Dieser Artikel behandelt psychoaktive Substanzen für Erwachsene (18+). Konsultiere einen Arzt, wenn du eine Erkrankung hast oder Medikamente nimmst. Unsere Altersrichtlinie
Kanna und SSRIs

Definition
Kanna (Sceletium tortuosum) wirkt als pflanzlicher Serotonin-Wiederaufnahmehemmer und überlappt damit direkt mit dem Wirkmechanismus von SSRIs. Laut Harvey et al. (2011) bindet der Hauptalkaloid Mesembrin an den Serotonintransporter (SERT) in funktionell ähnlicher Weise wie pharmazeutische SSRIs. Die gleichzeitige Anwendung birgt das Risiko eines Serotoninsyndroms — eines potenziell lebensbedrohlichen Zustands durch überschießende serotonerge Aktivität.
Kanna (Sceletium tortuosum) greift direkt in das serotonerge System ein — genau jenes Neurotransmittersystem, das SSRIs gezielt modulieren. Die Kombination von Kanna und SSRIs ist kein theoretisches Randproblem, sondern ein pharmakologisch vorhersagbares Risiko. Wenn du aktuell einen SSRI, SNRI, MAO-Hemmer, ein trizyklisches Antidepressivum oder eine andere serotonerge Substanz einnimmst, erklärt dieser Artikel, warum Kanna so lange tabu bleiben sollte, bis du das mit einer qualifizierten Ärztin oder einem Arzt besprochen hast — und idealerweise auch danach nicht, solange diese Medikamente in deinem System aktiv sind.
Was SSRIs mit Serotonin machen
SSRIs blockieren den Serotonintransporter (SERT) im synaptischen Spalt. Normalerweise wird Serotonin nach der Signalübertragung über SERT zurück in das präsynaptische Neuron aufgenommen und recycelt. SSRIs setzen sich in diesen Transporter und verhindern die Wiederaufnahme — Serotonin verbleibt dadurch länger im synaptischen Spalt und seine Signalwirkung wird verstärkt. Fluoxetin, Sertralin, Citalopram, Escitalopram, Paroxetin, Fluvoxamin — alle teilen diesen Kernmechanismus. Laut Stahl (2013) braucht dieser Prozess Wochen kontinuierlicher Einnahme, bis sich die vollen nachgeschalteten Effekte auf die Stimmungsregulation entfalten. SSRIs wirken nicht sofort — sie verschieben schrittweise die Grundlinie des serotonergen Tonus über mehrere Rezeptorsubtypen hinweg.

Der entscheidende Punkt für alle, die über eine Kombination dieser beiden Substanzen nachdenken: Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer stupsen den Serotoninspiegel nicht bloß ein wenig an. Sie verändern grundlegend, wie dein Gehirn mit dem Serotoninumsatz umgeht. Jede zusätzliche Substanz, die synaptisches Serotonin erhöht — sei es durch weitere Wiederaufnahmehemmung, durch Hemmung der abbauenden Enzyme oder durch direkte Stimulation von Serotoninrezeptoren — addiert sich auf diese bereits veränderte Grundlinie. Genau deshalb ist die Wechselwirkung zwischen Sceletium tortuosum und solchen Antidepressiva pharmakologisch vorhersagbar und nicht bloß spekulativ.
Wie Kanna auf dasselbe System wirkt
Die wichtigsten Alkaloide in Kanna — Mesembrin, Mesembrenon und Mesembrenol — sind Serotonin-Wiederaufnahmehemmer. Damit stehen sie in direkter pharmakologischer Überlappung mit SSRIs. In-vitro-Daten zeigen, dass Mesembrin an SERT bindet, und zwar funktionell ähnlich wie pharmazeutische SSRIs, wenn auch mit unterschiedlicher Bindungskinetik und Potenz (Harvey et al., 2011). Mesembrenon scheint zusätzlich als Phosphodiesterase-4-Hemmer (PDE4-Hemmer) zu wirken. Wie stark der Serotonin-Wiederaufnahme-Anteil im Vergleich zur PDE4-Hemmung im lebenden Menschen tatsächlich ins Gewicht fällt, ist allerdings nicht abschließend geklärt — In-vitro-Ergebnisse lassen sich nicht eins zu eins auf das übertragen, was nach oraler Einnahme, Lebermetabolismus und Passage der Blut-Hirn-Schranke geschieht.

Was hingegen nicht umstritten ist: Kanna besitzt relevante serotonerge Aktivität. Ob diese primär über Wiederaufnahmehemmung, PDE4-Modulation oder eine Kombination beider Mechanismen zustande kommt — das Endergebnis ist eine verstärkte serotonerge Signalübertragung. Und genau das ist das Problem, wenn SSRIs bereits im Spiel sind.
Dabei lohnt sich ein Blick auf die Zubereitungsform: Extrakte konzentrieren die Alkaloide erheblich im Vergleich zu rohem oder fermentiertem Pflanzenmaterial. Ein standardisierter 25:1-Kanna-Extrakt liefert pro Milligramm eine deutlich höhere Alkaloidlast als getrocknetes Kougoed. Das Wechselwirkungsrisiko gilt für beide Formen, aber bei Extrakten mit entsprechend größerem Gewicht. Fermentiertes Kougoed ist milder als ein Konzentrat, ja — aber milder bedeutet nicht sicher. Ein niedrig dosierter Serotonin-Wiederaufnahmehemmer bleibt ein Serotonin-Wiederaufnahmehemmer.
Serotoninsyndrom: Das tatsächliche Risiko
Das Serotoninsyndrom ist ein potenziell lebensbedrohlicher Zustand, der durch überschießende serotonerge Aktivität im zentralen Nervensystem ausgelöst wird. Laut Boyer and Shannon (2005) existiert das Syndrom auf einem Spektrum: Leichte Fälle zeigen Agitiertheit, Tremor, Durchfall und erweiterte Pupillen. In mittelschweren Fällen kommen Muskelklonus (unwillkürliche rhythmische Kontraktionen), Hyperreflexie und Hyperthermie hinzu. Schwere Verläufe können zu Muskelrigidität, Körpertemperaturen über 41 °C, Krampfanfällen und Organversagen fortschreiten. Der Beginn kann rapide sein — innerhalb von Stunden nach der auslösenden Dosis.

Der Mechanismus hinter einem Serotoninsyndrom durch die Kombination dieser Pflanze mit selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern ist geradlinig: Zwei Substanzen, die beide synaptisches Serotonin erhöhen, können bei gleichzeitiger Wirkung den serotonergen Gesamttonus über die Schwelle treiben, an der die normalen Rückkopplungsmechanismen versagen. Ein SSRI hebt deine Grundlinie bereits an. Kannas Wiederaufnahmehemmung stapelt sich direkt darauf. Dem Körper ist es dabei völlig gleichgültig, ob die Wiederaufnahmehemmung pharmazeutischen oder pflanzlichen Ursprungs ist — er registriert nur die serotonerge Gesamtlast.
Es gibt bislang keine publizierten Fallberichte, die ein Serotoninsyndrom spezifisch durch eine Kanna-plus-SSRI-Kombination dokumentieren — die Forschungslage ist dafür schlicht zu dünn. Aber die pharmakologische Logik ist eindeutig, und das Fehlen von Fallberichten bei einer Substanz mit begrenzter klinischer Überwachung ist kein Beleg für Sicherheit. Es ist ein Beleg für begrenzte Überwachung. Die Europäische Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EMCDDA) hat keine eigene Risikobewertung zu Kanna veröffentlicht, was die regulatorische Lücke rund um das Wechselwirkungsprofil dieser Pflanze zusätzlich verdeutlicht. Auch die Beckley Foundation hat auf Datenlücken bei serotonergen botanischen Wechselwirkungen hingewiesen.
Symptome des Serotoninsyndroms erkennen
| Schweregrad | Symptome | Erforderliche Maßnahme |
|---|---|---|
| Leicht | Agitiertheit, Unruhe, Tremor, Durchfall, erweiterte Pupillen | Alle serotonergen Substanzen absetzen; engmaschig beobachten; ärztlichen Kontakt aufnehmen |
| Mittelschwer | Muskelklonus, Hyperreflexie, Hyperthermie, Schwitzen, Tachykardie | Zeitnah ärztliche Hilfe aufsuchen |
| Schwer | Muskelrigidität, Temperatur über 41 °C, Krampfanfälle, Delir, Organversagen | Sofort den Notruf 112 wählen |
Das Washout-Problem
Das Absetzen eines SSRIs beseitigt das Wechselwirkungsrisiko mit Kanna nicht sofort. Restaktivität des Medikaments kann je nach Wirkstoff Tage bis Wochen anhalten. Die Halbwertszeiten von SSRIs und ihren aktiven Metaboliten variieren enorm. Fluoxetin ist der Extremfall: Sein aktiver Metabolit Norfluoxetin hat eine Halbwertszeit von 4–16 Tagen, was bedeutet, dass pharmakologisch relevante Konzentrationen noch fünf bis sechs Wochen nach der letzten Dosis im Körper vorhanden sein können (Hiemke and Härtter, 2000). Sertralin hat eine Halbwertszeit von rund 26 Stunden, aber sein Metabolit Desmethylsertralin verweilt 62–104 Stunden. Paroxetin liegt bei etwa 21 Stunden ohne relevanten aktiven Metaboliten, doch seine starke SERT-Bindung bedeutet, dass selbst niedrige Restspiegel relevant bleiben.

SSRI-Halbwertszeiten und Washout-Schätzungen
| SSRI | Halbwertszeit Muttersubstanz | Halbwertszeit aktiver Metabolit | Geschätzter Mindestwashout (5× längste Halbwertszeit) |
|---|---|---|---|
| Fluoxetin | 1–3 Tage | 4–16 Tage (Norfluoxetin) | ca. 5–6 Wochen |
| Sertralin | ca. 26 Stunden | 62–104 Stunden (Desmethylsertralin) | ca. 13–22 Tage |
| Paroxetin | ca. 21 Stunden | Kein relevanter | ca. 4–5 Tage |
| Citalopram | ca. 35 Stunden | Kein relevanter | ca. 7–8 Tage |
| Escitalopram | ca. 27–32 Stunden | Kein relevanter | ca. 6–7 Tage |
| Fluvoxamin | ca. 15–20 Stunden | Kein relevanter | ca. 4–5 Tage |
Die praktische Konsequenz: Wenn du kürzlich einen SSRI abgesetzt hast, ist dein Serotoninsystem noch nicht wieder im unmedikamentierten Zustand. Kanna während dieses Washout-Fensters einzunehmen birgt dasselbe Kombinationsrisiko wie die gleichzeitige Einnahme beider Substanzen — potenziell ein geringeres Risiko je nach Restwirkstoffspiegel, aber eben trotzdem ein Risiko. Wer kürzlich einen SSRI abgesetzt hat und Kanna in Betracht zieht, sollte das Timing unbedingt mit der verschreibenden Ärztin oder dem verschreibenden Arzt besprechen. Als Faustregel in der klinischen Pharmakologie gilt: Mindestens fünf Halbwertszeiten der Muttersubstanz und ihrer aktiven Metaboliten abwarten, bevor eine weitere serotonerge Substanz eingeführt wird. Individuelle Unterschiede im Metabolismus machen daraus aber eine Orientierung, keine Garantie.
Andere serotonerge Substanzen über SSRIs hinaus
Das Wechselwirkungsrisiko beschränkt sich nicht auf SSRIs allein — es erstreckt sich auf sämtliche Klassen serotonerger Medikamente. Dasselbe Kombinationsrisiko besteht bei SNRIs (Venlafaxin, Duloxetin), MAO-Hemmern (Phenelzin, Tranylcypromin, Moclobemid) und trizyklischen Antidepressiva (Amitriptylin, Nortriptylin, Clomipramin). MAO-Hemmer tragen ein besonders hohes Risiko, weil sie den enzymatischen Abbau von Serotonin vollständig unterbinden — die Kombination eines MAO-Hemmers mit einem beliebigen Serotonin-Wiederaufnahmehemmer gehört zu den gefährlichsten serotonergen Paarungen in der Pharmakologie.

Über verschreibungspflichtige Medikamente hinaus besitzen auch mehrere frei erhältliche Substanzen serotonerge Aktivität: 5-HTP (eine direkte Serotoninvorstufe), Johanniskraut (Hypericum perforatum, das selbst SRI-Eigenschaften besitzt), MDMA (das eine massive Serotoninausschüttung verursacht) und klassische Psychedelika wie Psilocybin, LSD und DMT (die direkte Serotoninrezeptoragonisten sind). Keine dieser Substanzen sollte mit Kanna kombiniert werden. Die Beckley Foundation hat relevantes Material zu serotonergen Wechselwirkungen bei Psychedelika veröffentlicht, das für diesen Kontext zusätzliche Einordnung bietet.
Was die klinischen Daten tatsächlich zeigen
Die bisher veröffentlichten klinischen Studien zu Kanna wurden ausschließlich mit einem bestimmten standardisierten Extrakt durchgeführt — nicht mit allgemeinem Kanna-Pflanzenmaterial, nicht mit fermentiertem Kougoed und nicht mit der Bandbreite an Extrakten, die im Einzelhandel erhältlich sind. Die Studie von Terburg et al. (2013), die bei einer Dosis von 25 mg eine reduzierte Amygdala-Reaktivität auf Bedrohungsreize beobachtete, schloss Teilnehmende unter serotonerger Medikation ausdrücklich aus. Dieses Ausschlusskriterium existiert genau deshalb, weil die Forschenden das Wechselwirkungsrisiko zwischen dieser Pflanze und selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern erkannten. Die Studien sagen uns etwas über die serotonerge Potenz dieser spezifischen Zubereitung; sie sagen uns nichts darüber, was passiert, wenn man sie mit einem solchen Antidepressivum kombiniert — weil genau diese Kombination bewusst vermieden wurde.

Ergebnisse dieser Studien auf allgemeines Kanna-Pflanzenmaterial oder nicht untersuchte Extrakte zu übertragen, ist wissenschaftlich nicht valide. Verschiedene Zubereitungen enthalten unterschiedliche Alkaloidverhältnisse, unterschiedliche Gesamtalkaloidmengen und potenziell unterschiedliche pharmakokinetische Profile. Das Wechselwirkungsrisiko gilt jedoch für alle Zubereitungen mit relevantem Mesembringehalt — dem Mechanismus ist die Marke auf dem Etikett gleichgültig.
Kanna im Vergleich zu anderen serotonergen Pflanzen
Kanna ist der direkteste pflanzliche Serotonin-Wiederaufnahmehemmer, der allgemein verfügbar ist. Deshalb verdient die Wechselwirkung zwischen dieser Pflanze und selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern besondere Aufmerksamkeit im Vergleich zu anderen pflanzlichen Produkten. Ein Vergleich mit anderen serotonergen Pflanzen hilft, das relative Risiko einzuordnen.

| Pflanze | Primärer serotonerger Mechanismus | SSRI-Wechselwirkungsrisiko | Anmerkungen |
|---|---|---|---|
| Kanna (Sceletium tortuosum) | Serotonin-Wiederaufnahmehemmung (Mesembrin) | Hoch — direkte mechanistische Überlappung | Zusätzlich PDE4-Hemmung; Extrakte konzentrieren Alkaloide erheblich |
| Johanniskraut (Hypericum perforatum) | Serotonin-Wiederaufnahmehemmung + Enzyminduktion | Hoch — dokumentierte Fälle von Serotoninsyndrom | Induziert auch CYP3A4, was SSRI-Blutspiegel unvorhersehbar senken kann |
| 5-HTP | Direkte Serotoninvorstufe | Mittel bis hoch — steigert die Serotoninsynthese | Umgeht den geschwindigkeitsbestimmenden Schritt der Serotoninproduktion |
| Baldrian (Valeriana officinalis) | Primär GABAerg; minimale serotonerge Aktivität | Niedrig | Anderes Neurotransmittersystem; nicht direkt vergleichbar |
| Passionsblume (Passiflora incarnata) | Primär GABAerg | Niedrig | In vitro einige MAO-hemmende Verbindungen identifiziert, klinische Relevanz aber unklar |
Der Vergleich macht den Punkt deutlich: Kannas Serotonin-Wiederaufnahmehemmung stellt es in dieselbe mechanistische Kategorie wie Johanniskraut, das in Europa auf Arzneimittelverpackungen gut dokumentierte SSRI-Wechselwirkungswarnungen trägt. Der Unterschied ist, dass hinter den Warnungen zu Johanniskraut Jahrzehnte klinischer Überwachung stehen. Kannas Risikoprofil ist pharmakologisch vergleichbar, aber weniger dokumentiert — und weniger dokumentiert ist nicht dasselbe wie weniger riskant.
Warum diese Wechselwirkung ernst genommen werden muss
Kanna ist eine faszinierende Ethnobotanik mit echter traditioneller Verwendung und wachsendem klinischem Interesse. Aber ein verantwortungsvoller Umgang bedeutet, offen zu sagen, wann Menschen es nicht verwenden sollten. Die gleichzeitige Einnahme dieser Pflanze zusammen mit selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern ist das klarste Beispiel für eine Situation, in der der richtige Rat „jetzt nicht" lautet — oder potenziell „überhaupt nicht", solange serotonerge Medikation Teil deines Lebens ist.

Es gibt Anbieter, die Kanna als „natürlichen Stimmungsaufheller" beschreiben, ohne serotonerge Wechselwirkungsrisiken auch nur zu erwähnen. Das ist fahrlässig. Wer ein pflanzliches SRI verkauft, schuldet den Konsumierenden das vollständige Bild. Das ist keine Meinungsfrage — es ist grundlegende Harm-Reduction-Praxis, wie sie sowohl die EMCDDA als auch die Beckley Foundation im Kontext psychoaktiver Pflanzenstoffe gefordert haben.
Ebenso wichtig ist Ehrlichkeit darüber, was wir nicht wissen. Die klinische Datenlage zu Kanna ist dünn. Die Wechselwirkungsdaten sind noch dünner. Wir arbeiten hier auf Basis pharmakologischer Prinzipien und begrenzter In-vitro-Forschung, nicht auf Basis groß angelegter Humanstudien. Diese Unsicherheit spricht für Vorsicht, nicht für Experimentierfreude.
Fazit für alle, die Antidepressiva nehmen
Verwende kein Kanna, wenn du aktuell ein serotonerges Medikament einnimmst — weder SSRIs noch SNRIs, MAO-Hemmer oder Trizyklika. Kein Pflanzenmaterial, keine Extrakte, kein fermentiertes Kougoed. Die pharmakologische Überlappung zwischen dieser Pflanze und selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern ist direkt, und die potenzielle Konsequenz — ein Serotoninsyndrom — ist ernst genug, dass kein berichteter stimmungsbezogener Nutzen von Kanna das Risiko einer unkontrollierten Kombination rechtfertigt.

Wenn du kürzlich ein serotonerges Medikament abgesetzt hast, ist die Washout-Phase relevant. Besprich das Timing mit der Ärztin oder dem Arzt, die bzw. der das Medikament verschrieben hat. Bei Fluoxetin im Besonderen kann die Restaktivität über einen Monat anhalten.
Falls du Kanna als Alternative zu einem verschriebenen Antidepressivum in Betracht ziehst: Das ist ein Gespräch für eine qualifizierte Fachperson — keine Entscheidung, die auf Erfahrungsberichten oder Einzelhandelsinformationen basieren sollte. Manche Anwender beschreiben stimmungsbezogene Effekte von Kanna, und klinische Studien mit einem spezifischen standardisierten Extrakt haben in kleinen Stichproben Effekte auf angstbezogene Outcomes berichtet — aber nichts davon stellt einen Beleg dafür dar, dass Kanna verschriebene psychiatrische Medikation ersetzen kann. Eigenständiges Ersetzen ohne ärztliche Begleitung ist keine Schadensminimierung; es ist ein unkontrolliertes Experiment an der eigenen Neurochemie.
Hier geht es nicht um Vorsicht um der Vorsicht willen. Es geht darum zu verstehen, dass zwei Substanzen, die auf dasselbe Neurotransmittersystem wirken, sich nicht höflich abwechseln. Sie addieren sich. Und bei Serotonin hat diese Addition eine Obergrenze — eine, die du nicht erreichen willst.
Zuletzt aktualisiert: April 2026

Häufig gestellte Fragen
10 FragenKann ich Kanna zusammen mit meinem SSRI einnehmen?
Was ist ein Serotoninsyndrom und wie erkenne ich es?
Wie lange muss ich nach dem Absetzen eines SSRIs warten, bevor ich Kanna nehmen kann?
Ist fermentiertes Kougoed sicher genug für die Kombination mit SSRIs?
Kann Kanna ein verschriebenes Antidepressivum ersetzen?
Gilt das Wechselwirkungsrisiko auch für SNRIs, MAO-Hemmer und trizyklische Antidepressiva?
Wie lange nach dem Absetzen eines SSRI kann ich Kanna ausprobieren?
Interagiert Kanna mit SNRIs oder MAO-Hemmern genauso wie mit SSRIs?
Darf ich Alkohol trinken, wenn ich Kanna zusammen mit einem SSRI nehme?
Ist Kanna in einem Drogentest nachweisbar, wenn ich gleichzeitig einen SSRI nehme?
Über diesen Artikel
Adam Parsons ist ein erfahrener Cannabis-Autor, Redakteur und Schriftsteller mit langjähriger Mitarbeit an Fachpublikationen in diesem Bereich. Seine Arbeit umfasst CBD, Psychedelika, Ethnobotanika und verwandte Themen.
Dieser Wiki-Artikel wurde mit KI-Unterstützung verfasst und von Adam Parsons geprüft, External contributor. Redaktionelle Aufsicht durch Joshua Askew.
Medizinischer Hinweis. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information und stellen keine medizinische Beratung dar. Konsultiere vor der Verwendung einer Substanz eine qualifizierte Fachperson im Gesundheitswesen.
Zuletzt geprüft am 24. April 2026
References
- [1]Boyer, E.W. and Shannon, M. (2005). 'The serotonin syndrome.' New England Journal of Medicine , 352(11), pp. 1112–1120. DOI: 10.1056/nejmra041867
- [2]Harvey, A.L. et al. (2011). 'Pharmacological actions of the South African medicinal and functional food plant Sceletium tortuosum and its principal alkaloids.' Journal of Ethnopharmacology , 137(3), pp. 1124–1129. DOI: 10.1016/j.jep.2011.07.035
- [3]Hiemke, C. and Härtter, S. (2000). 'Pharmacokinetics of selective serotonin reuptake inhibitors.' Pharmacology & Therapeutics , 85(1), pp. 11–28. DOI: 10.1016/s0163-7258(99)00048-0
- [4]Stahl, S.M. (2013). Stahl's Essential Psychopharmacology: Neuroscientific Basis and Practical Applications . 4th edn. Cambridge University Press.
- [5]Terburg, D. et al. (2013). 'Acute effects of Sceletium tortuosum (Zembrin), a dual 5-HT reuptake and PDE4 inhibitor, in the human amygdala and its connection to the hypothalamus.' Neuropsychopharmacology , 38(13), pp. 2708–2716. DOI: 10.1038/npp.2013.183
- [6]European Monitoring Centre for Drugs and Drug Addiction (EMCDDA). Drug profiles and risk assessments. Available at: emcdda.europa.eu.
- [7]Beckley Foundation. Research publications on serotonergic substances and drug interactions. Available at: beckleyfoundation.org.
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