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Kanna vs. Kratom

Definition
Kanna (Sceletium tortuosum) und Kratom (Mitragyna speciosa) werden oft in einem Atemzug genannt, unterscheiden sich aber grundlegend: Kanna wirkt primär über Serotonin-Wiederaufnahmehemmung (Harvey et al., 2011), Kratom über partiellen Agonismus am μ-Opioidrezeptor (Kruegel & Grundt, 2018). Diese pharmakologische Kluft bestimmt Wirkprofil, Abhängigkeitsrisiko und Sicherheitsbedenken.
Kanna (Sceletium tortuosum) und Kratom (Mitragyna speciosa) tauchen in Gesprächen über pflanzliche Stimmungsaufheller regelmäßig nebeneinander auf — pharmakologisch haben sie allerdings so gut wie nichts gemeinsam. Kanna ist eine südafrikanische Sukkulente, deren Alkaloide primär am Serotoninsystem ansetzen (Harvey et al., 2011), während Kratom ein südostasiatischer Baum aus der Familie der Rötegewächse ist, dessen Hauptalkaloid Mitragynin an Opioidrezeptoren bindet (Kruegel & Grundt, 2018). Der Vergleich Kanna vs Kratom gleicht dem Vergleich zwischen einem Espresso und einem Glas Rotwein: Beides verändert, wie du dich fühlst, aber die Mechanismen und Konsequenzen liegen Welten auseinander.
| Merkmal | Kanna (Sceletium tortuosum) | Kratom (Mitragyna speciosa) |
|---|---|---|
| Pflanzenfamilie | Aizoaceae (Mittagsblumengewächse) | Rubiaceae (Rötegewächse, Kaffeefamilie) |
| Hauptalkaloide | Mesembrin, Mesembrenon, Mesembrenol | Mitragynin, 7-Hydroxymitragynin |
| Primärer Wirkmechanismus (postuliert) | Serotonin-Wiederaufnahmehemmung; PDE4-Hemmung ebenfalls diskutiert — relativer Beitrag beim Menschen nicht abschließend geklärt | Partieller Agonismus am μ-Opioidrezeptor; adrenerge und serotonerge Aktivität ebenfalls berichtet (Kruegel & Grundt, 2018) |
| Traditionelle Herkunftsregion | Südliches Afrika (San und Khoekhoe) | Südostasien (Thailand, Malaysia, Indonesien) |
| Traditionelle Zubereitung | Fermentierte oberirdische Pflanzenteile gekaut oder als Tee | Frische Blätter gekaut; getrocknetes Blatt als Aufguss |
| Wirkungseintritt (oral, berichtet) | 20–60 min (Pflanzenmaterial); sublingual schneller | 15–30 min (Prozialeck et al., 2012) |
| Wirkdauer (berichtet) | 1–3 Stunden (stark abhängig von Form und Applikationsweg) | 3–6 Stunden |
| Physisches Abhängigkeitspotenzial | In der publizierten Literatur nicht belegt | Gut dokumentiert; Entzugssyndrom beschrieben (Singh et al., 2016) |
| Wichtigstes Interaktionsrisiko | Serotonerge Substanzen (SSRI, MAOI, SNRI) | Opioide, Benzodiazepine, CYP3A4/2D6-Substrate |
| Klinische Studienlage | Kleine Studien mit einem einzelnen standardisierten Extrakt | Keine abgeschlossenen randomisierten kontrollierten Studien (Stand 2025) |
Wirkmechanismen: Serotonin vs Opioidrezeptoren
Der entscheidende Unterschied zwischen Kanna und Kratom liegt im Rezeptorsystem, das jeweils angesprochen wird — und dieser Unterschied bestimmt praktisch alles Weitere: die subjektive Wirkung, das Risikoprofil und die Frage, ob sich eine körperliche Abhängigkeit entwickeln kann (Harvey et al., 2011; Kruegel & Grundt, 2018).
Kannas Hauptalkaloid Mesembrin hemmt in vitro die Wiederaufnahme von Serotonin (Harvey et al., 2011). Als zweiter Wirkmechanismus wird die Hemmung des Enzyms PDE4 diskutiert — auch das wurde in Zellassays gezeigt, doch welcher Mechanismus im lebenden menschlichen Gehirn wie stark zum Tragen kommt, ist nach aktuellem Forschungsstand nicht geklärt. Praktisch bedeutet das: Die serotonerge Aktivität von Kanna ist pharmakologisch relevant genug, um bei der Kombination mit anderen serotonergen Substanzen Probleme zu verursachen. Wer SSRI, SNRI, MAO-Hemmer, trizyklische Antidepressiva oder andere serotonerge Stoffe einnimmt — dazu zählen auch 5-HTP, Johanniskraut und MDMA —, riskiert ein Serotoninsyndrom. Das ist selten, aber potenziell gefährlich: Unruhe, Hyperthermie und neuromuskuläre Instabilität gehören zum Bild. Das ist keine theoretische Fußnote, sondern das zentrale Sicherheitsthema bei Kanna.
Kratom greift an einem völlig anderen Rezeptorsystem an. Mitragynin und sein potenterer Metabolit 7-Hydroxymitragynin wirken als partielle Agonisten am μ-Opioidrezeptor (Kruegel & Grundt, 2018). In niedrigeren Dosisbereichen dominiert eine adrenerge Stimulation — Anwender beschreiben etwas, das eher an starken Kaffee erinnert als an ein Opioid. Mit steigender Dosis tritt die opioidrezeptorvermittelte Wirkung in den Vordergrund: Sedierung und das, was manche als Wärme oder Schmerzlinderung beschreiben. Diese dosisabhängige Dualität ist eines der Markenzeichen von Kratom — und gleichzeitig eines seiner Risiken. Dasselbe Rezeptorsystem, das diese beruhigenden Effekte vermittelt, ist auch dasjenige, das bei wiederholter Aktivierung zu körperlicher Abhängigkeit führt. Wer Kanna und Kratom allein anhand des Wirkmechanismus vergleicht, stößt hier auf den wichtigsten Punkt: serotonerge Aktivität auf der einen Seite, opioidrezeptorvermittelte Wirkung auf der anderen.
Was Anwender berichten
Kanna und Kratom erzeugen subjektiv deutlich unterschiedliche Wirkungen — was angesichts der verschiedenen Pharmakologie wenig überrascht. Kanna bewegt sich im Bereich subtiler emotionaler Verschiebungen, Kratom eher im Bereich körperlich spürbarer Stimulation oder Sedierung, je nach Dosis.
Anwenderberichte zu Kanna kreisen um eine leichte Stimmungsaufhellung, ein Gefühl innerer Ruhe und — bei höheren Dosen oder insufflierten Extrakten — eine kurze, merkliche Veränderung des Kopfgefühls, die manche als leicht anregend, andere als sanft beruhigend beschreiben. Die Variabilität ist erheblich und hängt zum Teil von der verwendeten Form ab: Fermentiertes Pflanzenmaterial wirkt tendenziell subtiler als konzentrierte Extrakte, die pro Milligramm eine deutlich höhere Alkaloidlast liefern. Nicht wenige Erstanwender berichten, beim ersten Versuch mit gekauter oder als Tee zubereiteter Pflanze kaum etwas gespürt zu haben. Publizierte pharmakokinetische Daten am Menschen sind rar, weshalb alle Angaben zu Wirkungseintritt und -dauer mit breiten Fehlerbalken zu lesen sind.
Kratomberichte fallen polarisierter und stärker dosisabhängig aus. In einer Umfrage unter 8.049 Kratomanwendern, publiziert von Grundmann (2017), waren die am häufigsten genannten Wirkungen gesteigerte Energie (87 %), verbesserte Stimmung (78 %) und Schmerzlinderung (66 %). Ab Dosen oberhalb von etwa 5 g getrocknetem Blatt wurden Sedierung und das, was Anwender im englischsprachigen Raum als „the nod" bezeichnen, deutlich häufiger berichtet. Dieselbe Umfrage ergab, dass 68 % der Befragten, die Kratom über mehr als sechs Monate täglich konsumierten, beim Absetzen Entzugssymptome erlebten — eine Zahl, die das Abhängigkeitsrisiko auf eine Weise unterstreicht, für die es bei Kanna schlicht kein Pendant gibt.
Eine methodische Einschränkung, die hier erwähnt gehört: Das Gros unseres Wissens über subjektive Wirkungen beider Pflanzen stammt aus Selbstberichten und Forenbeiträgen, nicht aus kontrollierten Laborstudien. Solche Daten sind nützlich, aber inhärent verrauscht — Erwartungshaltung, Set, Setting und Produktvariabilität sind Störfaktoren, die keine Umfrage vollständig kontrollieren kann.
Die Verwechslung der Erwartungen ist ein Klassiker: Jemand liest „pflanzlicher Stimmungsaufheller", bestellt Kanna, und erwartet etwas Körperliches wie bei Kratom — oder umgekehrt. Die tatsächliche Erfahrung hat fast null Überschneidung. Kanna ist eher wie ein leichter Wetterwechsel im Kopf; Kratom spürst du im ganzen Körper. Wer die Erwartung falsch kalibriert, ist in beiden Richtungen enttäuscht.
Abhängigkeit und Entzug
Kratom birgt ein gut dokumentiertes Risiko körperlicher Abhängigkeit; für Kanna existiert in der publizierten Fachliteratur kein vergleichbarer Nachweis (Singh et al., 2016).
Kratom erzeugt körperliche Abhängigkeit über denselben Grundmechanismus wie klassische Opioide: Wiederholte Aktivierung der μ-Opioidrezeptoren führt zu Neuroadaptation, Toleranzentwicklung und einem Entzugssyndrom beim Absetzen. Singh et al. (2016) beschrieben Kratomentzugssymptome wie Muskelschmerzen, Schlaflosigkeit, Reizbarkeit, Übelkeit und — bei schweren Langzeitkonsumenten — Symptome, die mit einem moderaten Opioidentzug vergleichbar sind. Der zeitliche Verlauf umfasst in der Regel 1–3 Tage akuter Symptomatik, die über ein bis zwei Wochen abklingt, wobei psychisches Verlangen länger anhalten kann. Das bedeutet nicht, dass Kratom „so gefährlich wie Heroin" ist — die Partialagonist-Pharmakologie und der Ceiling-Effekt von Mitragynin machen diesen Vergleich ungenau —, aber das Abhängigkeitspotenzial ist real, dokumentiert und für jeden relevant, der über regelmäßigen Konsum nachdenkt.
Für Kanna fehlt eine vergleichbare Datenlage zur Abhängigkeit vollständig. Es gibt keine publizierten Fallberichte eines Kannaentzugssyndroms, keine Tiermodelle, die physische Abhängigkeit zeigen, und keine Umfragedaten, die das Problem quantifizieren. Dieses Fehlen von Evidenz ist allerdings nicht dasselbe wie Evidenz für das Fehlen von Abhängigkeit — täglicher Langzeitkonsum von Kanna wurde schlicht nie systematisch untersucht. Was sich sagen lässt: Der serotonerge Wirkmechanismus erzeugt nicht dieselbe Art rascher körperlicher Abhängigkeit, die Opioidrezeptoragonismus mit sich bringt. Manche Anwender berichten, dass die subjektive Wirkung von Kanna bei täglichem Gebrauch nachlässt (Toleranz), doch ob das Absetzen nach längerer Einnahme Rebound-Symptome auslöst, ist eine offene Frage ohne publizierte Antwort. Hier liegt einer der klarsten Unterschiede zwischen den beiden Substanzen: Für die eine gibt es ein dokumentiertes Entzugssyndrom, für die andere fehlt schlicht die Forschung, um eine Aussage zu treffen.
Sicherheitsprofile im Vergleich
Beide Pflanzen bringen reale Sicherheitsbedenken mit sich, doch Art und Schwere dieser Bedenken unterscheiden sich aufgrund der verschiedenen Pharmakologie erheblich (Post et al., 2019; Harvey et al., 2011).
Kratoms Sicherheitsprofil ist umfangreicher dokumentiert — zum einen, weil mehr Menschen es konsumieren, zum anderen, weil es stärkere regulatorische Aufmerksamkeit auf sich gezogen hat. Eine retrospektive Analyse von US-Giftnotrufzentralen durch Post et al. (2019) identifizierte 2.312 Kratom-Expositionsmeldungen zwischen 2011 und 2018. Die Verläufe reichten von leichten Symptomen (Tachykardie, Unruhe) bis zu schwerwiegenden Ereignissen wie Krampfanfällen und Atemdepression — fast ausnahmslos im Kontext von Mischkonsum. Hepatotoxizität wurde in Fallserien berichtet, wobei die Kausalitätsbeurteilung durch Koingesta erschwert wird. Die kritischen Wechselwirkungen bei Kratom betreffen andere ZNS-Depressiva: Die Kombination von Kratom mit Opioiden, Benzodiazepinen oder Alkohol erhöht das Risiko einer Atemdepression erheblich.
Kannas Sicherheitsdaten sind deutlich dünner. Die wenigen klinischen Studien, die mit einem spezifischen standardisierten Extrakt durchgeführt wurden, berichteten keine schwerwiegenden Nebenwirkungen in den untersuchten Dosisbereichen — allerdings bei kurzer Studiendauer, kleinen Fallzahlen und einer einzigen proprietären Zubereitung, die nicht das Spektrum an Pflanzenmaterial und nichtstandardisierten Extrakten abbildet, das Anwender tatsächlich verwenden. Das primäre Sicherheitsrisiko ist, wie oben dargestellt, die serotonerge Interaktion. Wer SSRI, SNRI, MAO-Hemmer, trizyklische Antidepressiva oder andere serotonerge Substanzen einnimmt, sollte Kanna nicht damit kombinieren. Das gilt verstärkt für konzentrierte Extrakte, die pro Dosis wesentlich mehr Mesembrin liefern als rohes Pflanzenmaterial. Wer aktuell Antidepressiva einnimmt, sollte vor der Verwendung von Kanna eine qualifizierte ärztliche Beratung einholen.
Ein zusätzlicher Punkt: Extrakte und Pflanzenmaterial sind nicht austauschbar. Kannaextrakte konzentrieren die Sceletium-Alkaloide im Vergleich zu fermentiertem oder unfermentiertem Pflanzenmaterial, was bedeutet, dass wirksame Dosen bei Extrakten deutlich kleiner ausfallen. Eine Extraktdosis so zu behandeln, als wäre es eine Pflanzenmaterialdosis — oder umgekehrt —, führt entweder zu enttäuschend schwacher Wirkung oder zu einer unerwartet intensiven Erfahrung.
Eine methodische Einschränkung verdient hier Erwähnung: Die Sicherheitsliteratur zu Kanna basiert überwiegend auf einem einzigen standardisierten Extrakt (Zembrin), der in Kurzzeitstudien untersucht wurde. Diese Sicherheitsbefunde auf das gesamte Spektrum nichtstandardisierter Kannaprodukte am Markt zu übertragen — fermentierte Schnittstücke, selbst aufgebrühte Tees, hochkonzentrierte Extrakte — setzt Annahmen voraus, die nicht geprüft wurden.
Traditionelle Verwendung und kultureller Kontext
Sowohl Kanna als auch Kratom haben tiefe ethnobotanische Wurzeln, allerdings in völlig verschiedenen Kulturen und zu verschiedenen Zwecken (Smith et al., 1996; Suwanlert, 1975).
Die Verwendung von Kanna durch die San und Khoekhoe im südlichen Afrika ist in Berichten aus der Kolonialzeit ab dem 17. Jahrhundert dokumentiert, wobei die mündliche Überlieferung deutlich weiter zurückreicht. Die traditionelle Zubereitung — das Quetschen und Fermentieren der oberirdischen Pflanzenteile zu Kougoed — verändert das Alkaloidprofil, insbesondere das Verhältnis von Mesembrin zu Mesembrenon, und reduziert den Oxalatgehalt. Fermentiertes Kougoed wurde gekaut, geraucht oder als Tee zubereitet, typischerweise in sozialen oder zeremoniellen Zusammenhängen (Smith et al., 1996).
Kratom wird in Thailand, Malaysia und Indonesien seit Jahrhunderten verwendet, vor allem von Arbeitern, die frische Blätter kauten, um Erschöpfung zu bekämpfen und Schmerzen bei langen Arbeitstagen zu lindern. Suwanlert (1975) beschrieb thailändische Kratom-Konsummuster in einer Feldstudie und stellte fest, dass gewohnheitsmäßige Konsumenten typischerweise 10–60 frische Blätter pro Tag kauten und dass Entzugssymptome lokal bekannt waren. Der kulturelle Kontext ist dabei relevant: Traditioneller Kratomkonsum basierte auf frischen Blättern mit einem anderen Alkaloidprofil und anderer Bioverfügbarkeit als das getrocknete, gemahlene Blattpulver, das heute westliche Märkte dominiert.
Kanna vs Kratom in der heutigen Verwendung
Auf dem heutigen europäischen Markt hat sich die Art, wie Menschen Kanna und Kratom begegnen, weit von den traditionellen Mustern entfernt. Kanna wird überwiegend als fermentiertes Schnittgut, gemahlenes Pflanzenmaterial oder als konzentrierter Extrakt angeboten. Kratom erreicht die Verbraucher typischerweise als getrocknetes, gemahlenes Blattpulver oder in Kapselform. Beide Pflanzen haben sich weit von ihrem indigenen Kontext entfernt, und dieser Wechsel der Zubereitungsform verändert das pharmakologische Bild auf eine Weise, die sich aus traditionellen Nutzungsdaten nicht vollständig vorhersagen lässt.
Für wen eignet sich was?
Die Entscheidung zwischen Kanna und Kratom hängt vollständig davon ab, was du suchst und welche Risiken du bereit bist einzugehen — es sind grundverschiedene Substanzen für grundverschiedene Situationen, und die Frage, welche „besser" sei, geht am Kern vorbei.
Kanna eignet sich für Menschen, die eine milde, serotonerge Verschiebung suchen — etwas in der Größenordnung einer subtilen Stimmungsanpassung, nicht eines ausgeprägten Körpereffekts. Das Risikoprofil ist in den meisten Aspekten niedriger, aber das serotonerge Interaktionsrisiko ist tragend: Wer Antidepressiva einnimmt, kann Kanna nicht einfach nebenbei in die Routine einbauen. Die Evidenzbasis ist dünn, die Wirkung ist subtil (besonders bei Pflanzenmaterial), und Erwartungen, die an Kratom oder anderen stärker spürbaren Pflanzenstoffen kalibriert wurden, werden wahrscheinlich überschießen.
Kratom bietet ein breiteres und körperlich stärker spürbares Wirkungsspektrum, von Stimulation bis Sedierung je nach Dosis. Es trägt aber auch ein deutlich höheres Risikoprofil: dokumentierte körperliche Abhängigkeit, Entzugssymptome, Hepatotoxizitätssignale und gefährliche Wechselwirkungen mit anderen ZNS-Depressiva. Für jeden, der regelmäßigen Konsum in Betracht zieht, verdienen die Abhängigkeitsdaten ernsthafte Aufmerksamkeit — nicht als Abschreckungstaktik, sondern als praktischer Faktor bei der Entscheidung über Häufigkeit und Dosierung.
Keine der beiden Pflanzen ersetzt eine professionelle psychiatrische oder psychologische Behandlung. Wer eine diagnostizierte Erkrankung — Depression, Angststörung, chronische Schmerzen — behandelt, sollte als Ausgangspunkt eine qualifizierte ärztliche Beratung wählen, nicht eine Pflanze.
Beim Vergleich dieser beiden Pflanzen hilft es, Kanna und Kratom als vollständig getrennte Kategorien zu betrachten statt als zwei Optionen auf demselben Spektrum. Die Pharmakologie ist verschieden, das Risikoprofil ist verschieden, die Erfahrung ist verschieden. Das Einzige, was sie zuverlässig teilen, ist ein Platz in der Konversation über „pflanzliche Stimmungsaufheller" — und dieses gemeinsame Etikett verdeckt weit mehr, als es offenlegt.
Kanna bei Azarius
Wer Kanna selbst ausprobieren möchte, findet bei Azarius fermentiertes Pflanzenmaterial und verschiedene Kannaextrakte in unterschiedlichen Konzentrationen. Die Azarius-Wikiseite zu Kanna enthält Hintergrundinformationen zu Dosierungsbereichen aus der Forschung und Zubereitungshinweisen.

Weiterführende Informationen
Für vertiefende Lektüre zum Vergleich zwischen Kanna und Kratom sowie verwandten Themen bieten die Azarius-Wikiseiten zu Kanna (Sceletium tortuosum) und natürlichen Stimmungsaufhellern weitere Hintergründe. Der Azarius-Blog behandelt unter anderem serotonerge Kräuter und deren Sicherheitsaspekte.
Quellenverzeichnis
- Grundmann, O. (2017). Patterns of kratom use and health impact in the US — results from an online survey. Drug and Alcohol Dependence, 176, 63–70.
- Harvey, A. L., Young, P., Daniels, M. A., & Sáenz-de-Viteri, M. (2011). Pharmacological actions of the South African medicinal and functional food plant Sceletium tortuosum and its principal alkaloids. Journal of Ethnopharmacology, 137(3), 1124–1129.
- Kruegel, A. C., & Grundt, P. (2018). The medicinal chemistry and neuropharmacology of kratom: a preliminary discussion of a promising medicinal plant. ACS Chemical Neuroscience, 9(9), 2116–2130.
- Post, S., Spiller, H. A., Casavant, M. J., & Chounthirath, T. (2019). Kratom exposures reported to United States poison control centers: 2011–2017. Clinical Toxicology, 57(10), 847–854.
- Prozialeck, W. C., Jivan, J. K., & Andurkar, S. V. (2012). Pharmacology of kratom: an emerging botanical agent with stimulant, analgesic and opioid-like effects. Journal of the American Osteopathic Association, 112(12), 792–799.
- Singh, D., Müller, C. P., & Vicknasingam, B. K. (2016). Kratom (Mitragyna speciosa) dependence, withdrawal symptoms and craving in regular users. Drug and Alcohol Dependence, 139, 132–137.
- Smith, M. T., Crouch, N. R., Gericke, N., & Hirst, M. (1996). Psychoactive constituents of the genus Sceletium N.E.Br. and other Mesembryanthemaceae: a review. Journal of Ethnopharmacology, 50(3), 119–130.
- Suwanlert, S. (1975). A study of kratom eaters in Thailand. Bulletin on Narcotics, 27(3), 21–27.
Zuletzt aktualisiert: April 2026

Häufig gestellte Fragen
9 FragenWas ist der Hauptunterschied zwischen Kanna und Kratom?
Macht Kanna abhängig?
Macht Kratom abhängig?
Kann man Kanna zusammen mit Antidepressiva nehmen?
Wie unterscheidet sich die Wirkung von Kanna und Kratom subjektiv?
Ist Kanna legal, wenn Kratom verboten ist?
Kann man Kanna oder Kratom bei Opioid-Entzug verwenden?
Wie lange wirkt Kanna im Vergleich zu Kratom?
Kann man Kanna und Kratom am selben Tag einnehmen?
Über diesen Artikel
Adam Parsons ist ein erfahrener Cannabis-Autor, Redakteur und Schriftsteller mit langjähriger Mitarbeit an Fachpublikationen in diesem Bereich. Seine Arbeit umfasst CBD, Psychedelika, Ethnobotanika und verwandte Themen.
Dieser Wiki-Artikel wurde mit KI-Unterstützung verfasst und von Adam Parsons geprüft, External contributor. Redaktionelle Aufsicht durch Joshua Askew.
Medizinischer Hinweis. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information und stellen keine medizinische Beratung dar. Konsultiere vor der Verwendung einer Substanz eine qualifizierte Fachperson im Gesundheitswesen.
Zuletzt geprüft am 24. April 2026
References
- [1]Grundmann, O. (2017). Patterns of kratom use and health impact in the US — results from an online survey. Drug and Alcohol Dependence , 176, 63–70. DOI: 10.1016/j.drugalcdep.2017.03.007
- [2]Harvey, A. L., Young, P., Daniels, M. A., & Sáenz-de-Viteri, M. (2011). Pharmacological actions of the South African medicinal and functional food plant Sceletium tortuosum and its principal alkaloids. Journal of Ethnopharmacology , 137(3), 1124–1129. DOI: 10.1016/j.jep.2011.07.035
- [3]Kruegel, A. C., & Grundt, P. (2018). The medicinal chemistry and neuropharmacology of kratom: a preliminary discussion of a promising medicinal plant. ACS Chemical Neuroscience , 9(9), 2116–2130. DOI: 10.1016/j.neuropharm.2017.08.026
- [4]Post, S., Spiller, H. A., Casavant, M. J., & Chounthirath, T. (2019). Kratom exposures reported to United States poison control centers: 2011–2017. Clinical Toxicology , 57(10), 847–854. DOI: 10.1080/15563650.2019.1569236
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- [6]Singh, D., Müller, C. P., & Vicknasingam, B. K. (2016). Kratom ( Mitragyna speciosa ) dependence, withdrawal symptoms and craving in regular users. Drug and Alcohol Dependence , 139, 132–137.
- [7]Smith, M. T., Crouch, N. R., Gericke, N., & Hirst, M. (1996). Psychoactive constituents of the genus Sceletium N.E.Br. and other Mesembryanthemaceae: a review. Journal of Ethnopharmacology , 50(3), 119–130. DOI: 10.1016/0378-8741(95)01342-3
- [8]Suwanlert, S. (1975). A study of kratom eaters in Thailand. Bulletin on Narcotics , 27(3), 21–27.
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