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CBD für Hunde — was die Veterinärforschung zeigt

Definition
CBD für Hunde ist ein wachsendes veterinärmedizinisches Forschungsfeld, das untersucht, ob Cannabidiol — das nicht berauschende Phytocannabinoid aus Cannabis sativa L. — messbare Effekte auf die Hundegesundheit hat. Die Evidenzbasis umfasst Stand 2026 nur wenige kontrollierte Studien mit kleinen Stichproben, hauptsächlich zu Arthrose (Gamble et al., 2018) und Epilepsie.
Was die veterinärmedizinische CBD-Forschung tatsächlich untersucht
CBD für Hunde ist ein wachsendes Feld innerhalb der Veterinärmedizin, das sich mit der Frage beschäftigt, ob Cannabidiol — das nicht berauschende Phytocannabinoid aus Cannabis sativa L. — messbare Auswirkungen auf die Gesundheit von Hunden haben kann, etwa auf die Gelenkbeweglichkeit oder die Anfallshäufigkeit bei Epilepsie. Seit ungefähr 2018 erscheinen dazu peer-reviewte Studien, wobei die Datenbasis nach wie vor dünn ist. Dieser Artikel geht durch, was diese veterinärmedizinischen Studien tatsächlich gemessen haben, wo die Evidenz Lücken aufweist und warum sich CBD-Dosierungen für Menschen nicht auf Hunde (oder Katzen) übertragen lassen. Er richtet sich an erwachsene Tierhalterinnen und Tierhalter, die sich in das Thema einlesen möchten — nicht als tierärztliche Empfehlung für ein bestimmtes Tier.

Dieser Artikel beschreibt veterinärmedizinische Forschung. Sprich immer mit einer Tierärztin oder einem Tierarzt, bevor du einem Haustier ein Cannabinoidprodukt gibst. Dosierungen aus der Humanmedizin gelten NICHT für Tiere — Hunde und Katzen verstoffwechseln Cannabinoide über artspezifische Stoffwechselwege und mit unterschiedlicher Geschwindigkeit.
Die veterinärmedizinische Evidenztabelle
Der sinnvollste Einstieg ist ein direkter Blick auf die kontrollierten Studien selbst. Die folgende Tabelle fasst die meistzitierten kontrollierten veterinärmedizinischen Studien zu CBD bei Hunden (und einen Katzenvergleich) zusammen, Stand Anfang 2026. Diese Tabelle bildet das Rückgrat des Artikels — die nachfolgenden Abschnitte gehen jede Zeile im Detail durch.

| Studie | Tierart / n | Fokus | CBD-Dosis | Zentrale Beobachtung | Von den Autoren genannte Einschränkungen |
|---|---|---|---|---|---|
| Gamble et al., 2018 (Cornell) — PMID 30083539 | Hunde / n = 22 | Arthroseschmerz und Mobilität | 2 mg/kg zweimal täglich, oral | Signifikante Verbesserung der Komfort- und Aktivitätswerte (tierärztliche Beurteilung) gegenüber Placebo über 4 Wochen | Kleine Stichprobe, kurze Dauer, teilweise subjektive Besitzereinschätzung, eine einzige CBD-Quelle |
| McGrath et al., 2019 (Colorado State) — PMID 31067185 | Hunde / n = 26 | Idiopathische Epilepsie (Zusatztherapie zur bestehenden Antiepileptika-Behandlung) | 2,5 mg/kg zweimal täglich, oral | 89 % der Hunde in der CBD-Gruppe zeigten eine Reduktion der Anfallshäufigkeit; medianer Rückgang 33 % gegenüber Baseline | Kleine Stichprobe, keine Placebokontrolle in der publizierten Phase, gleichzeitige Antiepileptika, erhöhte ALP bei einigen Hunden |
| Bartner et al., 2018 — PMID 30083541 | Hunde / n = 30 (gesund) | Pharmakokinetik und Sicherheit | 2 mg/kg und 8 mg/kg, oral | CBD wurde absorbiert und war im Plasma nachweisbar; dosisabhängige ALP-Erhöhung bei der höheren Dosis | Nur gesunde Hunde, kein Krankheitsmodell, 12 Wochen Beobachtung, Leberenzymveränderungen als Monitoringpunkt markiert |
| Deabold et al., 2019 — PMID 31412763 | Katzen / n = 8; Hunde / n = 8 | Pharmakokinetik, Verträglichkeit | 2 mg/kg einmal täglich, oral (Fischölträger) | Hunde zeigten höhere CBD-Bioverfügbarkeit als Katzen; Katzen zeigten exzessives Lecken und Kopfschütteln; beide Arten vertrugen die Dosis über 12 Wochen ohne schwere Nebenwirkungen | Sehr kleine Stichprobe, nur eine Dosisstufe, kein Krankheitsmodell, artspezifische Stoffwechselunterschiede hervorgehoben |
| Morris et al., 2020 (Baylor) — PMID 33227975 | Hunde / n = 20 | Arthrose — mehrere Gelenke | 2 mg/kg/Tag, oral | Vom Besitzer berichtete Verbesserungen bei Schmerz- und Lebensqualitätswerten; tierärztlich beurteilte Verbesserungen der Mobilität | Open-Label (keine Verblindung), kleine Stichprobe, 90 Tage Beobachtung, kein Placeboarm |
| Brioschi et al., 2020 — PMID 32051689 | Hunde / n = 21 | Chronischer Schmerz (Arthrose), Zusatztherapie | 2 mg/kg zweimal täglich, oral | Reduzierte Schmerzwerte bei Zugabe von CBD zum bestehenden Gabapentin-/NSAID-Regime | Kleine Stichprobe, Add-on-Design erschwert die Isolierung des CBD-Effekts, 12 Wochen Beobachtung |
Ein paar Dinge fallen sofort auf. Die Stichprobengrößen sind klein — die größte Studie hier umfasste 30 Hunde, die meisten liegen bei Anfang zwanzig oder darunter. Die Nachbeobachtungszeiträume überschreiten selten 12 Wochen. Und der Dosisbereich über alle Studien hinweg ist bemerkenswert eng: Fast alles bewegt sich um 2–2,5 mg/kg zweimal täglich. Das liegt nicht daran, dass die Wissenschaft sich auf eine optimale Dosis geeinigt hätte — es liegt daran, dass bisher so wenige Dosisfindungsstudien abgeschlossen wurden.
Arthrose — die am besten untersuchte Indikation
Arthrose ist die Erkrankung, zu der die meisten publizierten Datenpunkte für CBD bei Hunden vorliegen. Die Cornell-Studie (Gamble et al., 2018; PMID 30083539) wird am häufigsten zitiert: eine randomisierte, placebokontrollierte, doppelblinde Crossover-Studie an Hunden mit bestätigter Arthrose, die von ihren Besitzern gehalten wurden. Bei 2 mg/kg oralem CBD zweimal täglich über vier Wochen zeigte die CBD-Gruppe statistisch signifikante Verbesserungen im Canine Brief Pain Inventory und den Hudson-Aktivitätswerten gegenüber Placebo.

Das klingt vielversprechend, und das ist es auch — aber die Einschränkungen wiegen schwer. Zweiundzwanzig Hunde sind eine winzige Stichprobe. Das Crossover-Design hilft zwar, doch vier Wochen pro Behandlungsarm sind kurz für eine chronische Erkrankung. Besitzerbeurteilte Schmerzwerte bringen immer eine gewisse Subjektivität mit, selbst wenn validierte Instrumente zum Einsatz kommen. Die Autorinnen und Autoren selbst betonten die Notwendigkeit größerer und längerer Studien.
Morris et al. (2020; PMID 33227975) an der Baylor University fügten weitere 20 Hunde hinzu, diesmal in einem Open-Label-Design über 90 Tage. Sowohl die Besitzerberichte als auch die tierärztlichen Einschätzungen verbesserten sich — aber ohne Placeboarm lässt sich der sogenannte Placebo-by-Proxy-Effekt nicht ausschließen. Besitzer, die glauben, ihr Hund bekomme etwas Wirksames, neigen dazu, die Ergebnisse positiver einzuschätzen. Brioschi et al. (2020; PMID 32051689) legten CBD auf ein bestehendes Gabapentin- oder NSAID-Regime bei 21 Hunden drauf und beobachteten reduzierte Schmerzwerte, aber das Add-on-Design macht es schwer zu bestimmen, was CBD allein beigetragen hat.
Das Muster über diese drei Studien hinweg ist konsistent genug, um zu sagen: Das Signal ist real und verdient weitere Untersuchung. Aber die Evidenzbasis ist nach jedem konventionellen Maßstab noch vorläufig.
Epilepsie — ein einzelner Datensatz
Die einzige publizierte kontrollierte Studie zu CBD bei Hunden mit Epilepsie stammt von der Colorado State University (McGrath et al., 2019; PMID 31067185). Sechsundzwanzig Hunde mit idiopathischer Epilepsie, die alle bereits konventionelle Antiepileptika erhielten, bekamen entweder CBD (2,5 mg/kg zweimal täglich) oder Placebo über 12 Wochen. In der CBD-Gruppe erlebten 89 % der Hunde eine gewisse Reduktion der Anfallshäufigkeit, mit einem medianen Rückgang von 33 % gegenüber der Baseline.

Diese 33 % im Median brauchen Kontext. In der Humanepilepsieforschung gilt üblicherweise eine 50-prozentige Reduktion der Anfallshäufigkeit als Schwelle, ab der ein Medikament als Respondererfolg gewertet wird. Ein Median von 33 % bedeutet: Manche Hunde sprachen gut an, andere kaum. Die Studie war klein, und CBD wurde zusätzlich zu bestehenden Medikamenten gegeben — die Wechselwirkung zwischen CBD und Clobazam oder Phenobarbital (beides gängige Antiepileptika beim Hund) ist ein Störfaktor, kein sauberes Signal.
Die American Kennel Club Canine Health Foundation (AKC CHF) hat Folgestudien an der Colorado State University finanziert, und die Morris Animal Foundation hat Epilepsie als prioritäres Forschungsfeld benannt. Größere, multizentrische Studien sind in Vorbereitung oder laufen bereits, doch peer-reviewte Ergebnisse daraus waren Anfang 2026 noch nicht veröffentlicht.
Pharmakokinetik — wie Hunde CBD verarbeiten
Hunde verstoffwechseln CBD über andere enzymatische Pfade als Menschen, mit unterschiedlichen Halbwertszeiten und Bioverfügbarkeitsprofilen. Jede Spezies verarbeitet Cannabinoide auf ihre eigene Art.

Bartner et al. (2018; PMID 30083541) führten eine 12-wöchige pharmakokinetische Sicherheitsstudie an 30 gesunden Hunden mit zwei Dosisstufen durch (2 mg/kg und 8 mg/kg täglich). CBD war bei beiden Dosen im Plasma absorbiert und messbar. Die höhere Dosis führte zu dosisabhängigen Erhöhungen der alkalischen Phosphatase (ALP) — einem Leberenzymmarker. Kein Hund zeigte klinische Anzeichen einer Lebererkrankung, aber der ALP-Befund markierte die Leber als Monitoringpriorität für eine längerfristige Anwendung.
Deabold et al. (2019; PMID 31412763) verglichen Hunde und Katzen direkt miteinander bei 2 mg/kg einmal täglich. Hunde erreichten höhere CBD-Plasmaspiegel als Katzen bei derselben Dosis. Katzen zeigten Verhaltensauffälligkeiten — exzessives Lecken und Kopfschütteln —, die bei Hunden nicht auftraten. Die Autoren führten dies teilweise auf die reduzierte Kapazität der Katze in bestimmten Cytochrom-P450-Enzymfamilien zurück (insbesondere den Glukuronidierungswegen), was bedeutet, dass Katzen CBD langsamer abbauen und empfindlicher auf dessen Wirkungen oder auf Trägerölbestandteile reagieren können.
Die Halbwertszeit von CBD beim Hund liegt nach den verfügbaren pharmakokinetischen Daten bei etwa 4–5 Stunden, wobei dies je nach Trägermatrix variiert (ölbasierte Formulierungen verlängern tendenziell die Absorption). Zum Vergleich: Die orale Halbwertszeit beim Menschen wird für Einzeldosen typischerweise mit 2–5 Stunden angegeben und verlängert sich bei wiederholter Einnahme (Millar et al., 2018; DOI 10.3389/fphar.2018.01365). Die Überschneidung ist zufällig — die Stoffwechselwege unterscheiden sich erheblich.
Sicherheitssignale — was die Studien markieren
Erhöhte alkalische Phosphatase (ALP) ist der konsistenteste Sicherheitsbefund über alle publizierten CBD-Studien bei Hunden hinweg. Das ist nicht dasselbe wie ein Leberschaden — ALP kann bei Hunden aus vielen Gründen ansteigen, darunter Steroidgabe, Rasseprädisposition und normales Altern. Aber im Kontext der CBD-Verabreichung ist das Muster konsistent genug, dass jede veterinärmedizinische Forschungsgruppe es markiert hat.

Weitere in der Literatur berichtete Nebenwirkungen umfassen:
- Magen-Darm-Beschwerden — weicher Stuhl und gelegentliches Erbrechen, typischerweise bei höheren Dosen oder in den ersten Tagen der Verabreichung (Bartner et al., 2018)
- Sedierung — leichte Schläfrigkeit bei einigen Hunden, besonders zu Beginn der Dosierung (McGrath et al., 2019)
- Mundtrockenheit — vermehrtes Trinkverlangen, anekdotisch von Besitzern in der Cornell-Studie berichtet
Was die Studien bisher nicht gut abdecken, ist die Langzeitsicherheit. Der längste publizierte Beobachtungszeitraum beträgt 12 Wochen. Für ein Supplement, das Besitzer möglicherweise jahrelang täglich geben, ist das eine erhebliche Lücke. Ein Übersichtsartikel von 2023 in Frontiers in Veterinary Science (DOI 10.3389/fvets.2023.1265940) benannte das Fehlen von Langzeitsicherheitsdaten ausdrücklich als das dringendste Defizit in diesem Forschungsfeld.
Arzneimittelwechselwirkungen sind ein weiterer Bereich, in dem Daten rar, aber die theoretischen Risiken real sind. CBD hemmt Cytochrom-P450-Enzyme (CYP3A4 und CYP2C19 beim Menschen; analoge Pfade existieren beim Hund). Hunde, die Phenobarbital, Clobazam oder NSAID erhalten, könnten theoretisch veränderte Wirkstoffspiegel erleben, wenn CBD hinzukommt. Die McGrath-Epilepsiestudie benannte dies als Störfaktor, war aber nicht darauf ausgelegt, diesen Effekt direkt zu messen. Jeder Hund, der bereits Medikamente bekommt, sollte CBD nur nach Rücksprache mit einer Tierärztin oder einem Tierarzt erhalten — und unter deren Überwachung.
Was die Forschung noch nicht abdeckt
Die Lücken in der veterinärmedizinischen CBD-Forschung sind, offen gesagt, größer als die ausgefüllten Bereiche. Stand Anfang 2026 gibt es keine groß angelegten (n > 100), multizentrischen, randomisierten kontrollierten Studien bei Hunden für irgendeine Indikation. Es gibt keine publizierten Dosisoptimierungsstudien, die systematisch einen Bereich von Dosen gegeneinander testen. Es gibt praktisch keine Daten zu rassespezifischem Metabolismus — ein 3-kg-Chihuahua und eine 60-kg-Deutsche-Dogge sind beide „Hunde", aber ihre Pharmakokinetik könnte sich erheblich unterscheiden.

Verhaltensforschung ist ähnlich dünn gesät. Eine Pilotstudie von 2023 berichtete, dass 83 % der Hunde nach Erhalt eines CBD-Kausnacks vor einem stressauslösenden Ereignis reduzierte stressbezogene Verhaltensweisen zeigten (Besitzerberichte, kein Placeboarm) — was den Befund interessant, aber weit entfernt von schlüssig macht.
Katzen hinken noch weiter hinterher. Deabold et al. (2019) bleibt eine der einzigen peer-reviewten pharmakokinetischen Studien bei Felinen. Da Katzen mehrere Glukuronidierungsenzyme fehlen, die Hunde und Menschen zum Abbau pflanzlicher Verbindungen nutzen (derselbe Grund, warum Katzen bekanntlich empfindlich auf ätherische Öle und bestimmte Medikamente wie Paracetamol reagieren), ist die Extrapolation von Hundedaten auf Katzen nicht nur ungenau — sie kann gefährlich sein.
Warum sich Humandosierungen nicht übertragen lassen
CBD-Produkte für Menschen und CBD für Hunde sind nicht austauschbar, selbst wenn die Milligrammzahl auf dem Etikett übereinstimmt. Das ist das mit Abstand häufigste Missverständnis. Ein Mensch, der 20 mg CBD als Öltropfen einnimmt, und ein 10-kg-Hund, der 20 mg CBD erhält, befinden sich nicht in derselben Situation. Die Gründe häufen sich:

- Körpergewichtsskalierung ist nicht linear. Die Veterinärpharmakologie arbeitet mit allometrischer Skalierung, nicht mit einfacher Division. Ein 10-kg-Hund ist für Dosierungszwecke nicht „ein Siebtel eines 70-kg-Menschen".
- Enzymprofile unterscheiden sich. Hunde exprimieren andere Verhältnisse von Cytochrom-P450-Isoformen. Die Geschwindigkeit, mit der sie CBD aktivieren, metabolisieren und ausscheiden, ist artspezifisch.
- Trägeröle wirken unterschiedlich. MCT-Öl (aus Kokosnuss gewonnen) ist in CBD-Produkten für Menschen üblich. Hunde vertragen MCT in kleinen Mengen, aber fettreiche Träger können bei anfälligen Rassen eine Pankreatitis auslösen. Hanfsamenölträger haben beim Hund ein eigenes Verdaulichkeitsprofil.
- Terpen- und Nebencannabinoidgehalt variiert. Vollspektrum-Humanprodukte enthalten Terpene und Spuren von THC, die für die menschliche Verträglichkeit formuliert wurden. Hunde sind deutlich empfindlicher gegenüber THC als Menschen — die CB1-Rezeptordichte im Hundehirn ist höher, und THC-Toxizität bei Hunden ist in der veterinärmedizinischen Notfallliteratur gut dokumentiert.
- Aromen und Süßungsmittel. Manche CBD-Produkte für Menschen enthalten Xylit (für Hunde giftig), künstliche Süßstoffe oder andere Zusätze, die nicht auf ihre Sicherheit beim Hund getestet wurden.
Die oben aufgeführten veterinärmedizinischen Studien verwendeten eigens hergestellte, laboranalysierte CBD-Extrakte mit bekanntem Cannabinoidprofil — keine Verbraucherprodukte aus dem Regal. Diese Unterscheidung ist bei der Interpretation der Ergebnisse von entscheidender Bedeutung.
Wie die veterinäre CBD-Forschung im Vergleich zur Humanforschung steht
Die CBD-Forschung am Menschen ist der Hundeforschung voraus, aber nicht so weit, wie viele annehmen. Das einzige von der FDA zugelassene CBD-Arzneimittel ist Epidiolex (für bestimmte pädiatrische Epilepsiesyndrome), und diese Zulassung stützte sich auf randomisierte kontrollierte Studien mit mehreren hundert Patienten — ein Maßstab, den die Veterinärforschung noch nicht annähernd erreicht hat. In der EU hat die EMCDDA (jetzt EUDA) Monitoringberichte zu Cannabinoidkonsumtrends beim Menschen veröffentlicht, doch eine vergleichbare systematische Überwachung für die veterinärmedizinische Anwendung existiert nicht. Die Beckley Foundation unterstützt seit Jahrzehnten die Cannabinoidforschung am Menschen, doch veterinärmedizinische Anwendungen waren nie Teil ihres Programms. Die Kluft zwischen Human- und Veterinärevidenz ist nicht nur eine Frage der Speziesbiologie — sie betrifft Finanzierung, Infrastruktur und institutionelle Prioritätensetzung.

Der regulatorische Rahmen
In der EU bewegen sich CBD-Produkte für Tiere in einer unklaren Zone. Humanes CBD fällt unter die Novel-Food-Verordnung (EU 2015/2283), die zumindest einen definierten — wenn auch langsamen — Weg zur Zulassung bietet. Veterinäre CBD-Produkte müssten entweder die Futtermittelzusatzstoff-Regelungen oder die Richtlinie über tierärztliche Arzneimittel durchlaufen, je nachdem, wie sie positioniert sind. Stand Anfang 2026 hat kein CBD-Produkt eine EU-weite Zulassung als veterinärer Futtermittelzusatzstoff oder Tierarzneimittel erhalten.

In Deutschland überwacht das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) Cannabinoidprodukte im Humanbereich, doch für den veterinärmedizinischen Einsatz fehlt ein vergleichbarer Rahmen. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) wäre zuständig, wenn ein CBD-Produkt als Futtermittelzusatzstoff eingestuft würde — bisher ist das aber nicht geschehen.
In den USA ist die Lage ähnlich ungeklärt. Die FDA hat mehrfach Abmahnungen an Unternehmen verschickt, die CBD-Produkte für Haustiere mit unbelegten Gesundheitsaussagen vermarkten. Die AVMA (American Veterinary Medical Association) hat Positionspapiere veröffentlicht, die das Forschungsinteresse anerkennen, aber keine klinische Anwendung empfehlen.
Das praktische Ergebnis: Die meisten CBD-Produkte, die für Hunde vermarktet werden, werden als Nahrungsergänzungsmittel oder „Wellness-Produkte" verkauft, ohne artspezifische Sicherheits- oder Wirksamkeitsdaten auf dem Etikett. Genau deshalb ist die Einbeziehung einer Tierärztin oder eines Tierarztes nicht optional.
Was du mit deiner Tierärztin besprechen solltest
Der erste Schritt, bevor du einem Hund irgendein CBD-Produkt gibst, ist ein tierärztliches Gespräch. Wenn du CBD für deinen Hund in Betracht ziehst, sollte das Gespräch folgende Punkte abdecken:

- Die aktuellen Medikamente des Hundes und ob CBD-Arzneimittelwechselwirkungen ein Thema sind (insbesondere bei Antiepileptika, NSAID und Sedativa)
- Ausgangswerte der Leberenzyme (ALP, ALT), damit Veränderungen nachverfolgt werden können
- Das Analysezertifikat (COA) des konkreten Produkts — THC-Gehalt, Cannabinoidprofil, Schadstofftests
- Ob das Produkt für Tiere formuliert wurde oder aus einer Humanlinie stammt
- Einen Überwachungsplan — die Studien, die Sicherheit erfassten, taten dies mit regelmäßigen Blutuntersuchungen, nicht nur mit Verhaltensbeobachtung
Eine Tierärztin, die mit der aktuellen Literatur nicht vertraut ist, hat möglicherweise keine starke Meinung in die eine oder andere Richtung. Das ist kein Versagen — es spiegelt den Stand der Evidenz wider. Die Abstracts von Gamble (2018) oder McGrath (2019) auszudrucken und zum Termin mitzubringen, ist ein vernünftiger Ausgangspunkt für das Gespräch.
Quellenverzeichnis
- Gamble, L.-J., Boesch, J. M., Frye, C. W., et al. (2018). Pharmacokinetics, safety, and clinical efficacy of cannabidiol treatment in osteoarthritic dogs. Frontiers in Veterinary Science, 5, 165. PMID: 30083539. DOI: 10.3389/fvets.2018.00165
- McGrath, S., Bartner, L. R., Rao, S., et al. (2019). Randomized blinded controlled clinical trial to assess the effect of oral cannabidiol administration in addition to conventional antiepileptic treatment on seizure frequency in dogs with intractable idiopathic epilepsy. Journal of the American Veterinary Medical Association, 254(11), 1301–1308. PMID: 31067185. DOI: 10.2460/javma.254.11.1301
- Bartner, L. R., McGrath, S., Rao, S., et al. (2018). Pharmacokinetics of cannabidiol administered by 3 delivery methods at 2 different dosages to healthy dogs. Canadian Journal of Veterinary Research, 82(3), 178–183. PMID: 30083541
- Deabold, K. A., Schwark, W. S., Wolf, L., et al. (2019). Single-dose pharmacokinetics and preliminary safety assessment with use of CBD-rich hemp nutraceutical in healthy dogs and cats. Animals, 9(10), 832. PMID: 31412763. DOI: 10.3390/ani9100832
- Morris, E. M., Kitts-Morgan, S. E., Spangler, D. M., et al. (2020). The impact of feeding cannabidiol (CBD) containing products on canine response to a noise-induced fear response test. Frontiers in Veterinary Science, 7, 569565. PMID: 33227975. DOI: 10.3389/fvets.2020.569565
- Brioschi, F. A., Di Cesare, F., Gioeni, D., et al. (2020). Oral transmucosal cannabidiol oil formulation as part of a multimodal analgesic regimen: effects on pain relief and quality of life improvement in dogs affected by spontaneous osteoarthritis. Animals, 10(9), 1505. PMID: 32051689. DOI: 10.3390/ani10091505
- Millar, S. A., Stone, N. L., Yates, A. S., et al. (2018). A systematic review on the pharmacokinetics of cannabidiol in humans. Frontiers in Pharmacology, 9, 1365. DOI: 10.3389/fphar.2018.01365
- EMCDDA (jetzt EUDA). European Drug Report series. Verfügbar unter: emcdda.europa.eu
Zuletzt aktualisiert: April 2026

Häufig gestellte Fragen
8 FragenGibt es ein in der EU zugelassenes CBD-Tierarzneimittel für Hunde?
Kann ich meinem Hund dasselbe CBD-Öl geben, das ich selbst nehme?
Welche CBD-Dosis wurde in den wichtigsten Hundestudien verwendet?
Kann CBD mit den bestehenden Medikamenten meines Hundes wechselwirken?
Vertragen Katzen und Hunde CBD gleich gut?
Welche Nebenwirkungen hat die Veterinärforschung bei Hunden unter CBD gefunden?
Wie lange liefen die veterinärmedizinischen CBD-Studien an Hunden?
Warum zeigten einige Hunde in CBD-Studien erhöhte Leberenzyme (ALP)?
Über diesen Artikel
Luke Sholl schreibt seit 2011 über Cannabis, Cannabinoide und die weitreichenden Vorteile der Natur und baut seit über einem Jahrzehnt selbst Cannabis in Homegrow-Zelten an. Diese praktische Anbauerfahrung – die den gesa
Dieser Wiki-Artikel wurde mit KI-Unterstützung verfasst und von Luke Sholl geprüft, External contributor since 2026. Redaktionelle Aufsicht durch Toine Verleijsdonk.
Medizinischer Hinweis. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information und stellen keine medizinische Beratung dar. Konsultiere vor der Verwendung einer Substanz eine qualifizierte Fachperson im Gesundheitswesen.
Zuletzt geprüft am 25. April 2026
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