Autoimmunerkrankungen und Vitalpilze — Sicherheit, Forschungsstand und offene Fragen

Definition
Eine Autoimmunerkrankung ist eine Störung, bei der das Immunsystem fälschlicherweise körpereigenes Gewebe angreift — und Vitalpilze sind bioaktive Pilze, deren immunmodulierende Verbindungen mit einer solchen Erkrankung unvorhersehbar wechselwirken können. Beta-Glucane aus Arten wie Reishi, Schmetterlingstramete und Maitake können im Labor die Immunzellaktivität messbar verschieben (Akramiene et al., 2007), doch was das für ein bereits überaktives Immunsystem bedeutet, ist kaum erforscht.
Was Autoimmunerkrankungen tatsächlich bedeuten
Bei einer Autoimmunerkrankung verliert das Immunsystem die Fähigkeit, körpereigenes Gewebe von fremden Eindringlingen zu unterscheiden. Statt Bakterien, Viren oder Pilze anzugreifen, richtet sich die Immunantwort gegen den eigenen Organismus. Bei rheumatoider Arthritis zerstört das Immunsystem Gelenkgewebe. Bei Multipler Sklerose greift es die Myelinscheiden der Nervenfasern an. Lupus kann Haut, Gelenke, Nieren und Gehirn betreffen. Hashimoto-Thyreoiditis führt zur immunvermittelten Zerstörung der Schilddrüse. Insgesamt sind über 80 verschiedene Autoimmunerkrankungen bekannt, die in westlichen Ländern etwa 5–8 % der Bevölkerung betreffen — Frauen deutlich häufiger als Männer (Jacobson et al., 1997).

Die schulmedizinische Therapie zielt in den meisten Fällen darauf ab, die fehlgeleitete Immunantwort zu unterdrücken oder zu dämpfen. Medikamente wie Methotrexat, Tacrolimus, Ciclosporin und Kortikosteroide werden genau deshalb verschrieben: Sie drosseln die Aktivität des Immunsystems. Das therapeutische Ziel ist klar — die Aggression des Immunsystems gegen körpereigenes Gewebe reduzieren.
Und genau hier wird es mit Vitalpilzen heikel. Denn funktionelle Pilze wie Reishi, Schmetterlingstramete oder Maitake enthalten bioaktive Verbindungen, die in Laboruntersuchungen messbar die Immunzellaktivität beeinflussen können (Akramiene et al., 2007). Wenn Beta-Glucane aus diesen Pilzen Immunzellen aktivieren — was passiert dann bei einem Immunsystem, das ohnehin schon überaktiv ist?
Beta-Glucane und Immunmodulation — der zentrale Widerspruch
Beta-Glucane sind die am besten untersuchten bioaktiven Verbindungen in Vitalpilzen und gleichzeitig der Hauptgrund zur Vorsicht bei Autoimmunerkrankungen. Diese Polysaccharide aus den Zellwänden von Pilzen besitzen dokumentierte immunaktivierende Eigenschaften. In-vitro- und Tiermodellstudien haben gezeigt, dass Beta-Glucane aus Arten wie Ganoderma lucidum (Reishi), Trametes versicolor (Schmetterlingstramete), Grifola frondosa (Maitake) und Lentinula edodes (Shiitake) Makrophagen, dendritische Zellen und natürliche Killerzellen aktivieren können (Chan et al., 2009). Isolierte Polysaccharidfraktionen — Lentinan aus Shiitake, PSK und PSP aus der Schmetterlingstramete, Grifolan und D-Fraktion aus Maitake — wurden gezielt auf ihre Fähigkeit hin untersucht, Immunmarker hochzuregulieren.

Das Wort „Modulation" wird im Vitalpilzbereich inflationär verwendet, und es lohnt sich, genauer hinzuschauen. Befürworter argumentieren gerne, dass Beta-Glucane immunmodulatorisch wirken und nicht bloß immunstimulierend — sie würden das Immunsystem also ausbalancieren, nicht einfach nur hochfahren. Tatsächlich gibt es einzelne In-vitro-Hinweise darauf, dass bestimmte Polysaccharidfraktionen regulatorische T-Zell-Populationen beeinflussen könnten, die an der Dämpfung überschießender Immunreaktionen beteiligt sind (Guggenheim et al., 2014). Das Problem dabei: Die weit überwiegende Mehrheit der publizierten Forschung zu Pilz-Beta-Glucanen dokumentiert Immunaktivierung — erhöhte Zytokinproduktion, verstärkte Phagozytose, gesteigerte Killerzellaktivität. Die „Balancierungs"-Erzählung ist nicht aus der Luft gegriffen, stützt sich aber auf eine deutlich schmalere Datenbasis, und praktisch keine dieser Daten stammt aus klinischen Studien an Menschen mit Autoimmunerkrankungen.
Um es klar zu sagen: Keine kontrollierte klinische Studie hat bisher nachgewiesen, dass irgendein Vitalpilzextrakt die Immunfunktion bei Menschen mit aktiver Autoimmunerkrankung sicher moduliert. Diese Daten existieren schlicht noch nicht.
Artspezifische Risiken bei Autoimmunerkrankungen
Das theoretische Risiko unterscheidet sich je nach Pilzart und korreliert grob mit der Potenz und Bandbreite der enthaltenen immunmodulierenden Verbindungen. Nicht jeder Vitalpilz gibt gleich viel Anlass zur Vorsicht.

Reishi (Ganoderma lucidum) ist vermutlich die Art, bei der die größte Zurückhaltung angebracht ist. Neben Beta-Glucanen enthält Reishi Triterpene (Ganodersäuren), die in Tiermodellen entzündungshemmende Aktivität gezeigt haben (Cör et al., 2018) — gleichzeitig haben seine Polysaccharidfraktionen in vitro eine starke Aktivierung von Makrophagen und Lymphozyten bewirkt. Hinzu kommen gerinnungshemmende und thrombozytenaggregationshemmende Effekte, was die Lage für Menschen unter immunsuppressiver Therapie zusätzlich verkompliziert. Die Kombination aus Immunstimulation und Blutverdünnungspotenzial macht Reishi zu einem schlechten Kandidaten für die unkontrollierte Einnahme neben Autoimmunmedikamenten.
Schmetterlingstramete (Trametes versicolor) wurde hauptsächlich wegen ihrer Polysaccharidfraktionen PSK und PSP untersucht, die in onkologienaher Forschung messbare Effekte auf Immunzellpopulationen zeigten (Saleh et al., 2017). Diese Fraktionen wurden als isolierte, standardisierte pharmazeutische Präparate in spezifischen klinischen Kontexten erforscht — nicht als frei verkäufliche Nahrungsergänzungsmittel. Dennoch ist das immunaktivierende Profil der Schmetterlingstramete-Polysaccharide gut genug dokumentiert, um bei Autoimmunerkrankungen dieselbe theoretische Bedenken aufzuwerfen.
Maitake (Grifola frondosa) und seine D-Fraktion wurden auf Effekte bei der Reifung dendritischer Zellen und der Aktivierung von T-Helferzellen untersucht (Kodama et al., 2003). Auch hier beschreibt die Forschung Immunaktivierung, keine Immunsuppression. Für jemanden, dessen Behandlungsplan darauf abzielt, die Immunaktivität niedrig zu halten, ist das ein Widerspruch.
Shiitake (Lentinula edodes) in kulinarischen Mengen — eine Handvoll Pilze in der Pfanne — liefert wahrscheinlich keine pharmakologisch relevanten Beta-Glucan-Konzentrationen. Bei hohen Supplementdosen von konzentriertem Extrakt wird der Lentinan-Gehalt allerdings relevant. Lentinan gehört zu den am intensivsten erforschten pilzlichen Beta-Glucanen mit dokumentierten Effekten auf Makrophagen- und Killerzellaktivität in vitro und im Tiermodell.
Löwenmähne (Hericium erinaceus) nimmt eine Sonderstellung ein. Die primär untersuchten Verbindungen — Hericenone und Erinacine — betreffen die Stimulation des Nervenwachstumsfaktors (NGF), nicht die Immunaktivierung. Löwenmähne enthält zwar Beta-Glucane, wird aber typischerweise nicht zu den stark immunmodulierenden Arten gezählt. Das theoretische Risikoprofil bei Autoimmunerkrankungen ist geringer als bei Reishi oder Schmetterlingstramete — wobei spezifische Daten zur Löwenmähne bei Autoimmunpatienten praktisch nicht existieren.
Cordyceps (Cordyceps militaris) liegt irgendwo dazwischen. Einige Tierstudien berichten über immunmodulatorische Effekte von Cordycepin und Polysaccharidfraktionen (Tuli et al., 2013), aber das Hauptforschungsinteresse an Cordyceps lag bisher auf metabolischen und respiratorischen Parametern, nicht auf Immunaktivierung. Das Risiko ist nicht null, aber weniger akut als bei Reishi oder Schmetterlingstramete. Cordyceps verdient separate Aufmerksamkeit bei Menschen unter blutzuckersenkender Medikation.
Autoimmunrisiko im Artvergleich
Die folgende Tabelle fasst das theoretische Autoimmunrisiko der gängigsten supplementierten Vitalpilzarten zusammen, basierend auf der Stärke der dokumentierten immunaktivierenden Verbindungen.
| Art | Primäre immunaktive Verbindungen | Theoretisches Autoimmunrisiko | Hauptbedenken |
|---|---|---|---|
| Reishi (G. lucidum) | Beta-Glucane, Triterpene | Höher | Starke Makrophagen-/Lymphozytenaktivierung + gerinnungshemmende Effekte |
| Schmetterlingstramete (T. versicolor) | PSK, PSP (Polysaccharopeptide) | Höher | Gut dokumentierte Immunzellaktivierung in klinischer Forschung |
| Maitake (G. frondosa) | D-Fraktion, Grifolan | Mittel–Höher | Reifung dendritischer Zellen, T-Helfer-Aktivierung |
| Shiitake (L. edodes) | Lentinan | Dosisabhängig | Kulinarische Mengen wahrscheinlich risikoarm; konzentrierte Extrakte relevant |
| Cordyceps (C. militaris) | Cordycepin, Polysaccharide | Mittel | Einige immunmodulatorische Daten; Forschungsschwerpunkt metabolisch |
| Löwenmähne (H. erinaceus) | Hericenone, Erinacine | Geringer | Primäre Verbindungen zielen auf NGF, nicht auf Immunaktivierung |
| Tremella (T. fuciformis) | Polysaccharide (Hydratation) | Geringer | Hauptsächlich für Hautfeuchtigkeit untersucht, nicht für Immunstimulation |
Beta-Glucan-Zufuhr nach Produktformat
| Produktformat | Typische Beta-Glucan-Zufuhr | Relevanz für Autoimmunrisiko |
|---|---|---|
| Speisepilz (kulinarisch) | Gering | Erreicht wahrscheinlich keine pharmakologisch relevanten Immunaktivierungsschwellen |
| Myzel-auf-Getreide-Pulver | Gering–Mittel | Durch Getreidestärke verdünnt; Beta-Glucan-Gehalt oft nicht verifiziert |
| Fruchtkörperpulver (nicht extrahiert) | Mittel | Enthält Beta-Glucane, aber Bioverfügbarkeit ohne Extraktion eingeschränkt |
| Heißwasserextrakt | Hoch | Konzentriert Polysaccharide einschließlich Beta-Glucane — höchstes Immunaktivierungsrisiko |
| Dualextrakt (Heißwasser + Alkohol) | Hoch | Liefert sowohl Polysaccharide als auch Triterpene — breitestes Verbindungsprofil |
| Reine Alkoholtinktur | Gering (Polysaccharide) | Konzentriert Triterpene/Sterole, nicht Beta-Glucane — geringeres Immunaktivierungsrisiko |
Der Immunsuppressiva-Konflikt
Wenn du Medikamente einnimmst, die dein Immunsystem unterdrücken sollen, und gleichzeitig ein Supplement konsumierst, das dein Immunsystem aktivieren kann, arbeiten diese beiden Substanzen gegeneinander. Das ist kein theoretisches Gedankenspiel — es ist ein mechanistischer Widerspruch. Methotrexat, Tacrolimus, Ciclosporin und Kortikosteroide werden verschrieben, um Immunaktivität zu reduzieren. Beta-Glucan-reiche Vitalpilzextrakte wurden gezielt untersucht, weil sie Immunaktivität steigern. Diese beiden Ziele stehen in direkter Opposition.

Keine publizierte klinische Studie hat bisher die Wechselwirkung zwischen beispielsweise einem standardisierten Reishi-Extrakt und Tacrolimus-Blutspiegeln oder der Wirksamkeit von Tacrolimus bei einer Transplant- oder Autoimmunpopulation direkt gemessen. Dass keine Daten vorliegen, bedeutet nicht, dass die Wechselwirkung harmlos ist — es bedeutet, dass niemand sie formal getestet hat. Angesichts des mechanistischen Konflikts ist die verantwortungsvolle Position, dies als reales und nicht als hypothetisches Problem zu kennzeichnen.
Das BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte) hat bisher keine spezifische Bewertung zu Vitalpilz-Beta-Glucanen im Kontext von Autoimmunerkrankungen veröffentlicht. Diese regulatorische Lücke spiegelt nicht wider, dass die Substanzen als sicher eingestuft wurden — sie wurden in diesem Kontext schlicht noch nicht bewertet.
Was die Forschung noch nicht beantwortet hat
Die meisten entscheidenden Fragen zum Thema Autoimmunerkrankungen und Vitalpilzsupplementierung sind offen — und diese Lücken ehrlich zu benennen ist nützlicher, als darüber hinwegzugehen.

- Dosisschwellen: Gibt es eine Beta-Glucan-Dosis, unterhalb derer die Immunaktivierung vernachlässigbar ist? Wahrscheinlich — aber keine Studie hat dies in Autoimmunpopulationen kartiert.
- Extraktquelle ist relevant: Myzel-auf-Getreide-Produkte enthalten typischerweise deutlich niedrigere Beta-Glucan-Konzentrationen als Fruchtkörperextrakte und einen höheren Stärkeanteil vom Getreidesubstrat. Ob dieser Unterschied für das Autoimmunrisiko bedeutsam ist, weiß niemand — aber es ist eine Variable, die nicht ignoriert werden sollte. Forschungsergebnisse eines Präparats lassen sich nicht automatisch auf ein anderes übertragen.
- Extraktionsmethode ist relevant: Heißwasserextraktion konzentriert Polysaccharide (einschließlich Beta-Glucane), während Alkoholextraktion Triterpene und Sterole konzentriert. Ein dualextrahiertes Reishi-Produkt liefert ein anderes Verbindungsprofil als eine reine Alkoholtinktur. Das Immunaktivierungsrisiko betrifft primär Polysaccharide — die Extraktionsmethode ist also unmittelbar relevant für das Risikoprofil.
- Krankheitsspezifität: Autoimmunerkrankungen sind keine einheitliche Krankheit. Die Immundysregulation bei Hashimoto-Thyreoiditis unterscheidet sich grundlegend von der bei Morbus Crohn oder Psoriasis. Ob Beta-Glucan-Immunmodulation mit verschiedenen Autoimmunmechanismen unterschiedlich interagiert, wurde nicht untersucht.
- Der „Immunmodulation"-Anspruch: Manche Forscher und Hersteller argumentieren, dass Beta-Glucane modulieren statt bloß stimulieren — dass sie ein unteraktives Immunsystem hochregulieren und ein überaktives herunterregulieren können. Eine kleine Zahl von In-vitro-Studien hat Effekte auf regulatorische T-Zellen untersucht, die diese These theoretisch stützen könnten (Guggenheim et al., 2014), aber die Evidenz ist vorläufig, und keine klinische Studie hat diesen bidirektionalen Effekt bei Menschen mit Autoimmunerkrankung nachgewiesen.
Pilz-Beta-Glucane im Vergleich zu anderen Immunsupplementen
Pilz-Beta-Glucane sind nicht die einzigen Nahrungsergänzungsmittel, die bei Autoimmunerkrankungen Bedenken aufwerfen — Echinacea, Holunder und Astragalus tragen alle ein ähnliches theoretisches Risiko der Immunstimulation. Der Unterschied besteht darin, dass Pilz-Beta-Glucane einen besser dokumentierten Wirkmechanismus über die Dectin-1-Rezeptorbindung an Makrophagen und dendritischen Zellen besitzen. Echinacea hat im Vergleich einen weniger klar definierten Immunaktivierungspfad, wurde aber in klinischen Leitlinien expliziter für Autoimmunpatienten markiert. Astragalus-Polysaccharide weisen strukturelle Ähnlichkeiten mit pilzlichen Beta-Glucanen auf und tragen überlappende Risiken.
Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hat festgestellt, dass Echinacea-Präparate bei progressiven systemischen Erkrankungen einschließlich Autoimmunerkrankungen kontraindiziert sind (EMA, 2015) — ein Grad regulatorischer Spezifität, der auf Vitalpilzsupplemente bisher nicht angewandt wurde. Das liegt allerdings daran, dass die Regulierungsbehörden sie in diesem Kontext nicht bewertet haben, nicht daran, dass sie sicherer wären.
Ein ehrlicher Vergleich: Wie sich diese Informationen von der üblichen Beratung unterscheiden
Die meisten Supplementhändler ignorieren das Thema Autoimmunerkrankungen und Vitalpilze entweder komplett oder verstecken einen vagen „Frag deinen Arzt"-Hinweis am Ende einer Verkaufsseite. Das reicht nicht. Dieser Artikel geht weiter, indem er die mechanistischen Bedenken darlegt, die spezifischen Arten und Verbindungen benennt und die Lücken in der Evidenzbasis anerkennt. Trotzdem ist ein Wiki-Artikel kein Ersatz für eine medizinische Ressource — und verglichen mit einem Rheumatologen oder Immunologen, der deine spezifische Erkrankung, deine Blutwerte und dein Medikamentenregime kennt, ist die Perspektive hier zwangsläufig begrenzt. Die EMA hat spezifische Kontraindikationsleitlinien für Echinacea bei Autoimmunerkrankungen herausgegeben (EMA, 2015), aber eine gleichwertige regulatorische Bewertung existiert für Pilz-Beta-Glucane noch nicht. Solange das so bleibt, gilt das Vorsorgeprinzip.

Praktische Hinweise
Der wichtigste praktische Schritt: Sprich mit deinem behandelnden Arzt, bevor du ein Beta-Glucan-reiches Vitalpilzsupplement zu einem bestehenden Autoimmun-Therapieregime hinzufügst. Wenn du eine Autoimmunerkrankung hast und dich für Vitalpilze interessierst, sind einige Punkte relevant:

Die Arten mit den stärksten immunmodulierenden Profilen — Reishi, Schmetterlingstramete, Maitake und Shiitake in hohen Supplementdosen — tragen das höchste theoretische Risiko. Löwenmähne und Tremella, deren primär untersuchte Verbindungen sich auf Nervenwachstumsfaktor bzw. Hauthydratation beziehen und nicht auf Immunaktivierung, tragen ein geringeres theoretisches Risiko — wobei spezifische Daten für Autoimmunpopulationen auch hier fehlen.
Produktformat und Zubereitung bestimmen unmittelbar, was du tatsächlich zu dir nimmst. Eine kulinarische Portion Shiitake ist nicht dasselbe wie eine konzentrierte Heißwasserextrakt-Kapsel mit standardisiertem Beta-Glucan-Gehalt. Die Dosis immunaktiver Polysaccharide unterscheidet sich um Größenordnungen. Achte darauf, ob es sich um Fruchtkörper oder Myzel-auf-Getreide handelt und ob die Extraktionsmethode angegeben ist.
Wenn du immunsuppressive Medikamente einnimmst — Methotrexat, Tacrolimus, Ciclosporin, Kortikosteroide oder Biologika —, ist der mechanistische Konflikt zwischen Immunsuppression und Immunaktivierung real, nicht spekulativ. Sprich mit dem Arzt, der dir das Medikament verschrieben hat, bevor du ein Beta-Glucan-reiches Supplement hinzufügst.
Langzeitsicherheitsdaten für die chronische tägliche Supplementierung mit Vitalpilzextrakten sind in der Allgemeinbevölkerung begrenzt und für Autoimmunpopulationen praktisch nicht vorhanden. Das ist kein Grund zur Panik, aber ein Grund, vorsichtig statt sorglos vorzugehen. Falls du dich nach Rücksprache mit deinem Arzt für ein Vitalpilzsupplement entscheidest, beginne mit der risikoärmsten Art und der niedrigsten verfügbaren Dosis und beobachte, ob sich Symptome verändern.
Quellenverzeichnis
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- Jacobson, D.L. et al. (1997). Epidemiology and estimated population burden of selected autoimmune diseases in the United States. Clinical Immunology and Immunopathology, 84(3), 223–243.
- Kodama, N. et al. (2003). Can maitake MD-fraction aid cancer patients? Alternative Medicine Review, 8(3), 269–274.
- Saleh, M.H. et al. (2017). Immunomodulatory properties of Coriolus versicolor: the role of polysaccharopeptide. Frontiers in Immunology, 8, 1087.
- Tuli, H.S. et al. (2013). Pharmacological and therapeutic potential of Cordyceps with special reference to cordycepin. 3 Biotech, 4(1), 1–12.
Zuletzt aktualisiert: April 2026

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Über diesen Artikel
Adam Parsons ist ein erfahrener Cannabis-Autor, Redakteur und Schriftsteller mit langjähriger Mitarbeit an Fachpublikationen in diesem Bereich. Seine Arbeit umfasst CBD, Psychedelika, Ethnobotanika und verwandte Themen.
Dieser Wiki-Artikel wurde mit KI-Unterstützung verfasst und von Adam Parsons geprüft, External contributor. Redaktionelle Aufsicht durch Joshua Askew.
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Zuletzt geprüft am 24. April 2026
References
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