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SCROG Screen of Green: Cannabis-Anbau Anleitung

Definition
SCROG (Screen of Green) ist eine Trainingsmethode, bei der Cannabis-Äste durch ein horizontales Gitter gefädelt werden, um ein flaches Canopy mit gleichmäßiger Lichtverteilung zu schaffen. Laut publizierten PPFD-Zielwerten von 600–1.000 µmol/m²/s (Chandra et al., 2015) lässt sich so der Ertrag pro m² deutlich steigern — vorausgesetzt, die Vegi-Phase ist lang genug.
Nur für Erwachsene — dieser Leitfaden richtet sich an Personen ab 18 Jahren. Regeln zum Cannabisanbau unterscheiden sich je nach Land und Region und ändern sich häufig. Dieser Text dient ausschließlich zu Bildungszwecken.
SCROG (Screen of Green) ist eine Trainingsmethode für Cannabis, bei der du Äste während der späten Wachstumsphase und frühen Blüte durch ein waagerechtes Gitter fädelst. So entsteht ein flaches, gleichmäßiges Blätterdach, das jeder Blütenstelle dieselbe Lichtmenge gönnt. Für Indoor-Grower mit wenig Deckenhöhe ist das eine der effizientesten Techniken pro Watt. Richtig umgesetzt, füllt eine einzige photoperiodische Pflanze ein 80x80-Growzelt mit einem dichten Teppich gleich großer Colas — statt einer dominanten Hauptspitze und viel Popcorn-Buds darunter. Wer in gute Genetik investiert und das Timing in der Vegi-Phase sauber plant, hängt Leute mit teuren Düngerlinien meistens locker ab. Bestell deine Samen also früh genug, damit du ohne Verzögerung in die Vegi gehen kannst.
Dieser Leitfaden führt dich durch die tatsächlichen Schritte — Gitteraufbau, Timing, Einfädeln und der Moment, an dem Schluss ist mit dem Training. Wir zeigen auch, wo SCROG regelmäßig schiefgeht, denn die Fehlerquellen sind oft lehrreicher als die Theorie.
Warum das Netz funktioniert (kurz)
Das Netz bricht die apikale Dominanz — die Haupt-Cola zieht Hormone und Licht an sich und lässt die unteren Äste verkümmern. Ein horizontales Gitter auf Canopy-Höhe hebt diese Hierarchie auf. Indem du jeden Ast nach außen ziehst, belichtest du deutlich mehr Blütenstellen direkt. Die veröffentlichten PPFD-Zielwerte für blühendes Cannabis liegen bei etwa 600–1.000 µmol/m²/s (Chandra et al., 2015); mit SCROG verteilst du diese Intensität auf 30 oder mehr Spitzen statt auf drei bis vier. Genau da kommt der Ertragszuwachs her.

In der Praxis ist das eine Technik für photoperiodische Pflanzen. Autoflower blühen altersgesteuert und haben ein kurzes, unberechenbares Vegi-Fenster — bevor du das Gitter fertig eingewoben hast, sind sie schon mitten im Streck. Halte dich für SCROG an feminisierte oder reguläre photoperiodische Hanfsamen.
SCROG im Überblick
Die SCROG-Methode liegt auf fast jeder Achse zwischen SOG und ungetrimmtem Anbau. Die folgende Tabelle zeigt, wo sich der Aufwand lohnt.

| Parameter | SCROG | SOG | Ohne Training |
|---|---|---|---|
| Pflanzen pro m² | 1–4 | 12–20 | 1–4 |
| Vegi-Dauer | 4–8 Wochen | 1–2 Wochen | 3–5 Wochen |
| Trainingsaufwand | Hoch (tägliches Einfädeln) | Keiner | Keiner |
| Blütedauer | 8–10 Wochen | 8–9 Wochen | 8–10 Wochen |
| Ertrag pro Pflanze | Sehr hoch | Gering | Mittel |
| Ertrag pro m² | Hoch | Hoch | Mittel |
Schritt 1: Genetik wählen, die zum Gitter passt
Die Genetik bestimmt grob 60 % des SCROG-Ergebnisses, bevor du das Netz überhaupt anfasst. Was du willst:

- Streckfreudige, sativa-lastige Hybride — sie reagieren gut aufs Biegen und füllen die Fläche zügig. Denk an Amnesia-Haze-Typen, Jack-Herer-Kreuzungen, Super-Silver-Haze-Linien.
- Flexible Stängel — klassische Kush-Phänotypen sind gedrungen und verholzen schnell, die lassen sich schlechter einflechten und brechen gerne.
- Wenige Pflanzen — SCROG läuft typischerweise mit 1–4 Pflanzen pro Gitter. Eine gut trainierte Pflanze füllt bei ausreichender Vegi-Zeit ein 1-m²-Netz problemlos allein.
Züchter, die hier einen Namen haben: Dutch Passions Desfrán und Sensi Seeds' Jack Herer sind wegen ihrer Verzweigungsstruktur klassische SCROG-Kandidaten. Wenn du Samen gezielt für SCROG kaufst, schau in der Breeder-Doku nach den Streckungsverhältnissen, bevor du dich festlegst.
Schritt 2: Gitter bauen oder kaufen
Die Maschengröße ist wichtiger als das Material. Die Quadrate sollten 5–10 cm messen. Kleiner gibt mehr Kontrolle, macht das Einfädeln aber fummelig; größer lässt Äste durchrutschen und macht deine Arbeit zunichte.

Material:
- Rankhilfenetz — günstig, Einwegprodukt, meist 5-cm-Maschen. Plastik oder weiches Nylon. Reicht für einen Durchgang.
- Starrer PVC-Rahmen mit gespanntem Seil — wiederverwendbar, nachspannbar, DIY-freundlich.
- Bambus und Gartenschnur — der Growzelt-Klassiker. Funktioniert, wenn du sorgfältig arbeitest.
Höhe: Montiere das Gitter 20–40 cm über der Topfoberkante. In einem 80x80-Zelt mit 1 m Vegi-Höhe sind 25 cm ein vernünftiger Startwert. Zu tief und du kommst nicht mehr drunter, zu hoch und die Pflanze wächst einfach durch, bevor das Netz irgendwas bewirkt.
Schritt 3: Lange genug vegen, früh toppen
SCROG kostet Vegi-Zeit — plane mindestens 4–8 Wochen ein. Du brauchst eine buschige Pflanze mit 4–8 Hauptästen, bevor das Netz überhaupt in die Nähe des Canopy kommt. Das heißt:

- Topping am 4. bis 5. Nodium, um seitliches Wachstum zu fördern.
- Ein zweites Topping 1–2 Wochen später für noch mehr Verzweigungen (optional, hängt von der Vitalität ab).
- 4–8 Wochen unter 18/6 vegen, bis die Pflanze etwa zwei Drittel der Höhe zum Gitter erreicht hat.
Ziel-VPD in der Vegi: ca. 0,8–1,1 kPa, PPFD 400–600 µmol/m²/s. Unterernährte oder unterbelichtete Pflanzen bilden schwache Stängel, die beim Biegen knacken — der SCROG-Klassiker unter den Pannen.
Auf Grower-Fotos sehen wir immer wieder denselben Patzer — und es ist nicht schiefes Einfädeln. Es sind Leute, die am selben Tag auf 12/12 umstellen, an dem sie das Gitter einbauen. In Blütewoche 3 ist die Pflanze dann so weit durchgeschossen, dass die Hälfte der Colas hinter dem Netz statt darauf sitzt. Flippe erst, wenn das Canopy zu 60–70 % gefüllt ist. Wer noch 10–14 Tage länger wartet, ernter regelmäßig ein Drittel mehr als die Frühflipper.
Schritt 4: Einweben, einfädeln, wiederholen
Sobald die Äste das Gitter erreichen, ziehst du sie horizontal durch die Maschen. Arbeite von der Mitte nach außen — die stärksten Triebe gehen in die Ecken, die schwächeren bleiben näher an der Mitte, wo die Lichtintensität ohnehin am höchsten ist.

Routine während des Streckwachstums:
- Alle 1–2 Tage: Jeder Ast, der mehr als 5 cm über das Netz rausschaut, wird wieder darunter oder durchs nächste Feld gefädelt.
- Canopy flach halten — wenn eine Cola davonrennt, biege sie seitwärts und binde sie fest.
- Alles unter dem Netz, das kein direktes Licht bekommt, wird entfernt (Lollipopping). Was unten bleibt, wird zur Feuchtigkeitsfalle und produziert Larf.
Sei behutsam. Knackt ein Stängel, hör auf, stütze ihn mit Kreppband und komm morgen wieder. Supercropping (das gezielte Quetschen des Stängels) ist eine andere Technik und gehört nicht zu SCROG — nicht im Panikmoment improvisieren. Ehrliche Einschränkung: Wie oft genau deine konkrete Pflanze gefädelt werden muss, lässt sich nicht vorhersagen — die Phänotyp-Streuung innerhalb einer Samenpackung ist breiter, als die meisten Anfängerguides zugeben.
Schritt 5: Auf 12/12 umstellen und das Training beenden
Der Flip ist der Moment, an dem alles steht oder fällt. Cannabis streckt sich in den ersten 2–3 Wochen der 12/12-Phase auf das 1,5- bis 3-Fache seiner Vegi-Höhe. Diese Streckung füllt das Gitter. Flippe, wenn der Canopy zu ca. 60–70 % gefüllt ist — den Rest erledigt der Streck.

In den ersten 2 Blütewochen:
- Weiter täglich einfädeln. Die Äste wollen jetzt mit aller Kraft nach oben.
- Große Fächerblätter entfernen, die Blütenansätze beschatten — aber genug Laub stehenlassen, damit die Pflanze photosynthetisieren kann. Aggressives „Schwazzing" hat eine gemischte Studienlage, wir empfehlen es nicht pauschal.
Am Ende der dritten Blütewoche ist Schluss mit Training. Die Blütenansätze bilden sich aus, und jedes Herumziehen kostet jetzt Stress, produziert Zwitter oder bricht blütenschwere Äste. Ab da hält das Netz passiv alles in Position — für die verbleibenden 6–8 Wochen.
VPD in der Blüte: ca. 1,0–1,5 kPa, PPFD 600–1.000 µmol/m²/s (die oberen Werte nur mit CO₂-Zugabe, laut Chandra et al., 2008).
Häufige SCROG-Fehler
Die meisten Fehlschläge gehen auf fünf immer gleiche Ursachen zurück.

- Gitter zu klein für die Pflanzenzahl. Eine vitale photoperiodische Pflanze füllt 80x80 allein. Vier reinzuquetschen ergibt ein Knäuel, das du nicht mehr beherrschst.
- Zu früh geflippt. Siehe oben. Geduld in der Vegi ist die halbe Miete.
- Luftbewegung unter dem Canopy ignoriert. Dichte horizontale Canopys stauen Feuchtigkeit. RH über 60 % in der Spätblüte lädt Botrytis (Grauschimmel) ein. Oszillierende Ventilatoren unter und über dem Gitter, immer.
- Autoflower trainieren. Geht, aber lohnt sich nicht — das Vegi-Fenster ist zu kurz, und gestresste Autos bleiben klein, egal was du tust.
- Starker Blattschnitt in der Spätblüte. Wer in Blütewoche 5 noch große Fächerblätter entfernt, stresst die Pflanze im ungünstigsten Moment.
SCROG vs. SOG — kurze Abgrenzung
Sea of Green (SOG) ist die umgekehrte Philosophie: viele kleine Pflanzen (12–20 pro m²), kaum Vegi (1–2 Wochen), kein Training, Ernte nach etwa 9 Blütewochen. SCROG heißt wenige Pflanzen, lange Vegi, viel Training, bei gleicher Blütedauer. SOG passt, wenn du viele Pflanzen halten darfst und einen schnellen Kloncyclus hast; SCROG passt, wenn Pflanzenobergrenzen knapp sind und du aus jeder einzelnen Pflanze das Maximum holen willst. In der Praxis entscheiden die örtlichen Regeln zur Pflanzenzahl oft für dich (EMCDDA, 2023).

Kombinationen mit anderen Trainingsmethoden: SCROG verträgt sich gut mit LST und Topping. Kombiniere es nicht mit Main-Lining (die Strukturen beißen sich) oder mit Supercropping in der Spätblüte (dabei brechen dir die Colas).
Letzte Aktualisierung: April 2026
Häufig gestellte Fragen
8 FragenWann installiere ich das SCROG-Netz?
Kann man Autoflower-Cannabis scroggen?
Wie viele Pflanzen pro SCROG-Gitter?
Was ist der Unterschied zwischen SCROG und SOG?
Wann höre ich auf, SCROG-Äste einzufädeln?
Funktioniert SCROG mit LED-Lampen?
Welche Maschenweite ist ideal für ein SCROG-Netz?
Was sind die häufigsten Fehler beim SCROG?
Über diesen Artikel
Luke Sholl schreibt seit 2011 über Cannabis, Cannabinoide und die weitreichenden Vorteile der Natur und baut seit über einem Jahrzehnt selbst Cannabis in Homegrow-Zelten an. Diese praktische Anbauerfahrung – die den gesa
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Medizinischer Hinweis. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information und stellen keine medizinische Beratung dar. Konsultiere vor der Verwendung einer Substanz eine qualifizierte Fachperson im Gesundheitswesen.
Zuletzt geprüft am 24. April 2026
References
- [1]Chandra, S., Lata, H., Khan, I.A. & ElSohly, M.A. (2008). Photosynthetic response of Cannabis sativa L. to variations in photosynthetic photon flux densities, temperature and CO2 conditions. Physiology and Molecular Biology of Plants, 14(4), 299–306.
- [2]Chandra, S., Lata, H., Mehmedic, Z., Khan, I.A. & ElSohly, M.A. (2015). Light dependence of photosynthesis and water vapor exchange characteristics in different high Δ9-THC yielding varieties of Cannabis sativa L. Journal of Applied Research on Medicinal and Aromatic Plants, 2(2), 39–47.
- [3]EMCDDA (2023). European cannabis cultivation overview. European Monitoring Centre for Drugs and Drug Addiction.
- [4]Beckley Foundation (2022). Cannabis policy and cultivation science briefing.
- [5]Royal Queen Seeds Grow Guide (2023). SCROG technique documentation. Breeder reference material.
- [6]Sensi Seeds Grow Guide (2023). Screen of Green methodology. Breeder reference material.
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