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Ursprung des Microdosing nach Fadiman: Wie sein Protokoll zum Standard wurde

Definition
Der Ursprung des Microdosing nach Fadiman beschreibt eine strukturierte Praxis, bei der eine subperzeptuelle Dosis eines Psychedelikums — etwa ein Zehntel einer Volldosis — nach einem festen Dreitageszyklus eingenommen und systematisch dokumentiert wird (Fadiman, 2011). Fadiman erfand nicht die Einnahme kleiner Mengen Psychedelika, sondern lieferte Name, Zeitplan und Rahmen, die eine Randerscheinung in ein weltweites Phänomen verwandelten.
18+ only — Dieser Artikel behandelt den Gebrauch psychoaktiver Substanzen und richtet sich ausschließlich an Erwachsene.
Der Ursprung des Microdosing, wie James Fadiman es formalisierte, liegt in einer strukturierten Praxis: Eine Person nimmt eine subperzeptuelle Dosis eines Psychedelikums — etwa ein Zehntel einer Volldosis — nach einem festen Dreitageszyklus ein und dokumentiert dabei systematisch ihre Beobachtungen (Fadiman, 2011). Fadiman hat nicht erfunden, dass Menschen kleine Mengen Psychedelika nehmen — das taten Einzelne schon seit Jahrzehnten auf eigene Faust. Was er lieferte, war ein Name, ein Zeitplan und ein Rahmen, der eine Randerscheinung in ein weltweites Phänomen verwandelte. Dieser Artikel zeichnet nach, wie das Fadiman-Protokoll entstand, wie es sich verbreitete und was die Forschung tatsächlich dazu sagt.
Im Team gibt es bis heute keine Einigkeit, ob Fadiman der Erfinder des Microdosing ist oder einfach derjenige, der dem Ganzen eine brauchbare Struktur gegeben hat. Am Ende ist genau diese Struktur der Punkt — ohne sie wäre Microdosing ein diffuses Selbstexperiment geblieben, über das sich kaum sinnvoll reden ließe.
Schritt 1: Verstehen, was Fadiman tatsächlich vorschlug
2011 veröffentlichte James Fadiman The Psychedelic Explorer's Guide: Safe, Therapeutic, and Sacred Journeys. Das Buch deckte ein breites Spektrum ab — Leitfäden für Volldosis-Sitzungen, die Geschichte der Psychedelikforschung, Sicherheitsprotokolle —, aber ein Kapitel veränderte alles. Darin beschrieb Fadiman das Konzept des „subperzeptuellen" Dosierens: die Einnahme eines winzigen Bruchteils einer Standarddosis LSD oder Psilocybin, nicht genug für visuelle Verzerrungen oder veränderte Bewusstseinszustände, aber möglicherweise ausreichend, um Stimmung, Konzentration oder kreatives Denken zu beeinflussen (Fadiman, 2011).
Die konkreten Mengen, die Fadiman nannte, lagen bei ungefähr 10 Mikrogramm LSD oder 0,1–0,3 g getrockneter Psilocybinpilze. Der entscheidende Unterschied zum Freizeitgebrauch: Du sollst die Dosis nicht wirklich spüren. Wenn sich Wände bewegen oder Farben intensiver werden, war die Dosis zu hoch. Fadiman war in diesem Punkt unmissverständlich. Die Dosis soll unter der Wahrnehmungsschwelle liegen — theoretisch wirksam auf Kognition und Stimmung, aber ohne bewusst erlebte Effekte.
Schritt 2: Den Zeitplan des Fadiman-Protokolls kennenlernen
Das Fadiman-Protokoll folgt einem strikten Rhythmus: ein Tag Einnahme, zwei Tage Pause — wiederholt über mindestens vier Wochen. Der Zyklus im Detail:

- Tag 1: Einnahmetag. Die subperzeptuelle Dosis wird morgens genommen.
- Tag 2: Übergangstag. Keine Einnahme. Beobachte, ob Nachwirkungen oder ein Nachglühen spürbar sind.
- Tag 3: Normaltag. Keine Einnahme. Rückkehr zur Baseline. Vergleiche dein Befinden mit Tag 1.
- Tag 4: Erneuter Einnahmetag. Der Zyklus beginnt von vorn.
Dieses Muster dient der Vermeidung von Toleranzaufbau. Serotonerge Psychedelika erzeugen rasch Toleranz — bei täglicher Einnahme bräuchtest du innerhalb weniger Tage deutlich höhere Dosen für denselben Effekt. Die Pausentage fungieren gleichzeitig als eingebaute Kontrollbedingung: Sie ermöglichen dir zu beobachten, ob Veränderungen in Stimmung oder Kognition über das aktive Zeitfenster hinaus bestehen bleiben und wie sich dosisfreie Tage im Vergleich anfühlen.
Fadiman empfahl, diesen Zeitplan mindestens vier Wochen lang einzuhalten und dabei ein tägliches Tagebuch zu führen. Die Journalkomponente wird häufig unterschätzt, doch Fadiman betrachtete sie als zentralen Bestandteil — ohne schriftliche Aufzeichnungen rätst du, statt zu beobachten (Fadiman, 2011).
Schritt 3: Die Vorgeschichte vor dem Buch kennen
Fadimans Beschäftigung mit Psychedelika reicht bis in die 1960er-Jahre zurück — Jahrzehnte, bevor er das Microdosing-Protokoll formalisierte. Er arbeitete an der International Foundation for Advanced Study in Menlo Park, Kalifornien. 1966 war er Koautor einer Studie, in der Fachleute — Ingenieure, Architekten, Physiker — Meskalin erhielten und gebeten wurden, an realen Problemen zu arbeiten, bei denen sie feststeckten. Die Teilnehmer berichteten von gesteigerter funktionaler Leistungsfähigkeit, und mehrere entwickelten Lösungen, die später tatsächlich in ihrer beruflichen Praxis umgesetzt wurden (Harman et al., 1966).
Diese Studie verwendete Volldosen, keine Mikrodosen. Doch die zugrunde liegende Frage — können Psychedelika die Problemlösefähigkeit berufstätiger Menschen verbessern? — legte den Grundstein. Als die US-Regierung Ende der 1960er-Jahre die meiste Psychedelikforschung stoppte, sammelte Fadiman weiterhin anekdotische Berichte. Über die folgenden Jahrzehnte trug er informelle Schilderungen von Menschen zusammen, die eigenständig mit niedrigen Dosen experimentiert hatten. Als er sich schließlich hinsetzte, um The Psychedelic Explorer's Guide zu schreiben, konnte er auf über 40 Jahre Korrespondenz zurückgreifen.
Das Buch war also keine plötzliche Eingebung. Es war die Formalisierung von etwas, das Fadiman still und systematisch über vier Jahrzehnte begleitet hatte.
Schritt 4: Nachzeichnen, wie die Idee den Mainstream erreichte
Zwischen 2011 und 2017 gelangte das Microdosing-Konzept durch ein Zusammenspiel aus Silicon-Valley-Kultur, Podcastauftritten und der breiteren psychedelischen Renaissance ins öffentliche Bewusstsein. Die Buchveröffentlichung allein hätte das nicht bewirkt — mehrere Faktoren griffen ineinander.
Erstens griff das Silicon Valley das Thema auf. Berichte tauchten auf, dass Techarbeiter in San Francisco und der Bay Area kleine Dosen LSD zur Produktivitäts- und Kreativitätssteigerung nutzten. Fadimans Protokoll war simpel genug, um es neben einem normalen Arbeitsalltag durchzuziehen — das war Teil des Konzepts. Medien rahmten das Ganze als „Produktivitätshack", was die gegenkulturellen Assoziationen abstreifte und es für ein professionelles Publikum neu verpackte.
Zweitens wurde Fadiman selbst zum aktiven Botschafter. Er trat in Podcasts auf, hielt Vorträge und — entscheidend — startete eine systematische Selbstberichtsstudie. Er lud Menschen ein, seinem Protokoll zu folgen und ihm strukturierte Erfahrungsberichte zu schicken. Bis 2019 hatten er und seine Forschungspartnerin Sophia Korb Daten von über 1.500 Teilnehmenden aus 59 Ländern gesammelt (Fadiman & Korb, 2019). Das war keine kontrollierte klinische Studie — die Teilnehmenden wählten sich selbst aus, es gab keinen Placeboarm, und die Dosierung wurde nicht verifiziert —, aber das schiere Volumen der Berichte verlieh der Praxis einen empirischen Anstrich, den reine Anekdoten nicht bieten konnten.
Drittens schuf die breitere psychedelische Renaissance ein aufnahmebereites Publikum. Institutionen wie Johns Hopkins und das Imperial College London veröffentlichten Studien über Volldosis-Psilocybin bei Depression und Angst am Lebensende. Die Beckley Foundation kofinanzierte 2016 die erste Bildgebungsstudie zu den Effekten von LSD auf das Gehirn, die weitreichende Veränderungen der neuronalen Konnektivität zeigte (Carhart-Harris et al., 2016). Wenn Volldosen messbare Gehirnveränderungen hervorrufen, so die Überlegung, könnten winzige Dosen das vielleicht auch — nur sanfter.
Schritt 5: Verstehen, was die Evidenz tatsächlich zeigt
Die ehrliche Antwort: Belastbare klinische Evidenz für Microdosing ist dünn und weitgehend uneindeutig.
Die Selbstberichtsdaten, die Fadiman sammelte, sind interessant, aber methodisch schwach. Menschen, die sich bewusst für Microdosing entscheiden und dann darüber berichten, erwarten bereits Vorteile — ein klassischer Erwartungseffekt. Die erste rigorose placebokontrollierte Studie zu Psilocybin-Microdosing, veröffentlicht von Szigeti et al. (2021) in eLife, ergab: Sowohl die Microdosing- als auch die Placebogruppe berichteten Verbesserungen in Wohlbefinden und Kognition, aber es gab keinen signifikanten Unterschied zwischen beiden Gruppen. Die Verbesserungen schienen durch Erwartung getrieben, nicht durch Pharmakologie.
Eine doppelblinde Studie der University of Chicago aus dem Jahr 2022 testete LSD-Mikrodosen (13 und 26 Mikrogramm) gegen Placebo und fand minimale Effekte auf Stimmung, Kognition oder Kreativität bei der niedrigeren Dosis. Bei 26 Mikrogramm zeigten sich einige subjektive Effekte, die jedoch zwischen den Teilnehmenden inkonsistent waren (de Wit et al., 2022). Diese 26-Mikrogramm-Dosis liegt am oberen Ende dessen, was die meisten Protokolle als Mikrodosis bezeichnen würden — und selbst dort waren die Ergebnisse gemischt.
Das bedeutet nicht, dass Menschen keine realen Veränderungen erleben. Es bedeutet, dass sich die pharmakologischen Effekte bislang nicht sauber vom Ritual, der Intentionssetzung, dem Tagebuchführen und der schlichten Tatsache trennen lassen, dass du einen Monat lang genauer auf deinen eigenen mentalen Zustand achtest. Diese Dinge haben einen eigenständigen Wert — aber sie sind nicht dasselbe wie ein Substanzeffekt.
Schritt 6: Fadimans Protokoll mit Alternativen vergleichen
Fadimans Dreitageszyklus ist der konservativste und am weitesten verbreitete Zeitplan, aber mindestens zwei andere Ansätze sind gebräuchlich. Die folgende Tabelle fasst die wesentlichen Unterschiede zusammen:
| Protokoll | Zeitplan | Substanzen | Begründung | Evidenzlage |
|---|---|---|---|---|
| Fadiman-Protokoll | 1 Tag Einnahme, 2 Tage Pause | LSD oder Psilocybin | Toleranzvermeidung; eingebaute Kontrolltage zur Selbstbeobachtung | Selbstberichtsdaten (1.500+ Teilnehmende); keine RCT-Bestätigung |
| Stamets Stack | 5 Tage Einnahme, 2 Tage Pause | Psilocybin + Löwenmähne + Niacin | Kumulativer neurogener Effekt; Niacin unterstützt die Verteilung | Keine publizierte klinische Evidenz für die Kombination |
| Intuitiver Zeitplan | Nach Gefühl, kein fester Rhythmus | Variiert | Persönliche Ansprechbarkeit | Keine strukturierten Daten; Fadiman rät explizit davon ab |
Paul Stamets, der Mykologe, schlug den Fünf-Tage-Ansatz vor, häufig kombiniert mit Löwenmähne (Hericium erinaceus) und Niacin — der sogenannte „Stamets Stack". Die Begründung ist eine andere: Stamets argumentiert, dass aufeinanderfolgende Einnahmetage einen kumulativen neurogenen Effekt aufbauen und dass das Niacin (das einen Blutschub in die Peripherie auslöst) die Metaboliten des Psilocybins breiter verteilt. Publizierte klinische Evidenz für diese spezifische Kombination existiert nicht, obwohl Löwenmähne in Tiermodellen einige neuroprotektive Eigenschaften gezeigt hat (Mori et al., 2009).
Andere Praktizierende nutzen einen „intuitiven" Zeitplan — sie dosieren, wenn es sich richtig anfühlt, ohne festen Rhythmus. Fadiman hat sich explizit gegen diesen Ansatz ausgesprochen: Ohne konsistenten Zeitplan lassen sich keine sinnvollen Muster in der eigenen Reaktion erkennen.
Das Fadiman-Protokoll bleibt das am häufigsten befolgte, vor allem weil es das konservativste ist. Zwei Pausentage pro Zyklus bedeuten geringere Gesamtexposition, reduziertes Toleranzrisiko und mehr „Kontrolltage" für den Selbstvergleich. Für jemanden, der sich dem Thema zum ersten Mal nähert, ist diese eingebaute Vorsicht ein echter Vorteil.
Schritt 7: Das Protokoll sorgfältig anwenden
Die wichtigste praktische Überlegung ist die Dosiergenauigkeit — bei subperzeptuellen Mengen können kleine Fehler dich in den wahrnehmbaren Bereich schieben.
Dosiergenauigkeit ist alles. Der Unterschied zwischen „subperzeptuell" und „leicht wahrnehmbar" kann 50 Milligramm getrocknetes Pilzmaterial oder 5 Mikrogramm LSD ausmachen. Der Psilocybingehalt variiert erheblich zwischen Arten, Sorten und sogar einzelnen Exemplaren — eine Analyse aus dem Jahr 2022 fand Psilocybinkonzentrationen in Psilocybe cubensis zwischen 0,14 % und 1,86 % Trockengewicht, abhängig von Wachstumsbedingungen und Genetik (Gotvaldová et al., 2022). Volumetrisches Dosieren (Auflösen einer bekannten Menge in einem abgemessenen Flüssigkeitsvolumen) ist die zuverlässigste Methode für LSD. Bei psilocybinhaltigen Trüffeln ist die gleichmäßigere Alkaloidverteilung im Vergleich zu getrockneten Pilzen ein Vorteil für die Dosierbarkeit, obwohl Variationen weiterhin bestehen. Eine Präzisionswaage mit 0,01-g-Genauigkeit ist unerlässlich — besorg dir eine, bevor du anfängst.
Tagebuchführen ist nicht verhandelbar. Fadimans Protokoll wurde als Selbstexperiment konzipiert, nicht als tägliche Nahrungsergänzungsroutine. Ohne schriftliche Aufzeichnungen über Stimmung, Schlaf, Konzentration, Appetit und soziale Interaktionen wirst du echte Effekte nicht von Bestätigungsfehler unterscheiden können. Bewerte deinen Tag auf einer einfachen 1-bis-10-Skala in einigen Kategorien. Sei langweilig dabei. Die langweiligen Daten sind die nützlichen Daten.
Lege einen definierten Zeitraum fest. Fadiman schlug mindestens vier Wochen vor, viele Praktizierende führen 8–10-wöchige Zyklen mit Pausen dazwischen durch. Unbefristete Dauereinnahme war nie Teil des ursprünglichen Vorschlags, und das Langzeitsicherheitsprofil wiederholter subperzeptueller serotonerger Stimulation ist schlicht nicht untersucht. Wir wissen nicht, was Monate oder Jahre regelmäßigen Microdosings mit der 5-HT2B-Rezeptordichte, dem Herzklappengewebe oder der basalen Serotoninfunktion machen — und wer behauptet, es zu wissen, spekuliert.
Zu Wechselwirkungen mit Medikamenten: Serotonerge Psychedelika interagieren mit SSRIs, MAOIs, Lithium und anderen Psychiatriemedikamenten auf Weisen, die von verminderter Wirksamkeit bis zu ernsthaft gefährlichen Reaktionen reichen. Der Fachartikel zu psychedelischen Arzneimittelwechselwirkungen behandelt das im Detail — lies ihn, bevor du irgendetwas kombinierst.
Was du für einen Fadiman-Microdosing-Zyklus brauchst
Wenn du alles besorgen willst, was du für eine saubere Durchführung des Protokolls benötigst, kaufen erfahrene Microdoser bei Azarius typischerweise Folgendes:
- Microdosing XP Truffles — vorportionierte Psilocybintrüffel, die speziell für subperzeptuelle Dosierung entwickelt wurden. Der konsistente Alkaloidgehalt macht sie zu einer praktischen Wahl für das Fadiman-Protokoll. Einzeln oder als Mehrfachstreifen erhältlich, um einen vollständigen Zyklus abzudecken.
- Eine Präzisionswaage (0,01 g) — unverzichtbar für genaue Dosierung. Bei Azarius zusammen mit anderem Vorbereitungszubehör erhältlich. Bestell sie, bevor die Trüffel ankommen, damit du an Tag 1 startklar bist.
- Ein Tagebuch oder Notizbuch — Fadiman betrachtete die tägliche schriftliche Dokumentation als zentralen Bestandteil des Protokolls. Manche nutzen Apps, aber Stift und Papier eliminieren die Versuchung, nebenbei zu scrollen.
Viele bestellen zusätzlich Löwenmähne-Präparate — ob sie nun dem Fadiman- oder dem Stamets-Ansatz folgen. Löwenmähne ist ein legaler nootroper Pilz mit eigenem Forschungskörper zur Stimulation des Nervenwachstumsfaktors. Löwenmähne-Kapseln und -Extrakte sind im Azarius-Smartshop erhältlich.
Ehrliche Grenzen: Was wir noch nicht wissen
Die größte Lücke im Microdosing, wie Fadiman es populär machte, ist das Fehlen von Langzeitsicherheitsdaten und groß angelegten randomisierten kontrollierten Studien. Was tatsächlich unklar bleibt:
- Langfristige kardiale Sicherheit. Psilocybin und LSD wirken beide auf 5-HT2B-Rezeptoren. Chronische Stimulation dieser Rezeptoren ist bei anderen Substanzklassen (insbesondere Fenfluramin) mit Herzklappenfibrosen assoziiert. Keine Studie hat untersucht, ob wiederholte subperzeptuelle Psychedelikadosierung ein ähnliches Risiko birgt. Die Dosen sind weit geringer, aber „wahrscheinlich kein Problem" ist nicht dasselbe wie „nachweislich sicher".
- Neuroplastizitätseffekte über längere Zeiträume. Psychedelika fördern dendritisches Wachstum und synaptische Plastizität in Tiermodellen. Ob monatelanges wiederholtes Microdosing vorteilhafte, neutrale oder problematische strukturelle Veränderungen im menschlichen Gehirn erzeugt, ist unbekannt.
- Individuelle Variation. Enzympolymorphismen (insbesondere CYP2D6) bedeuten, dass dieselbe Dosis bei verschiedenen Menschen sehr unterschiedliche Blutspiegel erzeugen kann. Was für eine Person subperzeptuell ist, kann für eine andere leicht psychoaktiv sein.
- Placebo versus Pharmakologie. Wie die Studie von Szigeti et al. (2021) zeigte, kann Erwartung allein die Verbesserungen erzeugen, die Menschen dem Microdosing zuschreiben. Bis mehr doppelblinde Studien abgeschlossen sind, lässt sich der Substanzeffekt nicht zuverlässig vom Ritualeffekt trennen.
Nichts davon bedeutet, dass Microdosing gefährlich oder nutzlos ist. Es bedeutet, dass die ehrliche wissenschaftliche Position lautet: „Wir wissen noch nicht genug." Wer das Protokoll befolgt, sollte das mit diesem Vorbehalt im Hinterkopf tun.
Häufige Fehler
Der häufigste Fehler bei Einsteigern ist eine zu hohe Dosis, die dann fälschlicherweise als Mikrodosis bezeichnet wird. Hier die Fallstricke, die erfahrene Praktizierende zu vermeiden gelernt haben:
- Zu hoch dosieren und es Mikrodosis nennen. Wenn du dich verändert fühlst, war es keine Mikrodosis. Reduziere die Menge.
- Pausentage auslassen. Toleranz baut sich bei serotonergen Substanzen schnell auf. Die freien Tage sind strukturell, nicht optional.
- Kein Tagebuch führen. „Ich glaube, es wirkt" nach zwei Wochen sind keine Daten. Schreib auf. Vergleiche Einnahmetage mit einnahmefreien Tagen über den gesamten Zyklus.
- Es als Nahrungsergänzungsmittel behandeln. Fadiman konzipierte das als zeitlich begrenztes Selbstbeobachtungsprotokoll, nicht als tägliches Vitaminpräparat.
- Set und Setting ignorieren. Auch bei subperzeptuellen Dosen spielen deine Umgebung und dein mentaler Zustand eine Rolle. Ein stressiger Tag wird nicht auf magische Weise besser, weil du morgens 100 mg Trüffel genommen hast.
Quellenverzeichnis
- Carhart-Harris, R.L. et al. (2016). Neural correlates of the LSD experience revealed by multimodal neuroimaging. Proceedings of the National Academy of Sciences, 113(17), 4853–4858.
- de Wit, H. et al. (2022). Repeated low doses of LSD in healthy adults: a placebo-controlled, dose–response study. Addiction Biology, 27(2), e13143.
- Fadiman, J. (2011). The Psychedelic Explorer's Guide: Safe, Therapeutic, and Sacred Journeys. Park Street Press.
- Fadiman, J. & Korb, S. (2019). Might microdosing psychedelics be safe and beneficial? An initial exploration. Journal of Psychoactive Drugs, 51(2), 118–122.
- Gotvaldová, K. et al. (2022). Stability of psilocybin and its four analogs in the biomass of the psychotropic mushroom Psilocybe cubensis. Drug Testing and Analysis, 14(2), 302–310.
- Harman, W.W. et al. (1966). Psychedelic agents in creative problem-solving: a pilot study. Psychological Reports, 19(1), 211–227.
- Mori, K. et al. (2009). Nerve growth factor-inducing activity of Hericium erinaceus in 1321N1 human astrocytoma cells. Biological and Pharmaceutical Bulletin, 32(9), 1727–1732.
- Szigeti, B. et al. (2021). Self-blinding citizen science to explore psychedelic microdosing. eLife, 10, e62878.
Zuletzt aktualisiert: April 2026
Häufig gestellte Fragen
10 FragenWas genau ist das Fadiman-Protokoll beim Microdosing?
Warum hat das Fadiman-Protokoll zwei Pausentage?
Ist Microdosing nach Fadiman wissenschaftlich belegt?
Was unterscheidet das Fadiman-Protokoll vom Stamets Stack?
Welche Fehler machen Einsteiger beim Microdosing am häufigsten?
Gibt es Langzeitdaten zur Sicherheit von Microdosing?
Wie lange sollte man das Fadiman-Mikrodosierungsprotokoll durchführen?
Warum ist das Führen eines Tagebuchs beim Fadiman-Mikrodosierungsprotokoll wichtig?
Ist es beim Fadiman-Protokoll erlaubt, an aufeinanderfolgenden Tagen zu mikrodosieren?
Zu welcher Tageszeit sollte man laut Fadiman eine Mikrodosis einnehmen?
Über diesen Artikel
Joshua Askew ist Chefredakteur für die Wiki-Inhalte von Azarius. Er ist Managing Director bei Yuqo, einer Content-Agentur, die auf redaktionelle Arbeit in den Bereichen Cannabis, Psychedelika und Ethnobotanik in mehreren
Dieser Wiki-Artikel wurde mit KI-Unterstützung verfasst und von Joshua Askew geprüft, Managing Director at Yuqo. Redaktionelle Aufsicht durch Adam Parsons.
Medizinischer Hinweis. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information und stellen keine medizinische Beratung dar. Konsultiere vor der Verwendung einer Substanz eine qualifizierte Fachperson im Gesundheitswesen.
Zuletzt geprüft am 24. April 2026
References
- [1]Carhart-Harris, R.L. et al. (2016). Neural correlates of the LSD experience revealed by multimodal neuroimaging. Proceedings of the National Academy of Sciences, 113(17), 4853–4858.
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- [4]Fadiman, J. & Korb, S. (2019). Might microdosing psychedelics be safe and beneficial? An initial exploration. Journal of Psychoactive Drugs, 51(2), 118–122.
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- [8]Szigeti, B. et al. (2021). Self-blinding citizen science to explore psychedelic microdosing. eLife, 10, e62878.
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