
Schraubflasche (Duran)
Zubeh�r
von Duran
Screw-Top Bottle Duran: Laborglas für sterile Nährbodenherstellung in der Pilzzucht
Die Screw-Top Bottle Duran ist eine 1.000-ml-Laborflasche aus Borosilikatglas 3.3, konzipiert für die Herstellung von Agar-Nährböden, Flüssigkulturen und Getreideeinweichwasser in der Pilzzucht. Hergestellt in Deutschland von Duran (ehemals Schott Duran) — das ist exakt dasselbe Glas, das in universitären Mykologie-Laboren steht. Kein Billigprodukt, das beim ersten Autoklavieren Risse bekommt, sondern ein Werkzeug, das hunderte Sterilisationszyklen überlebt. Wer steriles Arbeiten ernst nimmt, bestellt diese Flasche und hat eine solide Basis für den gesamten Workflow.
Warum eine echte Laborflasche dein Agar-Ergebnis verändert
Kontamination bei der Nährbodenvorbereitung ist das häufigste Problem in der Pilzzucht — und genau hier setzt die Screw-Top Bottle Duran an. Du mischst Agarpulver und Wasser direkt in der Flasche, schraubst den Deckel locker auf, autoklavierst bei 121 °C für 15–20 Minuten und gießt anschließend direkt in die Petrischalen. Kein Umfüllen zwischen Gefäßen, keine offene Luft, kein Gefummel mit Frischhaltefolie und Gummibändern wie anno 2004.
Wir haben über die Jahre alles gesehen: Einmachgläser, leere Pastasaucen-Flaschen, Pyrex-Messbecher mit Alufolie obendrauf. Manche davon funktionieren — einmal. Das Problem heißt Thermoschock. Normales Glas ist nicht für Schnellkochtopf-Temperaturen ausgelegt. Borosilikatglas, wie Duran es verwendet, verkraftet Temperaturwechsel von -70 °C bis über 500 °C ohne Rissbildung. Das ist keine Werbeaussage, sondern eine Materialeigenschaft: Der thermische Ausdehnungskoeffizient von Borosilikat liegt bei etwa 3,3 × 10⁻⁶/K — rund ein Drittel von normalem Kalk-Natron-Glas. Konkret bedeutet das: Die Flasche springt nicht, wenn du sie aus dem Schnellkochtopf nimmst und zum Gießen abstellst.
Der Gießring ist das Detail, das den Unterschied zu billigeren Alternativen ausmacht. Wenn du 20 ml geschmolzenen Agar in eine 90-mm-Petrischale gießt, brauchst du einen kontrollierten, tropffreien Strahl. Ein einziger Tropfen am Schalenrand ist ein potenzieller Kontaminationspunkt. Der Duran-Gießring leitet die Flüssigkeit jedes Mal sauber. Klingt nach Kleinigkeit — aber nach 40 gegossenen Platten in einer Sitzung merkst du den Unterschied deutlich.
Technische Daten der Screw-Top Bottle Duran 1.000 ml
Die Duran-Laborflasche mit 1.000 ml Volumen entspricht der ISO-Norm 4796 für Laborglaswaren, mit zertifiziertem Borosilikatglas 3.3 und universellem GL-45-Gewinde.
| Eigenschaft | Wert |
|---|---|
| Marke | Duran (Deutschland) |
| Volumen | 1.000 ml |
| Material | Borosilikatglas 3.3 |
| Gewinde | GL 45 (Standard-Laborgewinde) |
| Graduierung | Deutliche Messmarkierungen |
| Gießring | Im Lieferumfang enthalten |
| Temperaturbereich | -70 °C bis 500 °C |
| Autoklavierbar | Ja (121 °C / 1 bar) |
| Artikelnummer | SH0124 |
Agar-Nährboden herstellen: Schritt für Schritt mit der Duran-Flasche
Die Nährbodenherstellung läuft in fünf Phasen: Wasser abmessen, Pulver einrühren, autoklavieren, auf 50 °C abkühlen, in Schalen gießen — alles im selben Gefäß. Die Duran-Flasche macht den Prozess sauberer, weil Mischen, Sterilisieren und Gießen ohne Umfüllen stattfinden.
- Miss 500 ml Wasser ab — die Graduierung an der Flasche macht ein separates Messgefäß überflüssig.
- Gib dein Agarpulver dazu. Ein Standard-Malzextrakt-Agar-Rezept (MEA) verwendet ca. 20 g Agarpulver und 20 g helles Malzextrakt pro Liter. Für 500 ml halbierst du die Mengen: 10 g Agar, 10 g Malzextrakt.
- Schwenke die Flasche vorsichtig. Das Pulver löst sich noch nicht vollständig — das passiert erst unter Hitze.
- Setze den Schraubdeckel locker auf. Das ist entscheidend: Ein fest verschlossener Deckel im Autoklaven baut Innendruck auf, der die Flasche zum Bersten bringen kann. Lass den Deckel etwa eine Vierteldrehung offen, damit Dampf entweichen kann.
- Autoklaviere oder druckgare bei 121 °C (1 bar) für 15–20 Minuten. Stelle die Flasche auf ein Gitter oder ein Tuch — niemals direkt auf den Metallboden des Kochers.
- Lass den Druck nach dem Zyklus natürlich abfallen. Kein schnelles Ablassen über das Ventil. Nimm die Flasche vorsichtig heraus (heiß — hitzebeständige Handschuhe verwenden) und drehe den Deckel sofort fest.
- Lass den Agar auf ca. 50–55 °C abkühlen. Er sollte sich warm anfühlen, aber nicht verbrühen. Unter 45 °C beginnt er in der Flasche zu gelieren.
- Gieße in sterile Petrischalen vor einer Laminar-Flow-Haube oder einer Still Air Box. Der Gießring sorgt für einen sauberen, kontrollierten Strahl — ziele auf etwa 15–20 ml pro 90-mm-Schale.
- Lass die Platten 10 Minuten mit leicht geöffnetem Deckel abkühlen, schließe sie dann und stapele sie umgedreht, damit kein Kondenswasser auf die Agaroberfläche tropft.
Die ehrliche Einschränkung
Der Hauptnachteil ist das Gewicht. Mit 1.000 ml hältst du beim Gießen rund 1,3 kg heiße Flüssigkeit auf Armlänge und zielst auf kleine Schalen. Wer kleinere Hände hat oder viele Platten gießt, spürt die Ermüdung ab Platte 30 deutlich. Manche Grower bevorzugen eine 500-ml-Flasche für Agar-Arbeit und behalten die 1.000 ml für Flüssigkulturen oder Getreideeinweichwasser, wo präzises Gießen weniger wichtig ist. Wir würden trotzdem die 1.000-ml-Version als erste Screw-Top Bottle Duran empfehlen — sie ist vielseitiger, und du kannst sie jederzeit nur bis zur 500-ml-Markierung befüllen. Wenn du aber jetzt schon weißt, dass du regelmäßig große Mengen Agarplatten gießt, lohnt sich die Anschaffung von zwei Flaschen: eine groß, eine klein.
Noch etwas: Der mitgelieferte GL-45-Deckel besteht aus Polypropylen. Er übersteht das Autoklavieren ohne Verformung, aber nach Dutzenden Zyklen kann die Dichtung nachlassen. Ersatzdeckel sind günstig und überall erhältlich — das GL-45-Gewinde ist ein internationaler Laborstandard, du bist also nicht an ein proprietäres System gebunden.
Vervollständige deinen sterilen Arbeitsplatz mit einer Still Air Box und vorgegossenen Agarplatten, wenn du den Mischschritt komplett überspringen willst. Für die Körnerbrut-Herstellung kombinierst du diese Flasche mit sterilisierbaren Körnerbeuteln und einem Schnellkochtopf — die Screw-Top Bottle Duran eignet sich hervorragend zum Einweichen und Abgießen von Getreide vor der Inokulation. Unser Sortiment an Pilzzuchtbedarf deckt das komplette Equipment ab, und im Mushroom Growing Wiki findest du Schritt-für-Schritt-Anleitungen für den gesamten Kultivierungsprozess.
Duran gegen No-Name-Laborflaschen — wofür du tatsächlich zahlst
Duran-Flaschen überdauern generische Alternativen um den Faktor 5–10× bei der Autoklavierlebensdauer, und das ist der Kerngrund, eine zu kaufen. Billigere 1.000-ml-Laborflaschen gibt es natürlich — wir führen diese hier gezielt wegen dem, was nach 10 Autoklavierzyklen passiert. Günstigere Borosilikatflaschen (und manche, die behaupten, Borosilikat zu sein, es aber nicht sind) entwickeln Mikrorisse am Gewinde und am Boden. Die siehst du nicht, bis die Flasche im Schnellkochtopf katastrophal versagt — und einen Liter geschmolzenen Agar aus dem Inneren deines Kochers zu kratzen, macht genau so viel Spaß, wie es klingt.
| Merkmal | Duran (Deutschland) | Generische Laborflasche |
|---|---|---|
| Glasart | Borosilikat 3.3 (zertifiziert) | Oft nicht spezifiziert |
| Thermoschockbeständigkeit | Bis 500 °C | Variiert — oft ungetestet |
| Gießring | Im Lieferumfang | Selten enthalten |
| Genauigkeit der Graduierung | ISO-4796-Standard | Ungefähre Markierungen |
| Deckelgewinde | GL 45 (universell) | GL 45 (meistens) |
| Autoklavierlebensdauer | Hunderte Zyklen | Typisch 10–50 Zyklen |
Die Duran-Flasche liegt spürbar schwerer in der Hand als ein No-Name-Produkt — dickere Wände, dichteres Glas. Nimm eine in die Hand und du spürst den Unterschied sofort. Die Graduierungslinien sind eingeätzt, nicht aufgedruckt, und verblassen auch nach wiederholter Sterilisation nicht. Das ist Werkzeug, das du einmal kaufst und jahrelang verwendest.










