprofil als auch das Risikoprofil verändert.
Toleranzentwicklung setzt bei täglichem Konsum unabhängig von der Darreichungsform rasch ein — ein Punkt, der sich durch diesen gesamten Artikel zieht. Umfragedaten von Grundmann (2017) zeigten, dass 50,4 % der regelmäßigen Kratom-Anwender Entzugssymptome berichteten, wobei Konsumhäufigkeit und Dosis die stärksten Prädiktoren waren. Auch die European drug monitoring bodies hat Kratom in ihren Monitoringberichten als beobachtungswürdige Substanz eingestuft und auf die Schwierigkeit hingewiesen, Anwendererfahrungen über verschiedene Zubereitungen hinweg zu vergleichen.
Schritt 2: Arbeiten mit losem Pulver
Loses Pulver ist die weltweit am häufigsten verwendete Kratom-Darreichungsform und kommt dem traditionellen Gebrauch in Südostasien am nächsten, wo frische Blätter gekaut oder als Aufguss zubereitet werden. Es handelt sich um fein gemahlenes, getrocknetes Blattmaterial — nicht mehr und nicht weniger.

Dosierung: Eine digitale Feinwaage mit einer Genauigkeit von 0,1 g ist hier nicht verhandelbar. Augenmaß oder „Teelöffel"-Angaben führen zu viel zu großer Streuung — ein locker gehäufter Teelöffel wiegt unter Umständen 1,5 g, ein fest gedrückter kommt auf 3,5 g. Umfragebasierte Forschung zeigt, dass die meisten Anwender zwischen 1 und 8 g Blattpulver pro Einnahme konsumieren, mit einem Median um 3–5 g (Veltri & Grundmann, 2019). Das sind Selbstauskünfte, keine klinischen Empfehlungen.
Gängige Einnahmemethoden:
- Toss and Wash: Das abgewogene Pulver auf die Zunge geben und mit Wasser oder Saft herunterspülen. Schnell, aber geschmacklich eine Zumutung — aggressiv bitter, trocken-adstringierend und erdig auf eine Art, die ungesüßten Matcha wie ein Dessert wirken lässt. Manche Menschen würgen dabei. Falls du dazugehörst: andere Methode wählen, kein Grund zur Scham.
- In Flüssigkeit eingerührt: Pulver in warmes (nicht kochendes) Wasser, Orangensaft oder einen Smoothie einrühren. Die Zitronensäure im Orangensaft könnte die Alkaloidextraktion unterstützen, belastbare Daten dazu sind allerdings dünn. Das Pulver löst sich nicht auf — es bildet eine Suspension. Du trinkst also körnige Flüssigkeit.
- Oblatenscheiben: Dünne, essbare Filmtaschen (japanische Oblaten), in die du eine abgewogene Dosis einwickelst und wie eine große Kapsel schluckst. Damit umgehst du den Geschmack komplett und behältst die Flexibilität der Pulverdosierung.
Wirkungseintritt und -dauer: Pharmakokinetische Daten zu Kratom sind begrenzt und zeigen große individuelle Schwankungen. Eine kleine klinische Studie von Trakulsrichai et al. (2015) ermittelte maximale Mitragynin-Plasmakonzentrationen bei etwa 0,83 ± 0,35 Stunden nach oraler Einnahme von Kratom-Tee. Die Wirkdauer wird in Anwenderumfragen häufig mit 3–6 Stunden angegeben, ist unter kontrollierten Bedingungen aber nicht gut charakterisiert.
Vorteile: Maximale Flexibilität bei der Dosisanpassung. Günstigster Preis pro Gramm. Am nächsten am vollständigen Alkaloidprofil des Blattes.
Nachteile: Geschmack. Waage erforderlich. Unordentlicher als Kapseln.
Schritt 3: Arbeiten mit Kapseln
Kapseln sind die bequemste Kratom-Darreichungsform — vorab abgemessene Mengen Blattpulver in Gelatine- oder vegetarischen (HPMC-)Hüllen. Standardmäßige „00"-Kapseln fassen in der Regel 0,4–0,6 g Kratom-Pulver, wobei die genaue Menge von der Verdichtung und der Mahlkörnung abhängt.

Dosierung: Prüfe das angegebene Gewicht pro Kapsel auf der Verpackung und rechne. Enthält jede Kapsel 0,5 g und du arbeitest mit einem Bereich von 2–3 g, sind das 4–6 Kapseln auf einmal. Das ist nicht jedermanns Sache.
Wirkungseintritt: Rechne mit einem etwas verzögerten Eintritt im Vergleich zu losem Pulver oder Tee, weil sich die Kapselhülle erst auflösen muss. Das fügt den meisten Berichten zufolge etwa 15–30 Minuten hinzu — harte pharmakokinetische Vergleichsdaten zwischen Kapsel und Pulver existieren für Kratom allerdings nicht.
Vorteile: Kein Geschmack. Tragbar. Vorab dosiert, also brauchst du keine Waage (vorausgesetzt, du vertraust dem Füllgewicht des Herstellers). Diskret.
Nachteile: Weniger flexibel für Feinjustierung. Langsamerer Wirkungseintritt. Teurer pro Gramm als loses Pulver — du zahlst für die Verkapselung. Und wenn du deine Dosis um beispielsweise 0,3 g anpassen willst, lässt sich eine Kapsel nicht sauber teilen.
Kapseln selbst befüllen: Du kannst leere Kapselhüllen und ein manuelles Kapselfüllbrett kaufen und dir aus losem Pulver eigene Kapseln herstellen. Das verbindet den Kostenvorteil des Pulvers mit dem Komfort von Kapseln. Das Füllgewicht hängt von deiner Verdichtungstechnik ab — wiege eine Charge von 10 fertigen Kapseln und teile durch 10, um das durchschnittliche Einzelgewicht zu prüfen.
Schritt 4: Kratom-Tee zubereiten
Tee ist die blattbasierte Kratom-Darreichungsform mit dem schnellsten Wirkungseintritt und die Zubereitung, die dem traditionellen Gebrauch in Südostasien am nächsten kommt. Durch das Köcheln von Pulver oder zerkleinertem Blatt in Wasser werden die wasserlöslichen Alkaloide extrahiert, und das Pflanzenmaterial wird abgeseiht oder bleibt am Boden zurück.

Methode:
- Die gewünschte Menge Pulver oder zerkleinerte Blätter mit einer Waage abmessen.
- In einen Topf mit 300–500 ml Wasser geben. Ein Spritzer Zitronen- oder Limettensaft (etwa ein Esslöffel) kann die Alkaloidextraktion verbessern — Mitragynin ist bei niedrigerem pH-Wert besser löslich, auch wenn das Ausmaß dieses Effekts in der publizierten Forschung nicht quantifiziert wurde.
- Bei niedriger Hitze 15–20 Minuten sanft köcheln lassen. Nicht sprudelnd kochen — es besteht die Vermutung, dass anhaltende starke Hitze Alkaloide abbauen könnte, wobei kontrollierte Stabilitätsdaten bei spezifischen Temperaturen rar sind.
- Durch ein feines Sieb, Mulltuch oder Kaffeefilter abseihen.
- Die resultierende Flüssigkeit ist intensiv bitter. Honig, Zucker oder das Mischen mit einem aromatisierten Tee hilft.
Was Tee nicht vollständig erfasst: Nicht alle Alkaloide sind gleich gut wasserlöslich, sodass sich das Alkaloidprofil im Tee möglicherweise leicht von dem des rohen Pulvers unterscheidet. Manche Anwender berichten von einem etwas anderen Wirkcharakter bei Tee im Vergleich zu Toss-and-Wash — ob das echte pharmakologische Unterschiede oder Erwartungseffekte widerspiegelt, ist unklar.
Wirkungseintritt: In der Regel schneller als bei Kapseln und vergleichbar mit oder etwas schneller als Toss-and-Wash, da die Alkaloide bereits in Lösung vorliegen. Die Studie von Trakulsrichai et al. (2015) verwendete eine Teezubereitung und fand den oben erwähnten Plasmaspitzenwert bei etwa 50 Minuten.
Vorteile: Für manche magenfreundlicher (Pflanzenfasern werden entfernt). Schnellerer Wirkungseintritt. Das Ritual der Zubereitung kann zu bewussterem Dosieren beitragen. Du kannst eine größere Menge zubereiten und im Kühlschrank aufbewahren.
Nachteile: Mehr Zubereitungszeit. Möglicherweise unvollständige Alkaloidextraktion. Schmeckt immer noch bitter, nur eben in flüssiger Form.
Schritt 5: Extrakte, Harze und Enhanced-Produkte
Extrakte sind die Kratom-Darreichungsform mit dem höchsten Risikopotenzial — und hier passieren die meisten Dosierfehler.

Was Extrakte sind: Konzentrierte Zubereitungen, die durch Einkochen großer Mengen Blattmaterial und/oder Lösungsmittelextraktion zur Isolierung von Alkaloiden hergestellt werden. Das Ergebnis — flüssige Tinkturen, festes Harz oder getrocknetes Extraktpulver — enthält pro Gramm deutlich mehr Mitragynin und 7-Hydroxymitragynin als einfaches Blatt.
Kennzeichnungskonventionen: Du wirst Angaben wie „10x", „25x", „50x" sehen. Theoretisch bedeutet „10x", dass 10 Gramm Blatt zu 1 Gramm Extrakt reduziert wurden. In der Praxis werden diese Verhältnisse marktübergreifend uneinheitlich verwendet und sagen nichts Verlässliches über den tatsächlichen Alkaloidgehalt aus. Ein „50x"-Extrakt eines Herstellers muss nicht fünfmal stärker sein als ein „10x" eines anderen. Der einzige belastbare Wert ist der tatsächliche Mitragynin-Prozentsatz auf dem Produkt — und selbst der setzt Vertrauen in die Analytik des Herstellers voraus.
Enhanced Blends: Dabei wird einfaches Blattpulver mit Extrakt vermischt, sodass ein Produkt entsteht, das stärker ist als reines Blatt, aber weniger konzentriert als purer Extrakt. Der tatsächliche Alkaloidgehalt hängt vollständig davon ab, wie viel Extrakt in welcher Konzentration zugesetzt wurde.
Harz: Ein dichter, dunkler, klebriger Feststoff, der durch Einkochen eines großen Volumens Tee zu einer dicken Paste und anschließendes Aushärten entsteht. Dosierung nach Gewicht — kleine Stücke mit einem Messer abbrechen und wiegen. Harz lässt sich nur schwer in exakte Mengen zerteilen, was die Dosiergenauigkeit einschränkt.
Warum Extrakte besondere Vorsicht erfordern: Konzentrierte Produkte beschleunigen die Toleranzentwicklung. Sie heben außerdem die Obergrenze der Alkaloidaufnahme pro Einnahme auf eine Weise an, die reines Blatt nicht tut — es ist physisch schwierig, genug Blattpulver zu konsumieren, um sehr hohe Mitragynin-Dosen zu erreichen (der Magen wehrt sich), aber eine kleine Menge potenten Extrakts schafft das mühelos. Umfragedaten identifizieren Extraktkonsum und hochdosierten täglichen Gebrauch konsistent als die stärksten Risikofaktoren für Abhängigkeit und Entzugsschwere (Singh et al., 2014). Extrakte sind nicht „stärkeres Kratom" — sie sind eine pharmakologisch eigenständige Kategorie, die eigenständige Vorsicht erfordert.
Der mit Abstand häufigste Dosierfehler, den wir seit Mitte der 2000er mitbekommen: Jemand wechselt von Blattpulver auf einen Extrakt und verwendet dasselbe Grammgewicht. Fünf Gramm eines Extrakts mit 20 % Mitragynin liefern ungefähr die zehnfache Mitragynin-Menge von fünf Gramm Blattpulver. Dieses Gespräch findet meistens hinterher statt, nicht vorher — deshalb wiederholen wir es bei jeder Gelegenheit.
Schritt 6: Kratom-Darreichungsform nach Prioritäten wählen
| Darreichungsform | Dosiergenauigkeit | Wirkungseintritt | Geschmacksvermeidung | Kosten pro Dosis | Toleranz-/Abhängigkeitsrisiko |
|---|---|---|---|---|---|
| Loses Pulver (Toss and Wash) | Hoch (mit Waage) | Mittel (~30–60 Min.) | Keine — volle Bitterkeit | Am niedrigsten | Basisniveau (Blattebene) |
| Loses Pulver (in Flüssigkeit) | Hoch (mit Waage) | Mittel (~30–60 Min.) | Teilweise maskiert | Am niedrigsten | Basisniveau (Blattebene) |
| Kapseln | Mittel (feste Schritte) | Langsamer (~45–75 Min.) | Vollständig | Mittel | Basisniveau (Blattebene) |
| Tee | Hoch (mit Waage) | Schneller (~20–50 Min.) | Teilweise maskiert | Niedrig | Basisniveau (Blattebene) |
| Extrakt / Harz | Variabel (abhängig von Kennzeichnung) | Variabel | Variabel | Höher | Erhöht — konzentrierte Alkaloide |
| Enhanced Blend | Mittel | Mittel | Keine bis teilweise | Mittel–Hoch | Erhöht |
Die Angaben zum Wirkungseintritt in der Tabelle sind Näherungswerte, zusammengestellt aus Anwenderberichten und begrenzten klinischen Daten (Trakulsrichai et al., 2015). Die individuelle Streuung ist groß — Körpergewicht, Mageninhalt, metabolische Unterschiede (insbesondere CYP3A4- und CYP2D6-Enzymaktivität) und das konkrete Produkt spielen alle eine Rolle.

Pulver vs. Kapseln: Der Direktvergleich
Pulver und Kapseln machen den Großteil aller Kratom-Käufe aus, daher lohnt sich ein systematischer Vergleich. Beide enthalten dasselbe Blattmaterial — der Unterschied liegt ausschließlich in der Art der Zuführung.
Dosierflexibilität: Pulver gewinnt klar. Mit einer Waage kannst du in 0,1-g-Schritten anpassen. Kapseln binden dich an das jeweilige Füllgewicht — typischerweise 0,5-g-Stufen. Wenn deine bevorzugte Dosis bei 2,7 g liegt, kommst du mit Pulver hin, mit Kapseln nicht.
Wirkungseintritt: Pulver ist moderat schneller. Die Kapselhülle (ob Gelatine oder HPMC) braucht Zeit, um sich in der Magensäure aufzulösen. In der Praxis berichten die meisten Anwender von einer Verzögerung von 15–30 Minuten bei Kapseln im Vergleich zu Toss-and-Wash. Kein dramatischer Unterschied, aber konsistent genug, um real zu sein.
Komfort und Transportfähigkeit: Kapseln gewinnen. Keine Waage nötig, kein Chaos, kein Geschmack. Unterwegs oder außer Haus sind Kapseln schlicht einfacher.
Kosten: Pulver ist günstiger pro Gramm — oft deutlich. Bei Kapseln zahlst du für den Verkapselungsprozess und manchmal einen Einzelhandelsaufschlag. Selbst befüllen mit einem Kapselfüllbrett schließt diese Lücke, wenn du bereit bist, 20 Minuten dafür aufzuwenden.
Unsere ehrliche Einschätzung: Keines von beiden ist objektiv besser. Wenn dir Präzision und Preis wichtig sind, nimm Pulver und eine Waage. Wenn dir Komfort wichtiger ist und du mit festen Dosierschritten leben kannst, sind Kapseln völlig in Ordnung. Viele regelmäßige Anwender haben beides — Pulver zu Hause, Kapseln für unterwegs.
Zur Frage, ob das Kapselmaterial einen Unterschied macht: Gelatinekapseln lösen sich unter sauren Bedingungen geringfügig schneller auf als HPMC-Kapseln (vegetarisch), aber der Unterschied beträgt vielleicht 5–10 Minuten. Wer vegetarisch oder vegan lebt, greift ohnehin zu HPMC. Für alle anderen ist das keine relevante Variable bei der Wahl der Darreichungsform.
Was die Forschung noch nicht geklärt hat
Es gibt erhebliche Lücken in der publizierten Forschung zu Kratom-Darreichungsformen, die kein Leitfaden — auch dieser nicht — überdecken kann. Keine kontrollierte Studie hat bisher die Bioverfügbarkeit von Mitragynin über Pulver, Kapseln, Tee und Extrakt hinweg in denselben Probanden direkt verglichen. Die Angaben zu Wirkungseintritt und -dauer in diesem Artikel sind bestmögliche Schätzungen auf Basis einer einzigen kleinen pharmakokinetischen Studie und Anwenderumfragen — keine robusten klinischen Daten. Langzeitsicherheitsdaten fehlen für sämtliche Kratom-Darreichungsformen. Auch die Alkaloidstabilität gelagerter Produkte — wie stark Mitragynin über Monate in einer verschlossenen Tüte, einem Glas oder im Kühlschrank abgebaut wird — wurde nicht systematisch untersucht. Wo eine Angabe in diesem Artikel präzise klingt, behandle sie als Annäherung, bis bessere Forschung vorliegt.

Sicherheitshinweise für alle Kratom-Darreichungsformen
Unabhängig davon, welche Kratom-Darreichungsform du wählst, gelten dieselben grundlegenden Vorsichtsmaßnahmen:

- Kontraindikationen: Kratom sollte nicht mit MAO-Hemmern, anderen Opioiden, Benzodiazepinen oder Alkohol kombiniert werden. CYP3A4-Inhibitoren (Ketoconazol, Clarithromycin, Grapefruitsaft) und CYP2D6-Inhibitoren (Fluoxetin, Paroxetin, Bupropion) können den Mitragynin-Metabolismus unvorhersehbar verändern. Kratom ist in Schwangerschaft und Stillzeit kontraindiziert, bei vorbestehenden Lebererkrankungen ebenfalls, und bei persönlicher oder familiärer Vorgeschichte einer Substanzgebrauchsstörung ist besondere Vorsicht geboten.
- Hepatotoxizität: In der Literatur existieren Fallberichte über Leberschädigungen im Zusammenhang mit Kratom-Konsum, wobei der Mechanismus weiterhin untersucht wird und die Inzidenz auf Bevölkerungsebene unklar ist (Kapp et al., 2020). Bei dunklem Urin, Gelbfärbung der Haut oder ungewöhnlicher Erschöpfung: Konsum einstellen und ärztliche Hilfe aufsuchen.
- Abhängigkeit und Entzug: Ein anerkanntes Entzugssyndrom — einschließlich Reizbarkeit, Muskelschmerzen, Schlaflosigkeit und Übelkeit — tritt bei täglichem intensivem Gebrauch auf (Singh et al., 2014). Das gilt für alle Kratom-Darreichungsformen, aber konzentrierte Produkte beschleunigen den Prozess.
Für eine vollständige Aufschlüsselung von Wechselwirkungen siehe den separaten Wiki-Artikel zu Kratom-Wechselwirkungen.
Hinweise zur Lagerung aller Kratom-Darreichungsformen
Der Alkaloidabbau in Kratom-Produkten wurde unter kontrollierten Bedingungen nicht systematisch untersucht, aber allgemeine Grundsätze gelten: Alle Darreichungsformen in luftdichten Behältern aufbewahren, fern von direktem Sonnenlicht, Wärme und Feuchtigkeit. Pulver und Kapseln halten sich bei Raumtemperatur über Monate. Harz ist stabiler als flüssige Tinkturen. Aufgebrühter Tee gehört in den Kühlschrank und sollte innerhalb weniger Tage verbraucht werden — es gibt kein Konservierungsmittel, und Bakterienwachstum in warmem, gesüßtem Kratom-Tee ist ein reales Problem.

Weitere Informationen zu Haltbarkeit und Lagerungsmethoden findest du im Wiki-Artikel zu Kratom-Lagerung und Haltbarkeit.
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Wer mit losem Pulver arbeiten möchte, findet bei Azarius verschiedene Kratom-Pulversorten im Sortiment. Für den Kapselkomfort stehen vorbefüllte Kratom-Kapseln in mehreren Sorten zur Verfügung. Wer sich mit konzentrierten Darreichungsformen befassen will, findet Kratom-Extrakt und Kratom-Harz im Katalog. Eine Präzisions-Digitalwaage gehört zu jeder Pulverbestellung dazu.
Zuletzt aktualisiert: April 2026
Häufig gestellte Fragen
8 FragenWie viele Kratom-Kapseln entsprechen einem Gramm Pulver?
Ist Kratom-Tee schwächer als rohes Pulver?
Kann man Kratom-Extrakt mit normalem Blattpulver mischen?
Warum schmeckt Kratom-Pulver so bitter?
Wie passt man die Dosis beim Wechsel der Darreichungsform an?
Wie lange bleibt Kratom-Pulver frisch, bevor es an Wirkung verliert?
Sollte man Kratom lieber auf nüchternen Magen oder zum Essen einnehmen?
Was versteht man unter der Toss-and-Wash-Methode bei Kratom-Pulver?
Über diesen Artikel
Adam Parsons ist ein erfahrener Cannabis-Autor, Redakteur und Schriftsteller mit langjähriger Mitarbeit an Fachpublikationen in diesem Bereich. Seine Arbeit umfasst CBD, Psychedelika, Ethnobotanika und verwandte Themen.
Dieser Wiki-Artikel wurde mit KI-Unterstützung verfasst und von Adam Parsons geprüft, External contributor. Redaktionelle Aufsicht durch Joshua Askew.
Medizinischer Hinweis. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information und stellen keine medizinische Beratung dar. Konsultiere vor der Verwendung einer Substanz eine qualifizierte Fachperson im Gesundheitswesen.
Zuletzt geprüft am 24. April 2026
References
- [1]Grundmann, O. (2017). Patterns of kratom use and health impact in the US — results from an online survey. Drug and Alcohol Dependence , 176, 63–70. DOI: 10.1016/j.drugalcdep.2017.03.007
- [2]Kruegel, A. C., & Grundmann, O. (2016). Synthetic and receptor signaling explorations of the Mitragyna alkaloids: mitragynine as an atypical molecular framework for opioid receptor modulators. Journal of the American Chemical Society , 138(21), 6754–6764. DOI: 10.1021/jacs.6b00360
- [3]Trakulsrichai, S., et al. (2015). Pharmacokinetics of mitragynine in man. Drug Design, Development and Therapy , 9, 2421–2429.
- [4]Veltri, C., & Grundmann, O. (2019). Current perspectives on the impact of kratom use. Substance Abuse and Rehabilitation , 10, 23–31. DOI: 10.2147/sar.s164261
- [5]Singh, D., Müller, C. P., & Vicknasingam, B. K. (2014). Kratom (Mitragyna speciosa) dependence, withdrawal symptoms and craving in regular users. Drug and Alcohol Dependence , 139, 132–137. DOI: 10.1016/j.drugalcdep.2014.03.017
- [6]Kapp, F. G., et al. (2020). Intrahepatic cholestasis following abuse of powdered kratom (Mitragyna speciosa). Journal of Medical Toxicology , 7(3), 227–231.
- [7]Beckley Foundation (2021). Policy briefing: Kratom — evidence, regulation, and harm reduction. The Beckley Foundation.
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