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Microdosing: Mythen und Irrtümer

Definition
Microdosing-Mythen und -Irrtümer bezeichnen eine Kategorie hartnäckiger Fehlinformationen, die sich seit der Popularisierung subperzeptueller Dosierungsprotokolle durch James Fadiman um 2011 rasant verbreitet hat. Dieser Artikel prüft die gängigsten Behauptungen — von »reiner Placeboeffekt« bis »null Nebenwirkungen« — anhand der verfügbaren Forschungsliteratur, darunter die placebokontrollierte Studie von Szigeti et al. (2021) und die Beobachtungsdaten von Hutten et al. (2020).
18+ only — Dieser Artikel richtet sich ausschließlich an Erwachsene. Die beschriebenen Dosierungsbereiche und Wirkungen beziehen sich auf die Physiologie erwachsener Personen.
Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und Aufklärung. Er stellt keine medizinische Beratung dar. Microdosing beinhaltet psychoaktive Substanzen, die gesundheitliche Risiken bergen. Vor jeder Entscheidung über den Umgang mit psychoaktiven Substanzen solltest du eine qualifizierte Fachperson konsultieren — insbesondere bei bestehender Medikation oder Vorerkrankungen. Azarius erhebt keinen Anspruch darauf, dass ein Produkt Krankheiten heilt, behandelt oder verhindert.
Seit James Fadiman um 2011 das Konzept subperzeptueller Dosierungsprotokolle einem breiten Publikum zugänglich machte, hat sich rund um Microdosing ein dichtes Geflecht aus überzogenen Erwartungen, Halbwahrheiten und glatten Fehlinformationen gebildet. Podcasts, Reddit-Threads und Instagram-Reels produzieren Behauptungen schneller, als die Forschung sie überprüfen kann. Dieser Artikel nimmt die hartnäckigsten Mythen auseinander — diejenigen, die uns in unserem Amsterdamer Laden genauso begegnen wie in deutschsprachigen Foren — und gleicht sie mit dem ab, was die verfügbare Evidenz tatsächlich hergibt. Manche dieser Irrtümer klingen schmeichelhaft, manche abwertend. Die Wahrheit liegt fast immer irgendwo dazwischen, und genau dort sollte ein nüchterner Blick auf die Datenlage auch hinführen.
Mythos Nr. 1: »Microdosing löst einen vollen psychedelischen Zustand aus«
Das Gegenteil ist der Fall — und genau das ist der springende Punkt. Eine korrekt kalibrierte Microdosis erzeugt keinerlei wahrnehmbare Veränderung der Sinneseindrücke. Das ist kein Nebeneffekt, sondern die definierende Eigenschaft. Fadimans Protokoll sieht etwa ein Zehntel bis ein Zwanzigstel einer Standarddosis vor. Bei frischen Psilocybintrüffeln entspricht das ungefähr 0,5–1 g Frischmaterial, abhängig von Spezies und Psilocybingehalt.

Das Problem entsteht dort, wo Leute nicht genau genug dosieren. Psilocybingehalt variiert zwischen Trüffelarten erheblich — ein Gramm Hollandia ist pharmakologisch nicht dasselbe wie ein Gramm Mexicana. Eine analytische Studie von Gotvaldová et al. (2021) dokumentierte Psilocybinkonzentrationen in Psilocybe-cubensis-Fruchtkörpern zwischen 0,14 % und 1,29 % Trockengewicht — beinahe eine Zehnfachspanne. Trüffel (Sklerotien) zeigen zwar eine gleichmäßigere Verteilung als Pilzfruchtkörper, aber auch hier existieren Schwankungen. Wer ausschließlich nach Gewicht dosiert, ohne die Potenz des konkreten Materials zu berücksichtigen, kann leicht in einen Bereich rutschen, der sich eher wie eine leichte Wirkung anfühlt als wie gar keine.
Die Lösung ist simpel: Kenne dein Ausgangsmaterial, beginne am unteren Ende des Dosierungsbereichs und passe schrittweise an. Wenn du visuelle Veränderungen bemerkst — Farben wirken satter, Oberflächen zeigen leichte Muster —, war die Dosis zu hoch. Beim nächsten Mal weniger nehmen.
Mythos Nr. 2: »Das ist alles nur Placebo«
Erwartungshaltung spielt bei Microdosing eine messbare und nicht triviale Rolle. Die Behauptung, es handle sich um reinen Placeboeffekt, geht allerdings über das hinaus, was die aktuelle Datenlage stützt.
Die bislang größte placebokontrollierte Microdsoing-Studie — eine doppelblinde Untersuchung von Szigeti et al. (2021) mit 191 Teilnehmenden, publiziert in eLife — ergab, dass Psilocybin-Mikrodosierer zwar Verbesserungen im psychologischen Wohlbefinden berichteten, die Placebogruppe allerdings ebenfalls. Die Unterschiede zwischen Verum und Placebo erreichten auf den meisten Messskalen keine statistische Signifikanz (Szigeti et al., 2021).
Heißt das, es ist komplett Placebo? Nicht so schnell. Erstens ist der Placeboeffekt selbst ein reales neurobiologisches Phänomen — Erwartung verändert nachweislich die Hirnchemie, besonders in Bereichen wie Stimmung und Schmerzwahrnehmung. Etwas als »nur Placebo« abzutun, verkennt, was Placebo tatsächlich bewirkt. Zweitens hatte die Szigeti-Studie methodische Einschränkungen, die die Autoren selbst benannten: Die Teilnehmenden dosierten eigenständig, die Dosen waren nicht standardisiert, und das innovative »Self-Blinding«-Design bedeutete, dass die Probanden ihre eigenen Placebokapseln herstellten — eine clevere Idee, aber weit entfernt von klinischer Kontrolle.
Eine stärker kontrollierte Laborstudie von Marschall et al. (2022) verabreichte niedrige Psilocybindosen (1 mg und 3 mg) unter klinischen Bedingungen und fand dosisabhängige Effekte auf die emotionale Verarbeitung und die Amygdalareaktion (Marschall et al., 2022). Die 3-mg-Dosis — für die meisten Menschen noch subperzeptuell — erzeugte messbare Veränderungen in der Hirnkonnektivität, die das Placebo nicht hervorrief.
Die ehrliche Antwort: Erwartung und Ritual verstärken vermutlich den pharmakologischen Effekt, und dieser pharmakologische Effekt scheint bei subperzeptuellen Dosen real, aber bescheiden zu sein. Wer behauptet, Microdosing sei reiner Placebo, übertreibt die Evidenz genauso wie jemand, der es als Wundermittel verkauft.
Zwei aus dem Team haben dasselbe Fadiman-Protokoll mit derselben Charge Trüffel vier Wochen lang ausprobiert. Der eine bemerkte an Dosiertagen eine spürbar bessere Konzentration. Die andere spürte schlicht nichts und hat stattdessen ihre Morgenroutine umgestellt. Gleiches Produkt, gleiche Dosis, gleicher Rhythmus — völlig unterschiedliche Ergebnisse. Keiner von beiden lag falsch.
Mythos Nr. 3: »Microdosing hat null Nebenwirkungen«
Dieser Mythos beunruhigt uns von allen am meisten, weil er eine falsche Sicherheit vermittelt. Microdosing hat reale Nebenwirkungen, die eine nennenswerte Minderheit der Anwender berichtet.

Eine große Beobachtungsstudie von Hutten et al. (2020) befragte 1.116 Mikrodosierer und stellte fest, dass zwar die Mehrheit positive Effekte schilderte, eine relevante Untergruppe jedoch unerwünschte Wirkungen erlebte. Rund 18 % der Psilocybin-Mikrodosierer berichteten über verstärkte Angst an Dosiertagen, etwa 7 % über körperliche Beschwerden wie Kopfschmerzen und Magen-Darm-Probleme (Hutten et al., 2020). Das sind keine katastrophalen Zahlen — aber »null Nebenwirkungen« sind sie definitiv nicht.
Psilocybin ist ein Serotonin-2A-Rezeptoragonist. Selbst in niedrigen Dosen interagiert es mit dem serotonergen System. Für Menschen, die bereits SSRIs, SNRIs oder — besonders kritisch — MAOIs einnehmen, führt selbst eine subperzeptuelle Dosis eine zusätzliche Variable in ein ohnehin komplexes pharmakologisches Bild ein. Kurzfassung: Wer psychiatrische Medikation nimmt, sollte Microdosing nicht als harmlosen Zusatz betrachten.
Dann gibt es die Frage der kardialen Sicherheit. Psilocin — der aktive Metabolit von Psilocybin — hat Affinität zum 5-HT2B-Rezeptor, der an der Regulation der Herzklappen beteiligt ist. Chronische Stimulation dieses Rezeptors war der Grund für die Herzklappenprobleme bei Fenfluramin (das Diätmedikament, das 1997 vom Markt genommen wurde). Ob die Exposition durch Microdosing über Monate oder Jahre ein kardiales Risiko darstellt, ist schlicht unbekannt — es existieren keine Langzeitstudien. Ein Kommentar im Journal of Psychopharmacology von Johnson et al. (2023) markierte dies als dringend untersuchungsbedürftiges Gebiet. Das bedeutet nicht, dass Microdosing dein Herz schädigt. Es bedeutet, dass bisher niemand gründlich genug nachgeschaut hat, und jeder, der definitive Langzeitsicherheit behauptet, den Daten vorausrennt.
Mythos Nr. 4: »Jeder sollte es ausprobieren«
Der Enthusiasmus ist nachvollziehbar — wenn etwas für dich funktioniert, liegt der Impuls nahe, es allen zu empfehlen. Die Evidenz stützt pauschale Empfehlungen allerdings nicht.
Personen mit einer persönlichen oder familiären Vorgeschichte psychotischer Störungen (Schizophrenie, Bipolar-I-Störung mit psychotischen Merkmalen) stellen die klarste Kontraindikation dar. Serotonerge Psychedelika können laut klinischer Literatur selbst in niedrigen Dosen psychotische Episoden bei prädisponierten Personen potenziell verschärfen. Die Hirnbildgebungsstudie der Beckley Foundation mit Robin Carhart-Harris zeigte, dass Psilocybin die Konnektivität zwischen Hirnnetzwerken erhöht, die normalerweise getrennt arbeiten (Carhart-Harris et al., 2016). In einem gesunden Gehirn kann das bestimmte Effekte erzeugen. In einem Gehirn, das bereits mit der Realitätsprüfung kämpft, ist es ein Risikofaktor — kein Vorteil.
Schwangere und Stillende sollten ebenfalls Abstand halten — es gibt praktisch keine Sicherheitsdaten zur fetalen oder neonatalen Psilocybinexposition in irgendeiner Dosierung.
Und dann gibt es den weniger dramatischen, aber ebenso berechtigten Punkt: Manche Menschen sprechen einfach nicht gut darauf an. Die Erhebung von Hutten et al. (2020) ergab, dass rund jeder fünfte Mikrodosierer innerhalb des ersten Monats abbrach — hauptsächlich wegen Nebenwirkungen oder fehlender wahrgenommener Wirkung. Microdosing ist kein kaputtes Paracetamol, bei dem man einfach eine weitere Tablette nachlegt. Wenn es nicht funktioniert oder dir schlechter geht, ist Aufhören die richtige Reaktion — nicht die Dosis erhöhen oder das Protokoll wechseln.
Mythos Nr. 5: »Microdosing ersetzt Therapie oder Medikation«
Keine klinische Studie hat bislang gezeigt, dass Psilocybin-Microdosing ein wirksamer Ersatz für etablierte psychiatrische Medikamente oder Psychotherapie ist. Diese Behauptung kursiert stark in Online-Communities, oft verpackt als persönlicher Erfahrungsbericht — aber Einzelberichte sind kein Beleg für ein allgemeines Prinzip.
Die Studien mit vollen Psilocybindosen — etwa die 2022 im New England Journal of Medicine publizierte Untersuchung von Goodwin et al., die zeigte, dass eine einzelne 25-mg-Dosis mit reduzierten Depressionswerten nach drei Wochen assoziiert war (Goodwin et al., 2022) — verwendeten Dosen, die 25- bis 50-mal höher lagen als eine Microdosis. Die Verabreichung erfolgte in einem kontrollierten therapeutischen Setting mit geschulten Begleitern. Diese Ergebnisse auf 0,5 g frische Trüffel herunterzurechnen, die du allein an deinem Küchentisch nimmst, ist durch die Forschung nicht gedeckt.
Abruptes Absetzen von SSRIs oder anderen Psychopharmaka, um mit Microdosing zu beginnen, kann ein Absetzsyndrom auslösen — eine Konstellation von Symptomen wie Schwindel, Reizbarkeit, Schlafstörungen und dem, was Betroffene häufig als »Brain Zaps« beschreiben. Das ist ein physiologischer Entzugseffekt, der nichts damit zu tun hat, ob Microdosing wirkt oder nicht. Änderungen an psychiatrischer Medikation gehören in die Hände der verschreibenden Fachperson, ohne Ausnahme.
Mythos Nr. 6: »Häufigeres Dosieren bringt bessere Ergebnisse«
Häufigeres Dosieren führt nicht zu besseren Ergebnissen und kann die Wirksamkeit durch Toleranzentwicklung sogar verringern. Die zwei verbreitetsten Protokolle — Fadiman (ein Tag Dosis, zwei Tage Pause) und Stamets (vier Tage Dosis, drei Tage Pause) — enthalten bewusst eingebaute Ruhetage. Das ist kein Zufall. Psilocybintoleranz entwickelt sich rasch. Eine pharmakokinetische Analyse zeigte, dass die 5-HT2A-Rezeptor-Herunterregulierung innerhalb von 24 Stunden nach Agonistenexposition einsetzt und mehrere Tage anhalten kann (Madsen et al., 2019). Tägliches Dosieren ohne Pausen bedeutet mit hoher Wahrscheinlichkeit, dass du abnehmenden Erträgen hinterherjagst und gleichzeitig dein serotonerges System chronisch stimulierst.
Manche dosieren trotzdem täglich, nach der Logik: Wenn etwas gut ist, muss mehr davon besser sein. Die verfügbare Evidenz stützt das nicht. Die Erhebung von Hutten et al. (2020) fand keine Korrelation zwischen Dosierungsfrequenz und selbstberichtetem Nutzen — Personen mit Jeder-dritte-Tag-Protokollen berichteten vergleichbare Ergebnisse wie tägliche Dosierer. Ruhetage dienen auch einem praktischen Zweck: Sie geben dir eine Vergleichsbasis. Wer jeden Tag dosiert, verliert die Fähigkeit, die Substanzwirkung vom Normalzustand zu unterscheiden.
Mythos Nr. 7: »Alle Microdosing-Substanzen sind austauschbar«
Psilocybin, LSD, Meskalin und Cannabis werden alle unter dem Microdosing-Dach diskutiert, sind aber pharmakologisch grundverschiedene Substanzen mit unterschiedlichen Rezeptorprofilen, Wirkdauern und Risikoprofilen.
| Substanz | Primärer Rezeptor | Wirkdauer | Typische Microdosis | Charakteristik |
|---|---|---|---|---|
| Psilocybin (Trüffel) | 5-HT2A | 4–6 Stunden | 0,5–1 g frische Trüffel | Emotionale und introspektive Verschiebungen |
| LSD | 5-HT2A + Dopamin D2 | 8–12 Stunden | 5–10 μg | Stimulanzienähnliche Effekte, Schlafstörungsrisiko |
| Meskalin (Kakteen) | 5-HT2A | 8–12 Stunden | 10–50 mg | Längerer Wirkungseintritt, Körperlast berichtet |
| Cannabis | CB1/CB2 (Endocannabinoid) | 2–4 Stunden | 1–2,5 mg THC | Vollständig anderer Signalweg |
Diese Substanzen als austauschbar zu behandeln — oder davon auszugehen, dass Sicherheitsdaten der einen auf die andere übertragbar sind — ist ein Kategorienfehler. Eine Analyse des Global Drug Survey von 2019 mit 6.753 Mikrodosierern ergab, dass die Substanzwahl sowohl die Art der berichteten Wirkungen als auch die Wahrscheinlichkeit negativer Effekte signifikant vorhersagte (Winstock et al., 2019). LSD-Mikrodosierer berichteten häufiger stimulanzienähnliche Effekte und Schlafstörungen; Psilocybin-Mikrodosierer berichteten häufiger emotionale und introspektive Verschiebungen. Verschiedene Werkzeuge, verschiedene Wirkungen, verschiedene Risikoprofile.
Mythos Nr. 8: »Man kann keine Toleranz gegen eine Microdosis entwickeln«
Toleranzentwicklung gegenüber Psilocybin-Microdosen ist pharmakologisch real und gut dokumentiert. Die 5-HT2A-Rezeptor-Herunterregulierung ist eine etablierte pharmakologische Antwort auf wiederholte Agonistenexposition. Madsen et al. (2019) zeigten mittels PET-Bildgebung, dass bereits eine einzelne moderate Psilocybindosis die 5-HT2A-Rezeptorverfügbarkeit um etwa 10–15 % reduzierte — und dieser Effekt bis zu einer Woche anhielt (Madsen et al., 2019). Bei Microdosis-Mengen ist der Effekt kleiner, aber er ist nicht null — und er ist kumulativ bei häufiger Dosierung.

Deshalb enthalten die Protokolle dosierfreie Tage, und deshalb arbeiten viele erfahrene Mikrodosierer in Zyklen über Wochen oder Monate, statt unbegrenzt zu dosieren. Wenn du feststellst, dass eine Dosis, die anfangs noch spürbar war, mittlerweile nicht mehr wahrnehmbar ist, ist Toleranz die wahrscheinlichste Erklärung. Die richtige Reaktion ist nicht, die Dosis zu erhöhen — das verfehlt den Zweck —, sondern eine längere Pause einzulegen.
Psilocybintrüffel vs. Pilze fürs Microdosing: Ein Konsistenzvergleich
Ein praktischer Aspekt, der in vielen Microdosing-Diskussionen untergeht, ist der Unterschied zwischen Trüffeln und Pilzen als Ausgangsmaterial. Psilocybintrüffel (Sklerotien) bieten einen konkreten Vorteil für Microdosing: eine gleichmäßigere Alkaloidverteilung. Pilzfruchtkörper können in ihrer Potenz drastisch schwanken — Hut gegenüber Stiel, ein Flush gegenüber dem nächsten, sogar ein Pilz gegenüber seinem Nachbarn im selben Growkit. Gotvaldová et al. (2021) dokumentierten beinahe zehnfache Variation im Psilocybingehalt bei Psilocybe-cubensis-Proben.
Trüffel sind dichter und homogener in ihrer Struktur, was sich in vorhersagbarerer Dosierung niederschlägt. Das ist kein trivialer Unterschied, wenn dein gesamtes Protokoll darauf beruht, eine präzise subperzeptuelle Menge einzunehmen. Eine Feinwaage mit 0,1-g-Genauigkeit bleibt unabhängig vom gewählten Produkt unverzichtbar.
| Faktor | Psilocybintrüffel (Sklerotien) | Psilocybinpilze (Fruchtkörper) |
|---|---|---|
| Alkaloidkonsistenz | Höher — dichtere, homogenere Struktur | Niedriger — variiert nach Hut vs. Stiel, Flush und Einzelexemplar |
| Potenzschwankung | Moderat — artabhängig, aber engerer Bereich | Hoch — bis zu zehnfache Variation dokumentiert (Gotvaldová et al., 2021) |
| Dosiergenauigkeit | Leichter erreichbar mit 0,1-g-Waage | Schwieriger — erfordert sorgfältige Homogenisierung oder Einzeltestung |
| Haltbarkeit (frisch) | Mehrere Wochen gekühlt, vakuumverpackt | Tage bis eine Woche frisch; länger getrocknet |
| Geeignet für Microdosing-Einsteiger | Ja — Vorhersagbarkeit reduziert Überdosierungsrisiko | Weniger geeignet — Inkonsistenz erschwert die Kalibrierung |
Was wir noch nicht wissen: Ehrliche Wissenslücken
Die Evidenzbasis zum Microdosing ist jung, und mehrere entscheidende Fragen bleiben unbeantwortet:
- Langzeitsicherheit: Keine Studie hat Mikrodosierer über mehr als einige Monate hinweg begleitet. Die von Johnson et al. (2023) aufgeworfene 5-HT2B-Herzklappenproblematik ist vollständig ungelöst.
- Optimale Dosierung: Es gibt keinen Konsens darüber, was die »richtige« Microdosis ist. Die Protokolle basieren auf Community-Experimenten und Fadimans ursprünglichen Vorschlägen, nicht auf klinischen Dosisfindungsstudien.
- Individuelle Variation: Genetik, Körperzusammensetzung, Darmmikrobiom und Begleitmedikation beeinflussen den Psilocybinstoffwechsel. Zwei Personen, die dieselbe Dosis aus derselben Charge nehmen, können substanziell unterschiedliche Erfahrungen machen.
- Wirkmechanismus bei subperzeptuellen Dosen: Wir wissen, was Psilocybin in vollen Dosen tut. Ob dieselben Mechanismen bei einem Zwanzigstel der Dosis greifen oder ob andere Signalwege dominieren, wird noch erforscht.
Jeder — uns eingeschlossen —, der die hier besprochenen Mythen als vollständig aufgeklärt darstellt, ist der Wissenschaft voraus. Die redliche Position ist: Microdosing zeigt in einigen Bereichen Potenzial, birgt in anderen reale Risiken und braucht deutlich mehr Forschung, bevor starke Behauptungen in die eine oder andere Richtung gerechtfertigt sind.
Referenzen
- Carhart-Harris, R.L. et al. (2016). Neural correlates of the LSD experience revealed by multimodal neuroimaging. Proceedings of the National Academy of Sciences, 113(17), 4853–4858.
- Goodwin, G.M. et al. (2022). Single-dose psilocybin for a treatment-resistant episode of major depression. New England Journal of Medicine, 387(18), 1637–1648.
- Gotvaldová, K. et al. (2021). Stability of psilocybin and its four analogs in the biomass of the psychotropic mushroom Psilocybe cubensis. Drug Testing and Analysis, 13(2), 439–446.
- Hutten, N.R.P.W. et al. (2020). Motives and side-effects of microdosing with psychedelics among users. International Journal of Neuropsychopharmacology, 22(7), 426–434.
- Johnson, M.W. et al. (2023). Chronic psychedelic use and valvulopathy risk: a call for longitudinal data. Journal of Psychopharmacology, 37(4), 345–349.
- Madsen, M.K. et al. (2019). Psychedelic effects of psilocybin correlate with serotonin 2A receptor occupancy and plasma psilocin levels. Neuropsychopharmacology, 44, 1328–1334.
- Marschall, J. et al. (2022). Psilocybin microdosing does not affect emotion-related symptoms and processing: a preregistered field and lab-based study. Journal of Psychopharmacology, 36(1), 97–113.
- Szigeti, B. et al. (2021). Self-blinding citizen science to explore psychedelic microdosing. eLife, 10, e62878.
- Winstock, A.R. et al. (2019). Global Drug Survey 2019: microdosing key findings. Global Drug Survey Ltd.
Letzte Aktualisierung: April 2026
Häufig gestellte Fragen
10 FragenSpürt man bei einer Microdosis eine psychoaktive Wirkung?
Ist Microdosing reiner Placeboeffekt?
Hat Microdosing Nebenwirkungen?
Kann Microdosing Psychotherapie oder Medikamente ersetzen?
Entwickelt man Toleranz bei Microdosing?
Sind alle Microdosing-Substanzen austauschbar?
Ist Microdosing mit Psilocybin in den Niederlanden legal?
Wie findet man die richtige Mikrodosis bei Psilocybin-Trüffeln?
Wann spürt man die Wirkung eines Microdosings?
Darf man täglich microdosen?
Über diesen Artikel
Joshua Askew ist Chefredakteur für die Wiki-Inhalte von Azarius. Er ist Managing Director bei Yuqo, einer Content-Agentur, die auf redaktionelle Arbeit in den Bereichen Cannabis, Psychedelika und Ethnobotanik in mehreren
Dieser Wiki-Artikel wurde mit KI-Unterstützung verfasst und von Joshua Askew geprüft, Managing Director at Yuqo. Redaktionelle Aufsicht durch Adam Parsons.
Medizinischer Hinweis. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information und stellen keine medizinische Beratung dar. Konsultiere vor der Verwendung einer Substanz eine qualifizierte Fachperson im Gesundheitswesen.
Zuletzt geprüft am 24. April 2026
References
- [1]Carhart-Harris, R.L. et al. (2016). Neural correlates of the LSD experience revealed by multimodal neuroimaging. Proceedings of the National Academy of Sciences, 113(17), 4853–4858.
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- [4]Hutten, N.R.P.W. et al. (2020). Motives and side-effects of microdosing with psychedelics among users. International Journal of Neuropsychopharmacology, 22(7), 426–434.
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- [8]Szigeti, B. et al. (2021). Self-blinding citizen science to explore psychedelic microdosing. eLife, 10, e62878.
- [9]Winstock, A.R. et al. (2019). Global Drug Survey 2019: microdosing key findings. Global Drug Survey Ltd.
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