
Parafilm zum Versiegeln von Petrischalen und Erlenmeyerkolben
Parafilm ist eine semipermeabile Verschlussfolie aus Polyolefin und Paraffinwachs, die Kontaminationen fernhält und gleichzeitig den Gasaustausch ermöglicht. Wer Agarplatten, Kornbrut oder Flüssigkulturen verarbeitet, kennt das Problem: Eine einzige ungeschützte Petrischale über Nacht reicht aus, und der gesamte Ansatz ist hinüber. Parafilm löst genau dieses Problem — seit Jahrzehnten im Labor bewährt, inzwischen aus dem Pilzanbau nicht mehr wegzudenken. Die Folie ist 10 cm breit, lässt sich auf das 3- bis 4-Fache ihrer Ausgangslänge dehnen und schmiegt sich selbsthaftend um praktisch jede Gefäßform.
Welche Rollengröße brauchst du?
Wir führen zwei Varianten. Der 1-Meter-Zuschnitt reicht für ein einzelnes Projekt — je nach Überlappung versiegelst du damit etwa 5–6 Standard-Petrischalen (90 mm). Wenn du nur ein paar Agarplatten anlegen willst, ist das genau die richtige Menge zum Bestellen. Die 38-Meter-Rolle lohnt sich, sobald du regelmäßig mit Agar arbeitest. Bei knapp 40 Metern kommst du damit monatelang aus — Agartransfers, Kornglasdeckel, Lagerung von Kulturplatten. Erfahrungsgemäß geht Parafilm schneller zur Neige, als man denkt. Wer einmal damit angefangen hat, will nichts anderes mehr.
Technische Daten
| Eigenschaft | Wert |
|---|---|
| Breite | 10 cm (ca. 4 Zoll) |
| Länge (klein) | 1 Meter |
| Länge (volle Rolle) | 38 Meter |
| Dehnbarkeit | 3–4x Ausgangslänge |
| Material | Polyolefin-Paraffinwachs-Mischung |
| Latexgehalt | Latexfrei |
| Durchlässigkeit | Semipermeabel (O₂/CO₂-Austausch, Bakterienbarriere) |
| Artikelnummer (1 m) | SH0011 |
| Artikelnummer (38 m) | SH0012 |
Für ein vollständiges Agar-Setup brauchst du neben Parafilm auch Petrischalen, Erlenmeyerkolben und eine Still Air Box oder Flowhood. Wer Agararbeit ernst nimmt, hat alle drei griffbereit auf der Werkbank. Ein Schnellkochtopf zur Sterilisation rundet das Ganze ab.
Warum Parafilm beim Pilzanbau den Unterschied macht
Kontamination vernichtet mehr Grows als schlechte Genetik es jemals könnte. Schimmelpilzsporen und Bakterien schweben durch jeden Raum — unsichtbar, lautlos und gnadenlos effektiv. Ein Sekundenbruchteil offene Exposition reicht, damit sich Fremdorganismen auf deinem nährstoffreichen Agarmedium niederlassen und anfangen, sich auszubreiten. Wir haben Kunden erlebt, die komplette Chargen Agarplatten verloren haben, weil eine einzige Schale über Nacht nicht abgedeckt war.
Frischhaltefolie, Alufolie oder Isolierband schaffen hier keine Abhilfe — jedenfalls nicht ohne Nebenwirkungen. Frischhaltefolie und Klebeband erzeugen eine luftdichte Umgebung. Dein Myzel braucht aber Sauerstoff und muss CO₂ abgeben können. Genau hier liegt der entscheidende Vorteil von Parafilm: Die Folie ist semipermeabel. Sauerstoff und Kohlendioxid passieren die Membran, während Bakterien und Schimmelsporen draußen bleiben. Eine Studie, veröffentlicht in PMC (2023), bestätigte die Wirksamkeit von Parafilm als Barriere gegen mikrobielle Kontamination beim Transport biologischer Proben. Eine weitere PMC-Publikation (2023) validierte Parafilm als sterile Transportmatrix, wobei die Folienstreifen vorab unter vollständiger Sterilität vorbereitet werden konnten.
Ein Punkt, den du im Hinterkopf behalten solltest: Eine Studie aus dem Jahr 2025 (PMC) zeigte, dass verschiedene Verschlussfolien die O₂- und CO₂-Konzentrationen innerhalb von Petrischalen verändern können. Wickle also nicht sechs Lagen übereinander. Eine einzelne, gleichmäßig gedehnte Schicht reicht völlig aus — das ist der Sweet Spot zwischen Kontaminationsschutz und Gasaustausch.
Anwendung Schritt für Schritt
- Schneide einen Streifen Parafilm von etwa 15–20 cm Länge ab. Die Folie liegt zwischen zwei Papierträgern — zieh das Trägerpapier ab, bevor du loslegst.
- Halte den Streifen an beiden Enden fest und dehne ihn vorsichtig. Die Folie lässt sich auf das 3- bis 4-Fache ihrer ursprünglichen 10 cm Breite strecken. Du willst sie dünn genug, dass sie leicht durchscheinend wird — aber nicht so dünn, dass sie reißt.
- Drücke die gedehnte Folie um den Rand deiner Petrischale, deines Erlenmeyerkolbens oder Glasdeckels. Parafilm ist selbsthaftend: Sobald du es dehnst und aufeinander presst, klebt es an sich selbst — ohne Hitze, ohne Klebstoff, ohne Clips.
- Überlapp die Enden um mindestens 1–2 cm, damit eine lückenlose Versiegelung entsteht. Falten und Blasen mit dem Daumen glattstreichen.
- Lagere versiegelte Petrischalen umgedreht (Agarseite oben) an einem sauberen, dunklen Ort bei Raumtemperatur. Die Parafilm-Versiegelung hält wochenlang, ohne auszutrocknen oder den Halt zu verlieren.
- Wenn du die Schale öffnen musst — für einen Agartransfer, eine Inokulation oder eine Sichtkontrolle — zieh das Parafilm einfach in einem Stück ab. Es hinterlässt keine Rückstände.










