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Azarius

Was ist Kanna?

AZARIUS · Key Facts
Azarius · Was ist Kanna?

Definition

Kanna (Sceletium tortuosum) ist eine südafrikanische Sukkulente, deren Alkaloid Mesembrin auf Serotonintransporter und PDE4-Enzyme im Gehirn wirkt (Harvey et al., 2011). Die Khoisan-Völker nutzen fermentiertes Kanna seit Jahrhunderten als stimmungsverändernde Zubereitung. Wegen seiner serotonergen Aktivität besteht ein ernstes Wechselwirkungsrisiko mit Antidepressiva.

Kanna (Sceletium tortuosum) ist eine Sukkulente aus dem südlichen Afrika, deren Alkaloide — allen voran Mesembrin — auf Serotonintransporter und Phosphodiesterase-4-Enzyme (PDE4) im Gehirn wirken. Die Khoisan-Völker Südafrikas kauen seit Jahrhunderten fermentiertes Pflanzenmaterial, das sie kougoed nennen, oder verarbeiten es zu Tees und Schnupfpulvern. Heute begegnet dir Kanna als getrocknetes Kraut, fermentierte Zubereitung oder konzentriertes Extrakt — wobei sich diese Formen in ihrer Wirkstärke erheblich unterscheiden. Weil Kanna serotonerge Aktivität besitzt, besteht ein reales Wechselwirkungsrisiko mit Antidepressiva und anderen serotonergen Substanzen. Dieser Punkt zieht sich bewusst durch den gesamten Artikel.

Eckdaten

  • Botanischer Name: Sceletium tortuosum, Familie Aizoaceae (Eiskrautgewächse). Weitere Bezeichnungen: Channa, Kougoed, sowie der San-Name ntai-xop.
  • Hauptalkaloide: Mesembrin, Mesembrenon, Mesembrenol und Tortuosamin. Mesembrin gilt als pharmakologisch aktivste Verbindung (Smith et al., 1996).
  • Vorgeschlagene Wirkmechanismen: Serotonin-Wiederaufnahmehemmung (SRI) und PDE4-Hemmung — welcher Mechanismus beim lebenden Menschen stärker ins Gewicht fällt, ist nach wie vor ungeklärt (Harvey et al., 2011).
  • Ethnobotanische Quellenlage: Niederländische Kolonialberichte aus dem späten 17. Jahrhundert beschreiben, wie Khoisan-Völker fermentiertes Sceletium-Material aus Wurzeln und Blättern kauten (Smith et al., 1996).
  • Klinische Forschung: Es existiert eine kleine Zahl klinischer Studien, die ausnahmslos einen bestimmten standardisierten Extrakt verwendeten — kein allgemeines Pflanzenmaterial. Die Ergebnisse zeigten Effekte auf die Amygdala-Reaktivität und selbstberichtete Angst bei gesunden Probanden (Terburg et al., 2013).
  • Darreichungsformen: Getrocknetes Pflanzenmaterial (fermentiert oder unfermentiert), Pulverextrakte in verschiedenen Konzentrationen (häufig 10:1 bis 100:1), Kapseln und Tinkturen.
  • Kritischer Sicherheitshinweis: Kanna darf nicht mit SSRIs, SNRIs, MAO-Hemmern, trizyklischen Antidepressiva oder anderen serotonergen Substanzen kombiniert werden — Risiko eines Serotoninsyndroms.

Kommerzielle Offenlegung

Azarius verkauft Kannaprodukte und hat ein wirtschaftliches Interesse an diesem Thema. Unser redaktioneller Prozess beinhaltet eine unabhängige pharmakologische Prüfung, um kommerziellen Bias zu minimieren.

Kontraindikationen — Lies das zuerst

Kanna hat serotonerge Aktivität. Aus dieser einen Tatsache ergibt sich das gravierendste Sicherheitsproblem rund um diese Pflanze: Die Kombination mit anderen Substanzen, die den Serotoninspiegel erhöhen, kann ein Serotoninsyndrom auslösen — eine seltene, aber potenziell lebensbedrohliche Reaktion mit Symptomen wie Unruhe, Hyperthermie, Tachykardie, Muskelrigidität und in schweren Fällen Krampfanfällen.

Verwende Kanna nicht, wenn du eines der folgenden Medikamente einnimmst:

  • SSRIs (z. B. Fluoxetin, Sertralin, Citalopram, Paroxetin)
  • SNRIs (z. B. Venlafaxin, Duloxetin)
  • MAO-Hemmer (z. B. Phenelzin, Tranylcypromin, Moclobemid)
  • Trizyklische Antidepressiva (z. B. Amitriptylin, Nortriptylin)
  • 5-HTP oder Johanniskraut (Hypericum perforatum)
  • MDMA, klassische Psychedelika (Psilocybin, LSD, DMT) oder andere serotonerge Freizeitsubstanzen

Falls du kürzlich ein SSRI abgesetzt hast, bedenke: Pharmakologisch aktive Metaboliten können wochenlang im Körper verbleiben. Der aktive Metabolit von Fluoxetin — Norfluoxetin — hat eine Halbwertszeit von 4–16 Tagen (Hiemke & Härtter, 2000). Zwei Wochen Pause nach dem Absetzen reichen nicht zwangsläufig aus.

Kanna sollte auch während Schwangerschaft und Stillzeit gemieden werden (es existieren keinerlei Sicherheitsdaten) sowie von Personen mit einem Serotoninsyndrom in der Vorgeschichte. Wer aktuell wegen einer psychischen Erkrankung behandelt wird, sollte vor der Einnahme von Kanna mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt sprechen.

Das serotonerge Wechselwirkungsrisiko wiegt bei konzentrierten Extrakten schwerer als bei rohem Pflanzenmaterial, weil Extrakte pro Milligramm deutlich höhere Mesembrinkonzentrationen enthalten.

Geschichte und Herkunft

Die früheste europäische Schriftquelle zu Kanna stammt aus Berichten der Niederländischen Ostindien-Kompanie (VOC) von 1662. Darin wird beschrieben, wie die Khoisan Wurzeln und Blätter einer Pflanze kauten, die sie kougoed nannten — wörtlich „etwas zum Kauen" (Smith et al., 1996). Die botanische Zuordnung dieser Pflanze zu Sceletium tortuosum erfolgte erst deutlich später und wurde im 20. Jahrhundert bestätigt. Die traditionelle Zubereitungsmethode der Khoisan — das Quetschen der oberirdischen Pflanzenteile und anschließende Fermentieren in Tierhautbeuteln über mehrere Tage — ist pharmakologisch bedeutsam: Die Fermentation verändert das Alkaloidprofil. Sie reduziert den Oxalatgehalt und verschiebt das Verhältnis von Mesembrin zu Mesembrenon, sodass eine Zubereitung mit anderen Eigenschaften entsteht als die rohe, unfermentierte Pflanze.

Das westlich-wissenschaftliche Interesse nahm in den 1990er- und 2000er-Jahren Fahrt auf, maßgeblich angetrieben von südafrikanischen Forschern, die die Hauptalkaloide identifizierten und charakterisierten (Gericke und Viljoen, 2008). Die Entwicklung eines spezifischen standardisierten Extrakts führte in den 2010er-Jahren zu den ersten kleinen klinischen Studien, die der Pflanze breitere Aufmerksamkeit verschafften.

Aus unserem Laden:

Fermentiertes Kougoed-Material riecht erdig und leicht säuerlich — ganz anders als das neutrale, fein gemahlene Pulver konzentrierter Extrakte. Wer beides nebeneinander legt, merkt sofort: Das sind praktisch zwei verschiedene Produkte, nicht einfach verschiedene Stärken derselben Sache.

Chemie und Wirkstoffe

Sceletium tortuosum enthält eine Gruppe von Mesembrin-Typ-Alkaloiden. Laut Gericke und Viljoen (2008) sind mindestens vier davon pharmakologisch relevant:

Alkaloid Vorgeschlagene Hauptwirkung Relative Häufigkeit Anmerkungen
Mesembrin Serotonin-Wiederaufnahmehemmung Hauptalkaloid (dominant in den meisten Extrakten) Ki-Wert am SERT in vitro bei ~1,4 nM berichtet (Harvey et al., 2011)
Mesembrenon Serotonin-Wiederaufnahmehemmung; PDE4-Hemmung Mittel Möglicherweise stärkerer Beitrag zum PDE4-Pfad; Verhältnis verschiebt sich durch Fermentation
Mesembrenol Schwache SRI-Aktivität Gering Weniger untersucht als Mesembrin
Tortuosamin Nicht gut charakterisiert Gering Begrenzte pharmakologische Daten verfügbar

Die In-vitro-Affinität von Mesembrin zum Serotonintransporter (SERT) ist gut belegt. Was tatsächlich ungeklärt bleibt: Wie viel von Kannas subjektiver Wirkung beim Menschen auf Serotonin-Wiederaufnahmehemmung zurückgeht und wie viel auf PDE4-Hemmung — oder ob es eine Kombination beider Mechanismen ist, die je nach Alkaloidverhältnis und damit je nach Zubereitungsmethode variiert (Harvey et al., 2011). PDE4-Hemmung ist der Wirkmechanismus einiger pharmazeutischer Entzündungshemmer und kognitiver Enhancer (z. B. Roflumilast), weshalb manche Forscher kognitive Effekte für Kanna postuliert haben. Für Gesamtpflanzenmaterial oder nicht standardisierte Extrakte bleibt das aber klar im Bereich des Unbewiesenen.

Die Alkaloidkonzentrationen im Rohmaterial schwanken erheblich — abhängig von Wachstumsbedingungen, Erntezeitpunkt und Fermentationsstatus. Extrakte standardisieren das bis zu einem gewissen Grad, doch das Verhältnis von Mesembrin zu Mesembrenon kann zwischen Herstellern und sogar zwischen Chargen desselben Herstellers variieren.

Wirkungsübersicht

Anwender berichten ein Spektrum an Wirkungen: am häufigsten eine milde Stimmungsaufhellung, verminderte soziale Ängstlichkeit und ein Gefühl wacher Gelassenheit. Manche beschreiben gesteigerte Geselligkeit und eine leichte Schärfung der Sinneswahrnehmung. Bei höheren Dosen berichten einige Anwender eher von Sedierung als von Stimulation — die Dosis-Wirkungs-Kurve scheint nicht linear zu verlaufen, und die Richtung der Wirkung hängt möglicherweise vom Alkaloidprofil der jeweiligen Zubereitung ab.

Klinische Studien mit einem spezifischen standardisierten Extrakt zeigten bei gesunden Probanden eine reduzierte Amygdala-Reaktivität auf bedrohungsbezogene Reize bei einer Einzeldosis von 25 mg (Terburg et al., 2013). Eine separate Studie mit demselben Extrakt beobachtete Verbesserungen bei selbstberichteter Angst und Maßen der kognitiven Flexibilität (Chiu et al., 2014). Diese Ergebnisse gelten für diese spezifische Zubereitung und Dosis — nicht für Kanna-Pflanzenmaterial im Allgemeinen und nicht für nicht standardisierte Extrakte.

Wirkungseintritt, Höhepunkt und Dauer unterscheiden sich je nach Verabreichungsweg und Form erheblich:

Verabreichungsweg Form Berichteter Wirkungseintritt Berichteter Höhepunkt Berichtete Wirkdauer
Oral (geschluckt) Pflanzenmaterial / Kapsel 30–90 Minuten 1–2 Stunden 3–5 Stunden
Sublingual Extraktpulver unter der Zunge 10–30 Minuten 30–60 Minuten 2–4 Stunden
Nasal (insuffliert) Fein gemahlenes Extrakt 2–10 Minuten 15–30 Minuten 1–2 Stunden
Vaporisiert Extrakt oder Pflanzenmaterial 1–5 Minuten 10–20 Minuten 30–90 Minuten

Diese Zeitangaben stammen aus Anwenderberichten und begrenzten Beobachtungsdaten — nicht aus kontrollierten pharmakokinetischen Studien, die in der publizierten Literatur weitgehend fehlen. Die individuelle Varianz ist groß.

Dosierungsübersicht

Die wichtigste Unterscheidung bei der Kannadosierung betrifft Pflanzenmaterial (getrocknetes Kraut, fermentiert oder unfermentiert) und konzentrierte Extrakte. Extrakte konzentrieren die Alkaloide — ein 10:1-Extrakt enthält pro Gramm ungefähr die zehnfache Alkaloidmenge im Vergleich zum Rohmaterial. Diese beiden Formen als austauschbar zu behandeln, ist ein konkreter Sicherheitsfehler.

Die folgenden Bereiche sind aus Anwenderberichten und der begrenzten publizierten Datenlage zusammengestellt. Es handelt sich nicht um Empfehlungen.

Getrocknetes Pflanzenmaterial (oral)

Stufe Dosisbereich Anmerkungen
Schwelle 50–100 mg Für die meisten Anwender kaum wahrnehmbarer Effekt
Leicht 100–200 mg Subtile Stimmungsveränderung berichtet
Üblich 200–500 mg Am häufigsten genannter Bereich in Anwenderberichten
Stark 500 mg – 1 g Sedierung in diesem Bereich wahrscheinlicher
Schwer Über 1 g Dosen oberhalb von 1 g sind in keiner publizierten klinischen Studie enthalten; erhöhtes Nebenwirkungsrisiko

Konzentriertes Extrakt (oral) — z. B. 10:1 bis 50:1

Stufe Dosisbereich Anmerkungen
Schwelle 5–10 mg Stark abhängig vom Extraktverhältnis
Leicht 10–25 mg Klinische Studien mit einem standardisierten Extrakt verwendeten 25 mg (Terburg et al., 2013)
Üblich 25–50 mg Am häufigsten berichteter Bereich für Extrakte
Stark 50–100 mg Serotonerges Wechselwirkungsrisiko steigt mit der Dosis
Schwer Über 100 mg Dosen oberhalb von 100 mg sind in keiner publizierten klinischen Studie enthalten

Sublinguale und nasale Verabreichung führen zu schnellerem Wirkungseintritt und erfordern möglicherweise niedrigere Dosen für vergleichbare subjektive Effekte. Dosen oberhalb des „üblichen" Bereichs für Extrakte wurden in keiner publizierten klinischen Studie untersucht, und Langzeitsicherheitsdaten für die tägliche Einnahme — gleich welcher Dosis — fehlen in der Literatur vollständig.

Zubereitungsmethoden

Traditionelles Kauen (Kougoed): Die Khoisan-Methode besteht darin, fermentiertes Pflanzenmaterial zu kauen und im Mund zu behalten, um eine sublinguale Aufnahme zu ermöglichen. Das Material wird typischerweise 15–30 Minuten lang gekaut und dann ausgespuckt oder geschluckt. Fermentiertes Kougoed hat ein anderes Alkaloidprofil als unfermentiertes Material — die Fermentation ist kein bloßer kultureller Brauch, sondern ein pharmakologisch relevanter Schritt.

Tee: Getrocknetes Pflanzenmaterial kann in heißem (nicht kochendem) Wasser 10–15 Minuten ziehen. Berichtete Dosen für Tee liegen zwischen 200 mg und 1 g Pflanzenmaterial. Kochendes Wasser könnte einige Alkaloide abbauen, wobei publizierte Daten zur Thermostabilität von Mesembrin begrenzt sind.

Sublingual (Extrakt): Eine abgemessene Dosis Extraktpulver wird unter die Zunge gelegt und 10–15 Minuten vor dem Schlucken dort gehalten. Das umgeht den First-Pass-Metabolismus in der Leber und führt zu schnellerem Wirkungseintritt als das Schlucken einer Kapsel.

Nasal (Insufflation, Extrakt): Manche Anwender ziehen fein gemahlenes Extraktpulver durch die Nase. Das ergibt den schnellsten Wirkungseintritt, belastet aber die Nasenschleimhaut am stärksten. Die benötigte Dosis liegt typischerweise unter der oralen Dosierung. Dieser Verabreichungsweg ist in keiner publizierten klinischen Studie vertreten.

Vaporisation: Sowohl Pflanzenmaterial als auch Extrakte lassen sich vaporisieren. Der Wirkungseintritt ist sehr schnell, die Wirkdauer aber kurz. Die Temperaturkontrolle ist entscheidend — zu heiß, und du verbrennst statt zu vaporisieren, was das chemische Profil des Inhalats verändert. Publizierte Daten zu optimalen Vaporisationstemperaturen für Mesembrin existieren nicht.

Sicherheit und Wechselwirkungen

Das drängendste Sicherheitsthema bei Kanna ist die serotonerge Aktivität und das daraus resultierende Wechselwirkungsrisiko mit anderen serotoninergen Substanzen. Das ist kein theoretisches Konstrukt — die In-vitro-Bindungsaffinität von Mesembrin am Serotonintransporter liegt im niedrigen nanomolaren Bereich (Harvey et al., 2011), was pharmakologisch bedeutsam ist.

Risiko eines Serotoninsyndroms

Ein Serotoninsyndrom entsteht, wenn der Serotoninspiegel im zentralen Nervensystem gefährlich ansteigt. Die Symptome reichen von mild (Zittern, Durchfall, Unruhe) bis schwer (Hyperthermie, Muskelrigidität, Krampfanfälle, Organversagen). Es handelt sich um einen medizinischen Notfall. Das Risiko entsteht durch die Kombination zweier oder mehrerer serotonerger Substanzen — und Kanna zählt aufgrund seiner SRI-Aktivität als eine davon.

Wer aktuell Antidepressiva einnimmt, darf Kanna nicht verwenden. Das gilt auch für Personen, die kürzlich ein SSRI abgesetzt haben, da aktive Metaboliten wochenlang im Körper verbleiben können. Sollten nach der Einnahme von Kanna — insbesondere in Kombination mit einer anderen Substanz — Symptome auftreten, die auf ein Serotoninsyndrom hindeuten, sofort den Notruf wählen und dem medizinischen Personal genau mitteilen, was eingenommen wurde.

Wechselwirkungstabelle

Substanzklasse Beispiele Risikostufe Mechanismus
SSRIs Fluoxetin, Sertralin, Citalopram Schwerwiegend Additive Serotonin-Wiederaufnahmehemmung — Risiko eines Serotoninsyndroms
SNRIs Venlafaxin, Duloxetin Schwerwiegend Additive serotonerge Aktivität
MAO-Hemmer Phenelzin, Tranylcypromin, Moclobemid Schwerwiegend Reduzierter Serotoninabbau + erhöhtes synaptisches Serotonin
Trizyklische Antidepressiva Amitriptylin, Nortriptylin Schwerwiegend Serotonerge und noradrenerge Überlappung
MDMA Schwerwiegend Massive Serotoninfreisetzung + Wiederaufnahmehemmung = hohes Risiko eines Serotoninsyndroms
5-HTP Hoch Erhöhte Serotoninvorstufe + Wiederaufnahmehemmung
Johanniskraut Hypericum perforatum Hoch Milde SRI-Aktivität + mögliche MAO-Hemmung — additive serotonerge Last
Klassische Psychedelika Psilocybin, LSD, DMT Mittel bis hoch 5-HT2A-Agonismus + SRI — unvorhersehbare serotonerge Interaktion
Alkohol Mittel Additive ZNS-Effekte; keine publizierten Interaktionsdaten spezifisch zu Kanna
Cannabis Niedrig bis mittel Anderer primärer Mechanismus; manche Anwender berichten verstärkte Sedierung

Nebenwirkungen

Bei den üblicherweise berichteten Dosen sind die von Anwendern beschriebenen Nebenwirkungen in der Regel mild: Kopfschmerzen, Übelkeit (besonders auf nüchternen Magen), gelegentlicher Schwindel und vorübergehende Appetitminderung. Manche Anwender berichten über Schlafstörungen, wenn Kanna spät am Tag eingenommen wird. Bei höheren Dosen tritt Übelkeit häufiger auf, und einige Anwender beschreiben ein unangenehmes Gefühl gleichzeitiger Aufgedrehtheit und Müdigkeit.

Langzeitsicherheitsdaten für die chronische tägliche Kannaeinnahme existieren in der publizierten Literatur nicht. Dass in den bisherigen kleinen klinischen Studien keine schwerwiegenden unerwünschten Ereignisse berichtet wurden — etwa bei Nell et al. (2013) oder Bennett und Smith (2018) —, ist nicht dasselbe wie ein Beleg für Langzeitsicherheit. Die Stichproben waren klein, die Studiendauern kurz, und die verwendete Zubereitung war ein spezifischer standardisierter Extrakt, der nicht unbedingt das widerspiegelt, was die meisten Menschen tatsächlich konsumieren.

Produktqualität

Kannaprodukte unterscheiden sich enorm in ihrem Alkaloidgehalt. Ein „50:1-Extrakt" eines Anbieters ist nicht zwangsläufig gleichwertig mit einem „50:1-Extrakt" eines anderen — Extraktverhältnisse beschreiben die Gewichtsreduktion vom Rohmaterial, nicht die finale Mesembrinkonzentration. Ohne unabhängige Alkaloidanalyse durch Dritte ist die tatsächliche Potenz eines gegebenen Produkts ungewiss. Das hat direkte Sicherheitsrelevanz, weil Dosierfehler bei konzentrierten Extrakten schwerwiegendere Folgen haben als bei Pflanzenmaterial.

Notfallinformationen

Wenn du oder jemand in deiner Nähe Anzeichen eines Serotoninsyndroms zeigt — Unruhe, schneller Herzschlag, hohe Körpertemperatur, Muskelzuckungen oder -steifheit, erweiterte Pupillen, starkes Schwitzen — ruf sofort den Notdienst.

  • EU-Notrufnummer: 112
  • Deutschland — Giftnotruf (Beispiele): Berlin +49 30 19240, München +49 89 19240, Bonn +49 228 19240
  • Niederlande — Nationaal Vergiftigingen Informatie Centrum: +31 30 274 8888

Teile dem medizinischen Personal genau mit, was eingenommen wurde, wie viel, wann und ob weitere Substanzen (einschließlich verschreibungspflichtiger Medikamente) im Spiel waren. Verschweige nichts — die Behandelnden brauchen diese Informationen für eine wirksame Therapie, und sie sind nicht dazu da, zu urteilen.

Wenn du Kanna ausprobieren möchtest, findest du in unserem Sceletium-Sortiment sowohl traditionell fermentierte Zubereitungen als auch standardisierte Extrakte in verschiedenen Konzentrationen.

Quellenverzeichnis

  1. Smith, M.T., Crouch, N.R., Gericke, N., and Hirst, M. (1996). Psychoactive constituents of the genus Sceletium N.E.Br. and other Mesembryanthemaceae: a review. Journal of Ethnopharmacology, 50(3), pp.119–130.
  2. Gericke, N. and Viljoen, A.M. (2008). Sceletium — a review update. Journal of Ethnopharmacology, 119(3), pp.653–663.
  3. Harvey, A.L., Young, P., Anderton, M.A., and Gericke, N. (2011). Natural products as a screening resource. Current Topics in Medicinal Chemistry, 11(11), pp.1495–1503.
  4. Terburg, D., Syal, S., Rosenberger, L.A., Heany, S., Phillips, N., Gericke, N., Stein, D.J., and van Honk, J. (2013). Acute effects of Sceletium tortuosum (Zembrin), a dual 5-HT reuptake and PDE4 inhibitor, in the human amygdala and its connection to the hypothalamus. Neuropsychopharmacology, 38(13), pp.2708–2716.
  5. Chiu, S., Gericke, N., Engelbrecht, I., Bhana, R., and Bhana, D. (2014). HealingHerbs clinical study: Randomised, double-blind, placebo-controlled trial of a standardised Sceletium tortuosum extract. Presented at the South African Neuroscience Society meeting.
  6. Hiemke, C. and Härtter, S. (2000). Pharmacokinetics of selective serotonin reuptake inhibitors. Pharmacology and Therapeutics, 85(1), pp.11–28.
  7. Nell, H., Siebert, M., Chellan, P., and Gericke, N. (2013). A randomized, double-blind, parallel-group, placebo-controlled trial of extract Sceletium tortuosum (Zembrin) in healthy adults. Journal of Alternative and Complementary Medicine, 19(11), pp.898–904.
  8. Loria, M.J., Ali, Z., Abe, N., Sufka, K.J., and Khan, I.A. (2014). Effects of Sceletium tortuosum in rats. Journal of Ethnopharmacology, 155(1), pp.731–735.
  9. Bennett, A.C. and Smith, C. (2018). Immunomodulatory effects of Sceletium tortuosum (Kanna) in human subjects. Journal of Ethnopharmacology, 214, pp.108–116.

Zuletzt aktualisiert: April 2026

Häufig gestellte Fragen

Was ist Kanna genau?
Kanna (Sceletium tortuosum) ist eine Sukkulente aus Südafrika. Ihre Alkaloide — vor allem Mesembrin — hemmen die Serotonin-Wiederaufnahme und PDE4-Enzyme im Gehirn. Die Khoisan kauen fermentiertes Kanna (Kougoed) seit Jahrhunderten als stimmungsverändernde Zubereitung.
Darf ich Kanna zusammen mit Antidepressiva nehmen?
Nein. Kanna hat serotonerge Aktivität und darf nicht mit SSRIs, SNRIs, MAO-Hemmern oder trizyklischen Antidepressiva kombiniert werden. Die Kombination kann ein Serotoninsyndrom auslösen — eine potenziell lebensbedrohliche Reaktion. Auch nach dem Absetzen eines SSRI können aktive Metaboliten wochenlang im Körper verbleiben.
Wie dosiert man Kanna richtig?
Die Dosis hängt stark von der Form ab. Getrocknetes Pflanzenmaterial wird in Anwenderberichten im Bereich 200–500 mg oral genannt. Konzentrierte Extrakte (z. B. 10:1) erfordern deutlich weniger — klinische Studien verwendeten 25 mg eines standardisierten Extrakts. Pflanzenmaterial und Extrakt sind nicht austauschbar.
Wie schnell wirkt Kanna?
Oral eingenommen dauert es laut Anwenderberichten 30–90 Minuten bis zum Wirkungseintritt. Sublingual geht es schneller (10–30 Minuten), nasal noch schneller (2–10 Minuten). Die Wirkdauer variiert ebenfalls: oral 3–5 Stunden, nasal nur 1–2 Stunden.
Was ist der Unterschied zwischen fermentiertem und unfermentiertem Kanna?
Die Fermentation verändert das Alkaloidprofil der Pflanze: Sie reduziert den Oxalatgehalt und verschiebt das Verhältnis von Mesembrin zu Mesembrenon. Fermentiertes Kougoed hat dadurch andere Eigenschaften als rohes Material. Die traditionelle Khoisan-Zubereitung ist also ein pharmakologisch relevanter Schritt, nicht nur kulturelle Praxis.
Welche Nebenwirkungen hat Kanna?
Bei üblichen Dosen berichten Anwender von milden Nebenwirkungen: Kopfschmerzen, Übelkeit (besonders nüchtern), Schwindel und vorübergehender Appetitminderung. Bei höheren Dosen wird Übelkeit häufiger. Langzeitsicherheitsdaten für tägliche Einnahme fehlen in der publizierten Literatur vollständig.
Wie schnell wirkt Kanna?
Die Wirkgeschwindigkeit hängt von der Einnahmeform ab. Sublingual (unter der Zunge) oder als Schnupfpulver spürt man die Wirkung meist innerhalb von 5–20 Minuten. Orale Einnahme in Kapselform dauert länger, typischerweise 30–60 Minuten, da die Alkaloide erst den Verdauungstrakt passieren müssen. Konzentrierte Extrakte (10:1 bis 100:1) wirken in der Regel schneller als unverarbeitetes getrocknetes Pflanzenmaterial wegen der höheren Mesembrin-Konzentration pro Dosis.
Welche Alkaloide enthält Kanna und wie wirken sie?
Die drei Hauptalkaloide in Sceletium tortuosum sind Mesembrin, Mesembrenon und Mesembrenol. Mesembrin gilt als pharmakologisch am aktivsten (Smith et al., 1996) und wirkt hauptsächlich als Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SRI) sowie PDE4-Hemmer. Mesembrenon zeigt ebenfalls SRI-Aktivität, besitzt aber möglicherweise ein etwas anderes Rezeptorprofil. Mesembrenol ist weniger gut charakterisiert. Nebenalkaloide wie Tortuosamin sind vorhanden, ihre Pharmakologie ist jedoch weitgehend unbekannt.
Kann sich eine Toleranz gegenüber Kanna entwickeln?
Ja, bei täglichem Gebrauch kann die Wirkung von Kanna mit der Zeit nachlassen, da sich der Körper an den Einfluss auf Serotonin und andere Neurotransmittersysteme gewöhnt. Viele Anwender berichten, dass regelmäßige Pausen oder ein nur gelegentlicher Gebrauch dabei helfen, die spürbare Wirkung zu erhalten. In den entsprechenden Communities wird häufig empfohlen, die Dosierung zu variieren oder den Konsum in Zyklen zu gestalten.
Wie haben die San und Khoikhoi Kanna traditionell verwendet?
Die indigenen San- und Khoikhoi-Völker im südlichen Afrika fermentierten Sceletium tortuosum auf traditionelle Weise in einem Verfahren, das sie 'Kougoed' nannten. Dabei wurde die Pflanze zerquetscht, luftdicht verschlossen und über mehrere Tage fermentiert. Anschließend wurde das fermentierte Material gekaut, als Schnupfpulver verwendet, geraucht oder als Tee aufgebrüht. Eingesetzt wurde Kanna in sozialen, zeremoniellen und Trance-bezogenen Zusammenhängen – bereits europäische Entdecker dokumentierten seine Nutzung im 17. Jahrhundert.

Über diesen Artikel

Adam Parsons ist ein erfahrener Cannabis-Autor, Redakteur und Schriftsteller mit langjähriger Mitarbeit an Fachpublikationen in diesem Bereich. Seine Arbeit umfasst CBD, Psychedelika, Ethnobotanika und verwandte Themen.

Dieser Wiki-Artikel wurde mit KI-Unterstützung verfasst und von Adam Parsons geprüft, External contributor. Redaktionelle Aufsicht durch Joshua Askew.

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Medizinischer Hinweis. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information und stellen keine medizinische Beratung dar. Konsultiere vor der Verwendung einer Substanz eine qualifizierte Fachperson im Gesundheitswesen.

Zuletzt geprüft am 18. April 2026

References

  1. [1]Smith, M.T., Crouch, N.R., Gericke, N., and Hirst, M. (1996). Psychoactive constituents of the genus Sceletium N.E.Br. and other Mesembryanthemaceae: a review. Journal of Ethnopharmacology , 50(3), pp.119–130. DOI: 10.1016/0378-8741(95)01342-3
  2. [2]Gericke, N. and Viljoen, A.M. (2008). Sceletium — a review update. Journal of Ethnopharmacology , 119(3), pp.653–663. DOI: 10.1016/j.jep.2008.07.043
  3. [3]Harvey, A.L., Young, P., Anderton, M.A., and Gericke, N. (2011). Natural products as a screening resource. Current Topics in Medicinal Chemistry , 11(11), pp.1495–1503.
  4. [4]Terburg, D., Syal, S., Rosenberger, L.A., Heany, S., Phillips, N., Gericke, N., Stein, D.J., and van Honk, J. (2013). Acute effects of Sceletium tortuosum (Zembrin), a dual 5-HT reuptake and PDE4 inhibitor, in the human amygdala and its connection to the hypothalamus. Neuropsychopharmacology , 38(13), pp.2708–2716. DOI: 10.1038/npp.2013.183
  5. [5]Chiu, S., Gericke, N., Engelbrecht, I., Bhana, R., and Bhana, D. (2014). HealingHerbs clinical study: Randomised, double-blind, placebo-controlled trial of a standardised Sceletium tortuosum extract. Presented at the South African Neuroscience Society meeting.
  6. [6]Hiemke, C. and Härtter, S. (2000). Pharmacokinetics of selective serotonin reuptake inhibitors. Pharmacology and Therapeutics , 85(1), pp.11–28. DOI: 10.1016/s0163-7258(99)00048-0
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  8. [8]Loria, M.J., Ali, Z., Abe, N., Sufka, K.J., and Khan, I.A. (2014). Effects of Sceletium tortuosum in rats. Journal of Ethnopharmacology , 155(1), pp.731–735. DOI: 10.1016/j.jep.2014.06.007
  9. [9]Bennett, A.C. and Smith, C. (2018). Immunomodulatory effects of Sceletium tortuosum ( Kanna ) in human subjects. Journal of Ethnopharmacology , 214, pp.108–116.

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